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Ostprignitz-Ruppin Gasthaus geht ins dritte Jahr
Lokales Ostprignitz-Ruppin Gasthaus geht ins dritte Jahr
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02:18 25.09.2016
Wirt Francesco Stasi hat für seinen Breddiner Gasthof „Ende 08/14“ noch einige Ideen in Reserve – unter anderem für die Wiese hinterm Haus. Quelle: Alexander Beckmann
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Breddin

Das Schild an dem Klinkerbau direkt in der Hauptstraße von Breddin wirkt provisorisch und vor allem kryptisch: „Ende 08/14“. Ende August 2014 hat Francesco Stasi sich in dem seit Jahren weitgehend ungenutzten Gasthaus selbstständig gemacht. Breddin kann seitdem mit gleich zwei Gaststätten punkten. Allzu oft gibt es so was nicht mehr auf dem Dorf.

Der 31-Jährige stammt aus der Region und hatte nach einer Zeit in Berlin eine Geschäftsidee gesucht. Die Breddiner Gaststätte sei anfangs schon so eine Art „Notlösung“ gewesen, gesteht er ein. Neben Essen (an den Wochenenden) bietet er eine Hand voll Pensionszimmer und einen Saal für rund 100 Gäste an. Die Einrichtung ist ländlich modern. Es gibt einen eigens fürs „Chillen“ (Entspannen) gestalteten Bereich. Das Speiseangebot bewegt sich zwischen bürgerlich und international von Spätzle bis Burrito. „Ich bin zufrieden, dass das jetzt Form annimmt – nach einer Zeit der Strapazen“, sagt Stasi.

Die vergangenen Jahre seien schwer gewesen, berichtet der Gastwirt. Wirklich willkommen gefühlt habe er sich in Breddin lange Zeit nicht. Nur selten finde mal ein Einheimischer den Weg ins Lokal. 98 Prozent der Gäste kämen aus den umliegenden Orten oder von noch weiter her.

Vor rund einem Jahr gab es sogar richtig Randale rund um das „Ende 08/14“. Francesco Stasi spricht von Pöbeleien und überfallartigen Zuständen: „Ich habe hier zeitweise mit verschraubten Türen gesessen, damit keiner reinkommt.“ Der Hilferuf an die Polizei habe mit Vorwürfen wegen angeblichen Drogenbesitzes geendet. Diese Vorwürfe seien von der Staatsanwaltschaft mittlerweile ausgeräumt.

Der Schaden für das Lokal sei beträchtlich gewesen. „Das Feld zu räumen, war aber keine Option“, sagt der Gastwirt. „Wir haben uns gehalten – trotz alledem.“

Noch hängt die Wimpelkette vom 2-Jahres-Fest. Quelle: Alexander Beckmann

Kürzlich gab das „Ende 08/14“ ein Fest anlässlich seines zweijährigen Bestehens. „Es hätte natürlich noch besser besucht sein können. Aber wir waren zufrieden“, sagt Francesco Stasi. „Wir haben auf die nächsten Geschäftsjahre angestoßen.“

Langsam bildet sich eine kleine Stammkundschaft heraus. Dazu gehört beispielsweise der Kötzliner Bürgerverein, der den Saal regelmäßig für seine Spielsonntage nutzt. Auch im Dorf selbst bahnen sich Kontakte an: Gemeinsam mit der Breddiner Kita beteiligt sich das „Ende 08/14“ an einer Aktion für die Kinderkrebshilfe. Die Breddiner Kinder tobten sich einen Tag lang mit bunten Farben an einer grauen Mauer aus, Francesco Stasi spendete die Einnahmen vom Mittagessen. Auch die Eltern wurden zu Spenden aufgerufen.

Weitere Ideen harren ihrer Verwirklichung. Eine Station für Wanderreiter beispielsweise. Der Gestütsweg passiert Breddin. Und Platz für Mensch und Tier gäbe es auf dem Grundstück des Gasthofes genug. „Wir haben auch immer ziemlich viele Radfahrer hier“, berichtet der Wirt. „Da haben wir schon überlegt, eine kleine Werkstatt mit anzubieten.“

Im Grunde macht Francesco Stasi meist alles allein: als Koch, Kellner, Zimmerservice, Hausherr. „Manchmal bedeutet das akuten Schlafmangel. Aber ich hab mich fürs Kämpfen entschieden.“

Kontakt: www.ende-august-0814.de

Von Alexander Beckmann

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