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Funkstille im Jugendclub Gadow

1-Euro-Job bringt kein Personal Funkstille im Jugendclub Gadow

Seit die Stelle der Ein-Euro-Jobberin für den Jugendclub Gadow ausgelaufen ist, herrscht im Gebäude hinterm Dorfgemeinschaftshaus seit 2015 Funkstille. Einen Nachfolger zu finden, der Kinder im Club ernsthaft betreuen möchte, ist bisher nicht gelungen. Nach Ansicht von Ortsbürgermeister Wilfried Havemann schrecke auch einiges vor der Aufgabe ab.

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Ungenutzt stauben die Spiele im Regal ein.

Quelle: Christian Bark

Gadow. Etwas wehmütig ist Ortsbürgermeister Wilfried Havemann schon, wenn er vom Gadower Dorfgemeinschaftshaus zum dahinterliegenden Jugendclub blickt. „Die letzte Veranstaltung für Jugendliche fand hier im Herbst 2015 statt“, sagt er. Seitdem sei das Häuschen nicht wieder genutzt worden.

Kürzlich habe es noch eine Anfrage gegeben, ob man die Räume für eine Kindergeburtstagsfeier nutzen könne, das Interesse sei aber schnell verflogen, als die Nutzungsbedingungen bekannt wurden. „Wir hätten einen Vertrag aufgesetzt, nach dem die Eltern für mögliche Schäden haften müssen“,erklärt Havemann. Die Haftungsklausel und die hohe Verantwortung für Kinder mache es dem Ort nicht leicht, private Nutzer oder gar neue Betreuer für den Jugendclub zu finden. Die letzte Betreuerin habe nach Auslaufen ihres Programms den Hut nehmen müssen. Sie sei als Ein-Euro-Jobber über die Wittstocker Beschäftigungsgesellschaft für den Club tätig gewesen. „Der Ortsbeirat hat sich mehrfach mit der Gesellschaft in Verbindung gesetzt“, berichtet Havemann. Doch alle von dieser angefragten Gadower seien wenig motiviert gewesen, sich dieser Aufgabe zu widmen.

„Die Gesellschaft hatte in der Vergangenheit auch mal Leute geschickt, die den Kindern hier was vorgeraucht haben“, erinnert sich der Ortsbürgermeister. Das sei schon nicht mit den Verhaltensregeln im Club zu vereinbaren gewesen, die Alkohol, Zigaretten und Drogen verbieten. Womöglich hänge das Desinteresse nicht nur mit der Angst vor Verantwortung oder Haftungsansprüchen zusammen, sondern auch mit der Ideenlosigkeit. „Wer die Kinder hier betreut, sollte sich schon mit ihnen beschäftigen“, verweist Havemann auf Wandertouren oder Spielenachmittage, die die letzte Betreuerin für die Jugend auf die Beine gestellt hatte.

Ortsvorsteher Wilfried Havemann bedauert, dass hier im Jugendklub keiner mehr spielt

Ortsvorsteher Wilfried Havemann bedauert, dass hier im Jugendklub keiner mehr spielt.

Quelle: Christian Bark

Dass sie mit ihrem Privatvermögen für mögliche Schäden haften müssen, bräuchten neue Betreuer, die über die Beschäftigungsgesellschaft im Jugendclub arbeiten, nicht zu befürchten, wie die Mitarbeiterin für mobile Jugendarbeit der Stadt Wittstock, Uta Lauterbach betont. Denn während der Tätigkeit seien sie über die Gesellschaft versichert. Auch, wer die Aufgabe ehrenamtlich übernehmen wolle, sei über das Ehrenamt abgesichert. Und dass Privatpersonen bei Feiern für Schäden haften müssen, sei nicht Neues, das gelte schließlich auch für private Veranstaltungen im gegenüberliegenden Dorfgemeinschaftshaus.

„Die 1,30 Euro, die die Leute pro Stunde dafür bekommen, locken keinen mehr hinter den Ofen hervor“, meint Wilfried Havemann. Und da Ehrenamtliche ihre Fahrtkosten höchstens steuerlich absetzen könnten, werde sich dafür wohl kaum jemand von Außerhalb interessieren.

Nur eine Jugendmitarbeiterin – die hat keine Zeit

Zwar könnte sich Uta Lauterbach vorstellen, den Club durch städtische Kräfte weiterzubetreiben, doch als einzige Mitarbeiterin für die mobile Jugendarbeit in Wittstock und Betreuerin der Zukunftswerkstatt habe sie dafür keine Zeit. „Alle Jugendclubs haben in den Ortsteilen einen schweren Stand“, bedauert sie. Eine möglich Lösung könnte vielleicht eine Art Jugendclub-Bus sein, der über die Dörfer tingelt.

Der wäre für Havemann jedoch nur von Interesse, wenn er die Jugendlichen aus umliegenden Orten wie Dossow oder Zootzen nach Gadow bringen würde. „Ansonsten haben wir ja alles hier“, sagt er und zeigt auf den fast niegelnagelneuen Tischkicker im Aufenthaltsraum. Neben einem Fernseher gebe es zahlreiche Gesellschaftsspiele, eine Rasenfläche sowie einen Grillplatz auf dem Hof.

Zudem sei das Gebäude, dass vor 20 Jahren aus einem Schuppen in den Club verwandelt worden war, erst vor fünf Jahren saniert worden. Ideale Bedingungen also, die Havemann weiter hoffen lassen, dass sich bald ein neuer Betreuer für den Club findet.

Von Christian Bark

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