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Gebührenerhöhung erhitzt die Gemüter

Zempow Gebührenerhöhung erhitzt die Gemüter

Dass die Gebühren für die Nutzung von Wittstocks 28 Friedhöfen angehoben werden müssen, ist nach laut Stadtverwaltung eine Notwendigkeit. Allerdings gibt es Kritik daran, dass diese Erhöhung so drastisch ausfallen soll. So diskutierte der Ortsbeirat in Zempow Anfang der Woche lebhaft mit Wittstocks Ordnungsamtsleiter Holger Schönberg über das Thema.

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Der Satzungsentwurf interessierte den Ortsbeirat.

Quelle: Christian Bark

Zempow. Sie wird kommen und sie wird alle betreffen – sowohl die Kernstadt als auch ihre Ortsteile. Wittstocks neue Friedhofsgebührensatzung könnte, wenn sie denn so wie bislang geplant beschlossen wird, die Geldbeutel der Friedhofsnutzer empfindlich mehrbelasten. In manchen Ortsteilen wird darum kontrovers über das Vorhaben diskutiert – so auch am Montagabend in Zempow.

Der Ortsbeirat ließ sich auf seiner Sitzung Details zum Satzungsentwurf und konkrete Änderungen von Wittstocks Ordnungsamtsleiter Holger Schönberg erklären. Auf wenig Verständnis traf die geplante Gebührenerhöhung bei Ortsbeirat Ulrich Schnauder, dem derartige Preissteigerungen zu drastisch schienen. „Das wird ja zum Teil das Dreifache des vorher Üblichen kosten“, stellte er fest. „Wäre nicht eine sukzessive Annäherung über Jahre gestaffelt vernünftiger“, fragte er Schönberg.

Holger Schönberg erklärte, wie sich Bürger im Internet über die Kalkulation informieren können

Holger Schönberg erklärte, wie sich Bürger im Internet über die Kalkulation informieren können.

Quelle: Christian Bark

Dieser erklärte, dass die Friedhofsnutzer bereits über die Jahre hinweg bevorteilt gewesen wären, da eine Gebührenangleichung schon viel früher hätte stattfinden müssen. Mit den bisher geltenden Konditionen habe die Stadt gegen den Grundsatz der Kostendeckung verstoßen. „Dem nähern wir uns über die Gebührenerhöhung zumindest wieder an“, bemerkte der Ordnungsamtsleiter.

Verständnis für den Schritt zeigte Ortsvorsteher Frank Mögelin. „Die Stadt muss im Grunde wie ein Unternehmen wirtschaftlich bleiben“, sagte er. Ein Defizit von über 60 000 Euro im Jahr könne auch sie sich nicht leisten. 2014 betrug das Defizit laut Bericht über die Friedhofsgebührenkalkulation sogar über 73 000 Euro. „Und dann wäre womöglich wieder Geld für andere Projekte da“, betonte Schönberg.

Auf Schnauders Hinweis, dass dadurch gerade Friedhofsnutzer aus den Ortsteilen tiefer als gewohnt in die Tasche greifen müssten, verwies Schönberg auf Solidargemeinschaft zwischen Kernstadt und Ortsteilen, die schließlich alle zusammen die Gesamtkosten tragen müssten.

Das soll sich ändern

750 Euro soll die Einzelwahlgrabstätte (für 20 Jahre) künftig kosten. In der Kernstadt wurden bis dahin 562 in den Ortsteilen nur 230 Euro berechnet.


Mit künftig 290 Euro
stellt die Nutzungsgebühr für die Trauerhalle die drastischste Erhöhung dar. Das kostete bislang 76 Euro in der Kernstadt und 75 in den Ortsteilen.


Weitere
Informationen zur Kalkulation hier.

„Es gibt Kosten, wie die der Verwaltung, die sind kaum beeinflussbar“, erklärte Schönberg. Wenn Bürger jedoch weniger Müll auf den Friedhöfen entsorgen würden oder besser auf den Erhalt mancher Anlagen bedacht wären, könnte das die nächste Kostenkalkulation im übernächsten Jahr positiv beeinflussen. Der Ordnungsamtsleiter informierte zudem darüber, dass jeder Bürger sich im Internet sowie bei der Stadtverwaltung über die Kostenkalkulation informieren könne. Mögelin hingegen plant nun, Satzung und Kalkulation im „Einladen“ zur Sichtung auszulegen. Bei seiner nächsten Sitzung wolle der Beirat Position zu dem Thema beziehen. Die Möglichkeit haben übrigens alle Ortsteile noch bis zum 20. August. Ihre Anregungen werden dann im Finanzausschuss am 6. und im Ordnungsausschuss am 7. September zu Gehör gebracht, heißt es aus dem Rathaus.

Von Christian Bark

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