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Gantikower Kirche im Titelkampf

„Kirche des Jahres 2015“ gesucht Gantikower Kirche im Titelkampf

Nachdem sie im vergangenen März bereits den Titel „Kirche des Monats“ der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Kiba) erhalten hatte, stehen die Chancen auf den Jahrestitel für die Gantikower Kirche gar nicht schlecht. Bundesweit zwölf historische Sakralbauten sind in der Auswahl.

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Die Gantikower Dorfkirche.

Quelle: Alexander Beckmann

Gantikow. Wird die Gantikower Kirche „Kirche des Jahres“? Nachdem sie im vergangenen März bereits den Monatstitel der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Kiba) erhalten hatte, stehen die Chancen jedenfalls gar nicht so schlecht. Zwölf historische Sakralbauten stehen zur Auswahl und nun hat die Prignitzer Bundestagsabgeordnete Dagmar Ziegler (SPD) jedermann dazu aufgerufen, Gantikow die Stimme zu geben. „Ich selbst habe bei der Abstimmung zur ,Kirche des Jahres’ bereits meine Stimme für die Dorfkirche in Gantikow abgegeben und hoffe, dass es mir viele Menschen, denen das kulturelle und architektonische Erbe der Ostprignitz am Herzen liegt, gleich tun. Nehmen Sie an der Abstimmung teil und helfen Sie mit, die ,Kirche des Jahres 2015’ in die Heimat zu holen!“, teilt die Politikerin mit.

Der Feldsteinbau im Kyritzer Ortsteil Gantikow ist einer der ältesten der Prignitz. Die wesentlichen Teile des Gebäudes stammen nachweislich aus dem 13. Jahrhundert und sind damit vermutlich sogar älter als die älteste urkundliche Überlieferung des Ortsnamens von 1274. Das rechteckige Kirchenschiff, dessen Dachstuhl noch heute aus ursprünglichen Holzteilen besteht, musste anfangs ohne Glockenturm auskommen. Der entstand erst einige Jahrzehnte später aus Holz – um 1380 ein Raub der Flammen zu werden. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts wurde dann der heutige Turm mit seinem spitzen Turmhelm erbaut.

Turm und Dachstuhl bedurften dringend der Sanierung

Davon abgesehen erlebte die Kirche im Verlaufe der letzten rund 750 Jahre kaum nennenswerte bauliche Veränderungen. Das Geld in dem kleinen Dorf war dafür wohl einfach zu knapp. In jüngerer Vergangenheit machte sich dieser Investitionsstau auf ganz gegensätzliche Art bemerkbar. Turm und Dachstuhl bedurften dringend der Sanierung und vor allem Stabilisierung. Zudem machte sich Feuchtigkeit im Kircheninneren breit. Dank der Unterstützung von staatlichen Stellen und von Stiftungen wie der Kiba und dank vieler Spenden konnte die Kirchengemeinde 2014 mit den Bauarbeiten beginnen. Den Anfang macht für rund 138 000 Euro der Kirchturm.

Im Zuge der Sanierung des Kirchenschiffs trat die andere Seite von Jahrhunderten sparsamen Wirtschaftens zu Tage: In Gantikow waren viele Zeugnisse der Baugeschichte erhalten geblieben, die anderswo längst Reparaturen und Umbauten zum Opfer gefallen waren. In den Fensterlaibungen fanden die Restauratoren noch Reste der einst beim Bau aufgebrachten Farbornamente. Der Putz war offenbar immer nur ausgebessert, aber nie vollständig erneuert worden. Auch das Innere offenbarte unter nur zwei Schichten Farbe noch große Teil des ursprünglichen Wandschmucks. Die roten Ornamente und Symbole waren vor 750 Jahren auf den noch feuchten Putz gemalt worden.

Angela Städeke vom Gemeindekirchenrat zeigt wiederentdeckte Reste von ursprünglichen Wandmalereien

Angela Städeke vom Gemeindekirchenrat zeigt wiederentdeckte Reste von ursprünglichen Wandmalereien.

Quelle: Alexander Beckmann

All diese Umstände machen die Gantikower Kirche zu einem seltenen Kleinod. Sie haben allerdings ihren Preis. Die Restaurierungskosten für das Kirchenschiff überstiegen die anfänglich angesetzten 216 000 Euro. Nicht nur Einwohner des Dorfes, sondern auch viele andere Unterstützer setzten und setzen sich dafür ein, dass das benötigte Geld zusammenkommt. Bei eigens organisierten Veranstaltungen wurde gesammelt. In Kyritz beispielsweise spendete die Stadtverordnete Dorte Schmeissner noch kurz vor ihrem Tod einen Teil ihrer Sammlung an historischen Stichen und Landkarten. Der Erlös ist für Gantikow gedacht. All dieses Engagement macht Gantikow ebenfalls zu einer Besonderheit.

Damit tritt die Kirche nun das Rennen um den Titel „Kiba-Kirche des Jahres 2015“ an und tritt in Konkurrenz zu elf weiteren Sakralbauten in Brandeburg, Sachsen, Sachsen, Anhalt, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Jedermann kann sich bis 8. Januar an der Abstimmung beteiligen – zum Beispiel unter www.kirchedesjahres.de. Dabei gibt es etwas zu gewinnen: Reisen zu den „Kirchen des Jahres 2014“, Bücher und CDs.

Von Alexander Beckmann

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