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Ostprignitz-Ruppin Gartenträume am Rande der Stadt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Gartenträume am Rande der Stadt
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00:19 23.06.2017
Adolf Malitzki (73) in seinem Garten, den er seit 1985 bewirtschaftet. Als Vereinschef ist er seit 21 Jahren im Sinne aller Mitglieder aktiv. Quelle: André Reichel
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Kyritz

Morgens in aller Frühe, wenn die Sonne noch nicht so hoch am Himmel steht, macht sich Adolf Malitzki zum ersten Mal auf den Weg in seinen Garten. Besonders weit hat es der Kyritzer Rentner dabei nicht: Von seinem Wohnblock in der Straße der Jugend bis zu seinem Garten in der Sparte des Vereins „Am Hagenweg“ ist es nur ein Katzensprung. An den Gärten angekommen, stellt Adolf Malitzki sein Fahrrad erst einmal neben dem taubengrauen Gartentor ab, um es aufzuschließen. Sein Rad neben sich herschiebend, geht der Gartenfreund dann auch schon den breiten, von kurzgemähtem Rasen bedeckten Weg hinunter bis zu seinem Garten.

Das Gezwitscher unzähliger Vögel lässt Adolf Malitzki innehalten. Mit scharfem Blick erspäht der 73-Jährige Amseln, Meisen, Sperlinge, Bachstelzen, aber auch Rotkehlchen und weitere, andernorts selten gewordene Arten. „Unsere Gärten sind wahrlich ein Refugium für Mensch und Natur und genau so ist es ja auch gedacht“, sagt Adolf Ma­litzki.

Die Gartenanlage „Am Hagenweg“ liegt wie eine Oase im Neubaugebiet. Quelle: André Reichel

Unterwegs schweift sein Blick aber auch unwillkürlich über die benachbarten Gärten hinweg. „Als Vereinsvorsitzender bin ich schließlich dafür verantwortlich, dass hier alles in Ordnung ist“, sagt Adolf Malitzki. Doch wirkliche Probleme mit Vereinsmitgliedern, die ihren Garten nicht pflegen, hatte der Vereinschef eigentlich noch nie. Auch in Sachen Leerstand sieht es für den Verein „Am Hagenweg“ verhältnismäßig gut aus. Vorn am Gartentor hängt zwar ein kleines Schildchen, auf dem zu lesen ist, dass noch Gärten zu haben sind, doch von insgesamt 55 Parzellen sind derzeit lediglich acht ungenutzt. Viele verwaiste Gärten verfügen über keine Laube. „Ein Zufall ist das nicht, denn viele Leute haben nach der Wende so hohe Ansprüche bekommen, dass für sie ein Garten ohne Laube einfach nicht in Frage kommt“, berichtet Adolf Malitzki.

Den Kopf in den Sand zu stecken, das kommt für die Gartenfreunde vom Hagenweg in Sachen Leerstand jedenfalls nicht in Betracht. Zwar würden es die meist älteren Vereinsmitglieder nicht schaffen, auch noch diese Parzellen zu pflegen. Aber einen von meterhohem Unkraut überwucherten Garten wollten sie auch keinem potenziellen Neuankömmling präsentieren. Aus der Not machten sie also eine Tugend und so kam ihnen die Idee, diese Parzellen in blühende Bienenweiden umzuwandeln. Die richtigen Sorten auszusuchen, ist eine Kunst für sich, versichert Adolf Ma­litzki: „Schließlich soll es möglichst vom Frühjahr an bis spät in den Herbst hinein blühen!“

Zahlreiche Bienen und Hummeln

Der Garten gleich nebenan ist so ein Beispiel: Auf fast 300 Quadratmeter blühen derzeit abertausende Phacelia-Pflanzen. Ihren land­-
läufigen  Namen Bienenweide oder auch Bienenfreund trägt die vorrangig in Nordamerika beheimatete Pflanze nicht zu Unrecht. Zahlreiche Bienen und Hummeln fliegen die zartlilafarbenen Blüten Tag für Tag an.

Lutz Richter (50) hat seinen Garten seit über 20 Jahren. Quelle: André Reichel

Auch im eigenen Garten lässt es der 73-Jährige gern und viel blühen. Gleich vorn am Hauptweg reckt ein Steinkrautgewächs kleine gelbe Blüten an langen Stängeln gen Himmel. Rosen in vielen Variationen scheinen mit ihrer bunten Blüten­­          pracht um die Gunst des Gärtners zu wetteifern. „Am liebsten sind mir in der Tat eher die alten Rosensorten. Da sind die Blütenstände noch offen und so für Insekten auch erreichbar“, erklärt Adolf Malitzki, der neben vielen weiteren Blumensorten auch Kartoffeln, Bohnen, Erdbeeren und vieles andere mehr anbaut. Eine Gartenlaube hat der Mann mit dem grünen Daumen in seiner Parzelle nicht aufgebaut. „Ich wohne ja nur 100 Meter weit weg, da brauche ich so etwas nicht“, sagt Adolf Malitzki.

5 Jahre wartete er auf einen Kleingarten

Seinen Garten hat der Senior seit 1985. Fünf Jahre zuvor zog Adolf Malitzki in den damals gerade erst fertiggestellten Neubaublock in der Straße der Jugend Nummer 2 ein. So lange hatte es nämlich gedauert, bis er in der in Sichtweite gelegenen Kleingartenanlage eine der damals heiß begehrten Parzellen abbekam.

Angelegt wurde diese Gartenanlage im Jahr 1972 auf dem Gelände einer einstigen Aprikosenplantage, die einer Kyritzer Familie gehörte. „Bis auf einer kleinen kommunalen Fläche gehört dieser Familie auch heute noch das Gelände“, berichtet Adolf Malitzki. Sorgen um die Zukunft der Gartenanlage macht sich Adolf Malitzki deshalb keine: „Die Stadt hat das ganze Areal schließlich als Gartenland ausgewiesen.“

Viele Mitglieder sind um die 70 und älter

Bedenklicher findet der 73-Jährige eher die Altersstruktur. Viele Mitglieder sind um die 70 und älter. Der Generationenwechsel ist aber schon in vollem Gange: „Voriges Jahr haben sechs Mitglieder aus Altersgründen aufgehört, deren Gärten in diesem Jahr von jungen Leuten übernommen wurden“, sagt Malitzki. Er selbst ist noch topfit und schafft die Gartenarbeit und die Aufgaben als Vereinschef mit links. Trotzdem denkt der 73-Jährige ab und zu schon mal daran, sein Ehrenamt an einen Jüngeren weiterzureichen. „Leicht wird das nicht, denn Verantwortung will keiner so schnell übernehmen.“

Von André Reichel

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