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Ostprignitz-Ruppin Gartenabfälle gefährden Flussufer
Lokales Ostprignitz-Ruppin Gartenabfälle gefährden Flussufer
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02:15 10.06.2017
Gernot Elftmann, Ines Huchel, Dirk Geißler und Rainer Plätke (v.l.) bei der Besichtigung der Jäglitz in Kyritz. Quelle: André Reichel
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Kyritz/Holzhausen

Gernot Elftmann, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes „Dosse-Jäglitz“, konnte es kaum glauben, was er am Mittwoch bei der Grabenschau in Kyritz an der Jäglitz in der Wusterhausener Straße zu sehen bekam. An vielen Stellen türmen sich dort Gartenabfälle an der Uferböschung des Flusses. Den Tipp bekam der Verband von einem empörten Bürger, der nicht genannt werden möchte.

Ebenso erstaunt über das Ausmaß der illegalen Abfallentsorgung war auch Ines Huchel als Vertreterin der Stadtverwaltung Kyritz sowie Dirk Geißler von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Ostprignitz-Ruppin und Bereichsingenieur Rainer Plätke. Auf die Umweltbelastungen, die durch die illegale Grünentsorgung entstehen, machte Dirk Geißler aufmerksam: „Die Säfte des verrottenden Materials können so ungehindert ins Wasser abfließen. Das sind vermeidbare Nährstoffeinträge.“

Fremde Pflanzen verdrängen einheimische Arten

Außerdem stellte der Landkreismitarbeiter auf Anhieb einige hier nicht heimische Pflanzen fest, die im Ökosystem des Uferbereiches überhaupt nichts zu suchen haben. „Diese Pflanzenarten haben hier keine natürlichen Fressfeinde und können sich somit ungehindert ausbreiten und verdrängen einheimische Arten“, berichtete Dirk Geißler weiter.

Auf ein noch größeres Problem machte jedoch Gernot Elftmann aufmerksam: „Die Gartenabfälle zerstören die Grasnarbe und dadurch kann bei starkem Regen die Uferböschung abrutschen.“ So weit wollen es die Verantwortlichen vom Wasser- und Bodenverband erst gar nicht kommen lassen. Als ersten Schritt werden demnächst die Eigentümer beziehungsweise Nutzer der Uferböschung Post vom Ordnungsamt mit der Aufforderung bekommen, die Abfälle zu beseitigen. „Wenn es sein muss, kann das Ordnungsamt dort auch Kontrollgänge durchführen“, kündigte Ines Huchel an. Wenn all das nicht zum alsbaldigen Erfolg führt, will sich die Untere Wasserbehörde in dieser Angelegenheit einschalten. „Dann wären Bußgelder unumgänglich“, sagte Dirk Geißler, der jedoch auf die Vernunft dieser Kyritzer Jäglitz-Anrainer hofft.

Der Wasser- und Bodenverband „Dosse-Jäglitz“ führt jedes Jahr Grabenschauen wie die am Mittwoch durch. Diese kann stets nur in mehreren Terminen abgearbeitet werden, weil das Zuständigkeitsgebiet recht groß ist. Mitglied im Verband sind Ämter auf Landes-, Kreis- und Kommunalebene sowie Landwirte, Flächeneigentümer und weitere Interessenvertreter.

Gespräch in der Holzhausener Gaststätte

Für das Stadtgebiet Kyritz sowie die Ortsteile Holzhausen, Mechow, Gantikow, Rehfeld, Berlitt, Drewen und Kötzlin fand die Gesprächsrunde zur diesjährige Grabenschau am Mittwochvormittag im Saal der Holzhausener Gaststätte statt. Dort berichtete Rainer Plätke als Bereichsingenieur des Verbandes vom aktuellen Stand der Dinge sowie von künftigen und möglichen Vorhaben.

Einen Diskussionspunkt stellte der Mühlegraben in Kyritz dar, der in den 1970er Jahren fast vollständig verrohrt wurde. Eine von der Stadt in der Vergangenheit schon mal angedachte zumindest teilweise Wiederherstellung wäre demnach immer noch möglich, aber sehr kostenintensiv. „Im heutigen Zustand jedoch hat der Graben den Gewässercharakter vollständig verloren“, sagte Dirk Geißler.

Über die Renaturierung von Feld-Sölle wurde ebenfalls gesprochen. Die Stadt Kyritz hat vor, zwei dieser Kleinstgewässer wieder herrichten zu lassen. Anselm Ewert von der Unteren Naturschutzbehörde berichtete in diesem Zusammenhang, dass bis jetzt im Landkreis fast 100 Sölle renaturiert wurden.

Von André Reichel

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