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Ostprignitz-Ruppin Garz in Glanz und Gloria
Lokales Ostprignitz-Ruppin Garz in Glanz und Gloria
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02:05 15.06.2015
Das ganze Dorf war am Sonnabend unterwegs. Quelle: MAZ
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Garz

Thomas Voigt genießt seine Rolle. Im glänzenden Gewand steht der Ortsvorsteher von Garz auf dem Anhänger seines Treckers und dirigiert das ganze Dorf. Irgendwie kommt der Festumzug nicht so richtig in Gang. Neben der Kirche haben schon Mitorganisator Michael Zajons alias Theodor Fontane in Begleitung seiner Frau Emilie und schwer bewaffnete Landsknechte Aufstellung genommen. André Schmitz als Gutsherr Hermann von Quast hat es sich im Kremser bequem gemacht, umringt von Landfrauen. Aber wer soll den Umzug zur Garzer 625-Jahr-Feier denn nun anführen? Alle warten auf ein Zeichen des Bürgermeisters.

Huldvoll hebt Thomas Voigt die Hand und winkt in das Rund seiner Bürger. Das prunkvolle Kostüm mit seinen goldenen Knöpfen, protziger Kette und Federhut steht ihm. Voigt verkörpert an diesem Sonnabend ausnahmsweise nicht sich selbst, sondern einen seiner Vorfahren: einen Ratsherren aus dem 18. Jahrhundert.

Monatelange Vorbereitung des Dorfjubiläums

Monatelang haben die Garzer ihr großes Dorfjubiläum vorbereitet. Alle haben angepackt: die Mitglieder des Heimat- und Kulturvereins, die Feuerwehr, die Angler, das Festkomitee des Garzer Kultursommers. Es gibt Kaffee und Kuchen, Vorträge, Ausstellungen und Führungen.

Zum Eröffnungsgottesdienst in der Kirche kommen 70 Besucher, die Hälfte aus Garz, die andere Hälfte von weiter her. Überall im Ort stehen Autos mit Nummernschildern aus Berlin, Stuttgart, Hamburg. Für Garz ganz normal, seitdem der damalige Berliner Kulturstaatssekretär André Schmitz vor Jahren die historische Gutsanlage der Familie von Quast erwarb und saniert hat. Schmitz bringt viele Besucher nach Garz, auch viele Prominente. Mit ihrer Unterstützung war es möglich, vieles in Angriff zu nehmen, was  vorher kaum vorstellbar war. Die Sanierung der alten Burganlage mit dem historischen Park etwa und die der Kirche im Zentrum.

Ortsvorsteher Voigt ist stolz auf sein Dorf und auf die Rolle seiner Familie dort. Landwirtschaft hat Garz immer geprägt, der gesamte Ort lebte davon. Heute haben die Voigts den letzten privaten Landwirtschaftsbetrieb im Ort. Seit dem 18.Jahrhundert sind sie Garzer. „Seit sechs Generationen“, sagt Thomas Voigt. Einer seiner Vorfahren – Christoph Voigt – ist auf einer Kirchenglocke verewigt, was Voigt stolz macht: „Mein zweiter Vorname ist Christoph.“

Garz schwumpft, aber keine Sorge!

Rund 140 Einwohner hat Garz heute. Um 1890 lebten mehr als 300 Menschen im Dorf, 1963 waren es sogar über 400, erklärt der Heimatforscher Ulrich Dressel am Sonnabend. Von Besuchen des großen Kurfürsten und des späteren deutschen Kaisers Wilhelm in seiner Jugend ist da die Rede. Seit 1419 gehörte Garz der Familie von Quast. Mit und wegen ihr kamen viele Persönlichkeiten ins Dorf. Wenige Orte rundherum haben so viel Geschichte vorzuweisen.

Trotzdem scheint ein Trend unübersehbar: Garz schrumpft. Für Pfarrer Patrick Schnabel ist das aber kein Grund zu übermäßiger Sorge. „Krisen gab es auch früher immer wieder“, sagt er seiner Predigt. Der Dreißigjährige Krieg hat auch Garz stark zugesetzt. Immer wieder hat sich das Dorf aufgerappelt. „Das Entscheidende ist die Gemeinschaft“, sagt Schnabel. Und dass sich die Menschen – wer auch immer sie sind – auf Augenhöhe begegnen. Das scheint in Garz zu funktionieren.

Von Reyk Grunow

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