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Galerie am Bollwerk zeigt Torrilhon-Ausstellung

Neuruppin Galerie am Bollwerk zeigt Torrilhon-Ausstellung

Tony Torrilhons bekanntesten Werke stehen am Rheinsberger Bollwerk: lustige Nixen und ein Odysseus der griechischen Sage. Dass der Ex-Franzose und Wahl-Rheinsberger indes nicht nur Bildhauer sondern auch ein Kupferstecher ist, wissen nur wenige. Die Neuruppiner Galerie am Bollwerk stellt nun einen Querschnitt seiner Werke aus.

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Odysseus lacht: auch der Künstler Tony Torrilhon freut sich auf seine Ausstellung in Neuruppin.

Quelle: Regine Buddeke

Neuruppin. Das älteste Bild ist stolze 50 Jahre alt. Tony Torillhon hat es gemalt, als er frisch vom Studium kam: ein rotleuchtendes Fahrrad auf orangefarbenem Grund.

Das Fahrrad hat ihn – so scheint es – schon immer fasziniert. In seinem Rheinsberger Atelier steht ein riesiges hölzernes Modell direkt im Schaufenster. Auf vielen seiner Kupferstiche sind Fahrräder zu sehen – intakte oder auch eines, dem das Hinterrad fehlt.

Fahrrad als Wand-Dekoration

Fahrrad als Wand-Dekoration.

Quelle: Regine Buddeke

„Das Hinterrad wurde mir geklaut. Ärgerlich. Ich habe den Stich gemacht. Gut. Es hat mich getröstet“, so hat er unter dem 1983 gefertigten Werk notiert, das er seitdem immer wieder nachdruckt – es verkauft sich gut bei den Rheinsberger Sammlern und Touristen. Trotz seiner 85 Jahre radelt Tony Torrilhon trotz seiner 85 Jahre immer noch selber. „Ich habe kein Auto“, sagt er.

Doch es sind nicht nur Bilder von Fahrrädern, die in der Neuruppiner Galerie am Bollwerk zu sehen sind, wo am Freitag Abend die Ausstellung des Rheinsbergers eröffnet wird – „Rheinberg“ heißt sie, weil der Franzose Torrilhon stets charmant das ‚S‘ verschluckt, wenn er von seiner Stadt spricht. „Es ist eine feine Mischung aus älteren und jüngeren Arbeiten – ein schöner Querschnitt aus Bildhauer-Arbeiten aus Holz und Kupferstichen“, verspricht Kuratorin Cornelia Lambriev-Soost, die die Ausstellung gemeinsam mit Matthias Zágon Hohl-Stein zusammengestellt und aufgebaut hat.

Die Ausstellung gibt einen Überblick über das Lebenswerk Tony Torrilhons

Die Ausstellung gibt einen Überblick über das Lebenswerk Tony Torrilhons.

Quelle: Regine Buddeke

„Ein enormes Alterswerk“, lobt der Karwer Künstler seinen Rheinsberger Kollegen. „Zum 10. Geburtstag unserer Galerie haben wir uns am Ende noch einmal mit einem Edelstein geschmückt.“

In der Tat ist das Oevre Tony Torrilhons breit gefächert. Davon zeugt ein Mosaik, das den Künstler selbst zeigt – zusammengesetzt aus 1600 winzigen Werk-Fotos.

Den meisten Menschen in der Region ist Tony Torrilhon durch seine Nixen und den Odysseus am Rheinsberger Bollwerk bekannt – die lustigen Figuren sorgen nicht nur für gute Laune. „Von der derzeitigen Verwaltung bekomme ich ja wenig Anerkennung“, beschwert sich Torrilhon, der sich mit einer umstrittenen Entfernung des Schilfs um seine Plastiken auch Feinde gemacht hat. „Wenn ich jetzt in Neuruppin ausstelle, sehe ich das für mich schon als eine Würdigung“, so der Künstler.

In der Ausstellung wird auch eine kleine Studie aus Holz seines Segelschiffs des Odysseus stehen. „Das Original ist natürlich größer und hat Stahlmasten“, sagt er. Witziges Detail: der Januskopf des Odysseus selbst. Vorn schaut er vergnügt und auf der Rückseite grimmig. „Je nachdem, ob der Wind gut steht oder Flaute ist“, erklärt sein Schöpfer. Daneben tummeln sich andere Holzarbeiten: ein Kamel aus unterschiedlich gefärbten Hölzern, ein Panter mit Austernmuschel-Intarsien, ein Krokodil mit aufgerissenem Rachen. Torrilhon sammelt Treibholz und Wurzeln, um daraus seine fantasievollen Werke zu formen. „Das beschäftigt mich sehr“, sagt er. „Mehr als die alten Kupferstiche.“ Die sehe er heute mit ganz anderen Augen, bekennt er. „Ich bin manchmal selber angenehm überrascht, was ich früher so gemacht habe“, sagt er und blinzelt vergnügt.

Der Künstler an der Druckerpresse

Der Künstler an der Druckerpresse.

Quelle: Regine Buddeke

Viele der Kupferstiche wird es in der Ausstellung zu sehen geben: Tiere, antike Themen, erotische Darstellungen, Rheinsberger Motive. Und wie in seiner Rheinsberger Werkstatt auch, gibt es in der Galerie auf einem Teppich einen „Wühltisch“ für Druckgrafiken, auf dem die Besucher unter verschiedensten Motiven wählen können. „Am Freitag bringe ich meinen Stichel mit“, verspricht Torrilhon, als auch die letzte seiner Arbeiten am rechten Platz hängt. „Damit man den Kupferstecher in Aktion sehen kann.“

Gedruckt wird auch. „Das wird eine Premiere“, freut sich Lambriev-Soost. „Zuerst als Testballon zur Vernissage – und wenn es gut läuft, gern auch öfter.“ Eigens dafür haben die Organisatoren mitten im Raum der Galerie eine Druckerpresse installiert, die Tony Torrilhon bei der Vernissage „befüttern“ wird. Womit? Mit einem Fahrrad natürlich.

Die Vernissage findet am Freitag Abend ab 19 Uhr in der Galerie am Bollwerk statt. Die Laudatio hält Rheinsbergs Ex-Bürgermeister Manfred Richter. Die Ausstellung wird bis zum 15. Januar zu sehen sein – immer mittwochs bis sonntags von 13 bis 17 Uhr.

Von Regine Buddeke

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