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Ostprignitz-Ruppin Gadows Vergangenheit auf der Spur
Lokales Ostprignitz-Ruppin Gadows Vergangenheit auf der Spur
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00:17 26.05.2016
Mehrere Stunden durchforsten Gerda Wollenberg (l.) und Karin Havemann alte Dokumente. Quelle: Christian Bark
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Gadow

Noch schnell ein Käffchen aufgebrüht und schon kann es wieder losgehen für Karin Havemann. Dann wühlt sich die 48-Jährige für einige Stunden durch Akten, Postkarten und Zeitungsartikel der vergangenen Jahre. Das Recherchieren und Dokumentieren gehört zu ihren Aufgaben, denn seit fast vier Jahren ist sie offiziell Gadows Ortschronistin. „Angefangen habe ich aber schon drei Jahre vorher“, sagt sie.

Obwohl erst vor zehn Jahren in den Ort gezogen, interessiert sich Karin Havemann sehr für die Vergangenheit ihres Dorfes, wie sie sagt. Das sei auch ihre Motivation gewesen, als sie die Aufgabe ehrenamtlich übernommen hatte. „Fahr-, Kopier- oder Materialkosten trage ich selber“, erklärt die Ortschronistin. Von der Stadt Wittstock bekomme sie dafür jährlich eine kleine Aufwandsentschädigung von 50 Euro. Fleißig unterstützt wird Havemann bei ihrer Arbeit seit vier Jahren von Gerda Wollenberg. Sie schaut mit ihr gemeinsam Dokumente durch, entziffert Postkarten und heftet Fotos in Folien. „Ich bin auch auf den Geschmack gekommen“, sagt die 76-Jährige, während sie interessiert Kopien alter Akten zur Neuendorfer Mühle studiert. „Hier wird das Staurecht bekräftigt“, verweist sie auf ein Schreiben aus den 1920er Jahren.

Diese Wehrmachtsuniformen hatte eine Wittstockerin auf ihrem Dachboden gefunden. Quelle: Christian Bark

Ob Mühle, Feuerwehr, Schützenverein, Kirche oder Weltkriegsgefechte – all diese Themen sind Puzzleteile zur Gesamtgeschichte des Ortes. Und puzzeln müssen Havemann und Wollenberg in der Tat, denn wichtige Aufzeichnungen, insbesondere aus der Zeit zwischen 1945 und 1991, sind wie vom Erdboden verschluckt. „Es wird gemunkelt, dass der damalige Bürgermeister kurz nach der Wende die Chronik verbrannt hat“, erzählt Havemann. Erhalten geblieben sei jedoch eine Übersicht der Fortzüge aus Gadow zwischen 1870 und 1946. „Da bin ich mit Hilfe einer älteren Gadowerin gerade beim transkribieren“, sagt Havemann.

Auch fotografisches Dokumentieren gehört zur Chronistenpflicht. Quelle: Christian Bark

Als Chronistin fotografiere sie den Ort häufig, um auch seine jüngste Geschichte festhalten zu können. Zudem suche sie das Gespräch zu Zeitzeugen oder Besitzern historischer Gegenstände. „Jüngst hat uns eine Wittstockerin zwei auf ihrem Dachboden gefundene Wehrmachtsuniformen überlassen“, berichtet Havemann. Die hingen derzeit im seit einem Jahr für die Chronisten zur Verfügung stehenden Arbeitsraum im Dorfgemeinschaftshaus. „Die könnten als Anschauungsmaterial für unsere Ausstellung dienen“, sagt Wollenberg. Gemeinsam mit Havemann wolle sie den großen Sitzungsraum im Dorfgemeinschaftshaus zumindest zeitweise zu einem Museum umfunktionieren. „Wir richten eine kleine Ausstellung ein und laden die Gadower bei Kaffee und Kuchen zur Eröffnung ein“, kündigt Havemann an. Wenn die Dorfbewohner mit historischen Gegenständen oder Fotos zum Wachsen der Ausstellung beitragen würden, könne diese bereist Ende des Jahres beginnen.

Von Christian Bark

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