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Ostprignitz-Ruppin Gedankenpfad zur Reformation
Lokales Ostprignitz-Ruppin Gedankenpfad zur Reformation
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02:15 02.06.2017
Erinnern an die Kirchentür zu Wittenberg: Gisela und Werner Schäfer. Quelle: Peter Geisler
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Rheinsberg

Wer auf den großen Knopf drückt, sieht Europa blinken. Kleine rote Lämpchen leuchten überall dort auf, wo Reformatoren einst den Machtanspruch der Kirche in Frage stellten – in England, Deutschland, dem heutigen Tschechien und anderswo. Blau glimmt es dort, wo Luther wirkte.

600 Reformatoren hat Werner Schäfer in einer langen Recherche aufgelistet. Für seinen Gedankenpfad beschränkte er sich auf 88. Schäfers Überblick über die Wirkungsstätten der Reformatoren soll zeigen, dass die Reformation durchaus eine gesamteuropäische Bewegung war. „Die Reformation war nicht nur Luther“, sagt Schäfer. Auch wenn sich im Jubiläumsjahr des Thesenanschlags viel Aufmerksamkeit auf ihn konzentriere.

Einladung zum Nachdenken

Am kommenden Sonntag eröffnen Werner und Gisela Schäfer den „Gedankenpfad zur Reformation“ in ihrem Rheinsberger Garten. An sieben Stationen soll der Pfad zum Nachdenken über die Auslöser und Folgen der Reformationsbewegung vor 500 Jahren einladen. Die Schäfers öffnen ihre Garten für eine Gedankenreise, fertige Lösungen wollen sie nicht anbieten. „Wir wollen niemanden indoktrinieren“, sagt Gisela Schäfer.

Vor etwa zehn Jahren hatten Werner Schäfers Recherchen zu einem Gedankenpfad begonnen. Die Evangelische Kirche hatte damals die Luther-Dekade ausgerufen. Schäfer fand die dazugehörigen Kulturveranstaltungen spannend. Doch gleichzeitig fehlte ihm was. „Der eigentliche Kern kam mir zu kurz“, sagt er. Schäfer beschloss, etwas Eigenes zu machen – einen Gedankenpfad im eigenen Garten.

Aus einer öden Fläche wurde ein blühender Garten

Wenige Jahre zuvor war der Garten der Schäfers noch eine öde Fläche gewesen. Als das Paar aus dem Baden-Württembergischen begann, seinen Garten in Rheinsberg zu gestalten, standen dort nur ein paar Gänsezäune, sonst nichts. Die Schäfers pflanzten Bäume, legten Blumeninseln an und strichen die Nebengebäude in warmem Dunkelrot. Die eigentlichen Arbeiten am Gedankenpfad-Projekt fingen schließlich vor zwei Jahren an. Schäfer goss Fundamente für die späteren Plastiken.

Bis zur Langen Nacht der Künste im November wollen die Schäfers ihren Garten offen halten. Von donnerstags bis sonntags sollen Interessierte auf dem Pfad wandeln und darüber nachdenken können, was Reformation heute zu bedeuten hat. Wer möchte, kann sich von Schäfer auch über den Pfad führen lassen. Schäfer, der lange in der Beruflichen Bildung der Telekom Jugendliche für eigenes Denken begeistern wollte, freut sich auf spannende Gespräche. Aufdrängeln will er sich nicht. „Natürlich kann auch jeder allein gehen.“

Brunnen der zehn Gebote

Eine der vielleicht schönsten Stationen auf dem Gedankenpfad: der Zehn-Gebote-Brunnen. Die Gebote würden heute oft als Verbote missverstanden, glaubt Schäfer. Der 61-Jährige will die Gebote dagegen auf ihren Ursprungstext zurückgeführt wissen. „Die Gebote sind zu unserem Schutz da, nicht zu unserer Maßregelung“, sagt er. Im Brunnen sind die zehn Gebote deshalb als Mantel dargestellt, aus dem Wasser fließt.

Im Laufe seiner Recherchen hat Schäfer hat einen Datenbestand von 100 Gigabyte angesammelt. „Ich habe unheimlich viel gelesen“, sagt er. Längst ist er sich sicher, dass es in der Bibel viele Verweise auf heutige politische Verwerfungen gibt. „Es war auch für uns eine spannende Reise, die wir da angetreten sind.“

Der Gedankenpfad wird am Sonntag, 4. Juni, um 15 Uhr eröffnet. Zur Eröffnungsfeier werden eine Kami­shibai-Vorführung (Papiertheater) zum Leben Luthers und ein Imbiss geboten. Werner und Gisela Schäfer öffnen ihren Garten in der Schwanower Straße 6 bis 5. November immer donnerstags bis sonntags –

Von Frauke Herweg

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