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Ostprignitz-Ruppin Gaswerk wird zum Mitmachmuseum
Lokales Ostprignitz-Ruppin Gaswerk wird zum Mitmachmuseum
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02:15 13.07.2017
Gudrun Weiß, Vorsitzende des Fördervereins zum Erhalt des Gaswerks, an einem Modell einer Wassermühle, die ein kleines Sägewerk antreibt. Doch das geht noch besser. Quelle: Matthias Anke
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Neustadt

Wird im Laufe der nächsten Monate umgesetzt, was bislang nur als Konzept auf dem Papier steht, dann wird das Neustädter Gaswerk-Museum vollständig umgekrempelt. Am Ende steht dann eine weit und breit einzigartige Einrichtung, in der vor allem Kinder und Jugendliche erfahren sollen, auf welch vielfältige Weise Energie gewonnen werden kann. Und zwar nicht wie bisher anhand nur einiger Anschauungsmodelle. Die Besucher sollen demnächst selbst Hand anlegen können. Geplant ist ein Mitmachmuseum.

„Wir können jetzt schon zeigen, wie Energie theoretisch entsteht, dann aber sollen unsere Gäste auch selbst Energie erzeugen“, sagt Gudrun Weiß. Sie ist die Vorsitzende des vor fast 20 Jahren gegründeten Fördervereins zum Erhalt dieses Industriedenkmals, das als das letzte original erhaltene Gaswerk in Nordeuropa gilt.

Mit „Graf Koks“ und seinem Hund „Bello“ auf Zeitreise

Nachdem der Verein einst mit Blick auf seine bisherige Ausstellung einen Hilferuf absetzte und in sämtlichen Richtungen nach fachlicher Unterstützung suchte, habe sich laut Gudrun Weiß „eine Expertin auf dem Gebiet der kindgerechten Museumspädagogik“ gefunden und das zwölfseitige Papier erarbeitet. Dieses Konzept sieht nun zehn Experimentierstationen vor, an denen sich die Museumsbesucher als Energiegewinner austesten können. Akustisch und bildlich immer mit dabei sein sollen ein „Graf Koks“ und dessen Hund „Bello“.

Los geht es mit Feuersteinen. Die Kinder sollen versuchen, Funken zu erzeugen und sich fragen: Lässt sich damit tatsächlich etwas in Brand setzen? Keine Sorge: An eine sichere Lösung wird gedacht sein.

Dann nimmt Graf Koks die Besucher mit in eine Wassermühle, in der ein kleines Sägewerk funktioniert. Anschließend geht es in die „Werkstatt“ von James Watt, wo die Entwicklung der Dampfmaschine erläutert wird. Und natürlich fehlen auch die Aspekte Windkraft, Sonnenenergie, Batteriestrom und Biogas nicht. Manches diesen Themen entsprechende Modell gibt es bereits, nur muss es erst noch um so einige Funktionen erweitert werden, die auch wirklich einen Lerneffekt ermöglichen, wie Gudrun Weiß erklärt: „Alles, wie es hier steht, wird umgebaut.“

Dieses „alles“ wird sich in dem runden Gasometer auf engstem Raum abspielen. Wobei sich der Höhepunkt dann auch tatsächlich weiter oben zuträgt: Es wird ein Gewitter sein aus Blitzen über den Köpfen der Museumsbesucher.

Ziel ist es, das Konzept bis zum Museumstag 2018 umgesetzt zu haben. Zu tun gibt es dafür eine Menge: Texttafeln samt grafischer Umsetzung sind zu erstellen. Die Kuppel des Gasometers muss für das perfekte Blitz-Erlebnis vorbereitet werden. Die Wassermühle muss mit einer Wasserpumpe und die Dampfmaschine mit einem Luftpumpenantrieb versehen werden. Solarpaneele, Solarbaukästen, eine Wärmebildkamera, dazu ein großer Monitor und ein Generator stehen ebenfalls auf dem Aufgabenzettel. Und eine besondere Rolle an fast allen Stationen spielt die Akustik.

An der Finanzierung des Ganzen werde noch gearbeitet. Doch man sei guter Dinge. Ziel, das Mitmachmuseum zu eröffnen, ist der Tag des offenen Denkmals im Herbst kommenden Jahres.

Dass dieser Tage auf dem Gelände noch ganz andere Arbeiten zu erledigen sind, sieht jeder Vorbeifahrende anhand eines Baugerüstes. Das Haupthaus samt seiner Lüftungshaube wird derzeit vom krebserregenden Wellasbestdach befreit. Vor drei Jahren schon waren die Anbauten des Ofenhauses an der Reihe. Damals wie heute ist das mit Hilfe von Geld aus dem EU-Programm Leader möglich geworden. Den Eigenanteil stemmte das Unternehmen Energie Mark Brandenburg, dem diese historisch wertvolle Immobilie gehört und die seit den 1980er Jahren außer Betrieb gesetzt ist.

Wer sich für das Konzept des Mitmachmuseums im Detail interessiert, findet auf der Internetseite www.gaswerk-neustadt.de unter Nachrichten den Link zum Herunterladen.

Von Matthias Anke

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