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Ostprignitz-Ruppin Gefährliche Kreuzungen in der Innenstadt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Gefährliche Kreuzungen in der Innenstadt
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17:14 29.03.2016
Die Kreuzung August-Bebel-/Schinkelstraße. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Wer im Verkehr in der Neuruppiner Innenstadt unterwegs ist, der braucht ein wachsames Auge. An jeder Ecke lauert eine potenzielle Gefahr. Die breiten Straßen und die vielen Rechts-vor-Links-Kreuzungen stellen die Passanten auf die Geduldsprobe.

80 Mal krachte es im Neuruppiner Stadtgebiet im Jahr 2015 nach Missachtung von Vorfahrts- und Vorrangsregeln. 17 Fahrzeuginsassen wurden dabei verletzt, einer getötet. Viermal waren Radfahrer involviert, Fußgänger – als schwächstes Glied der Kette – glücklicherweise nicht. Die Zahlen der Polizeidirektion Nord beziehen sich zwar auf das gesamte Stadtgebiet – also auch die Ortsteile – doch gerade die Innenstadt ist ein gefährliches Pflaster.

Kaum jemand hält sich an die Regeln

Fahrlehrer Mario Brandt erlebt täglich Situationen, in denen der Straßenverkehr anders abläuft, als vom Gesetz her gedacht. „Dass sich alle an die Regeln halten, ist eher die Ausnahme“, so der Inhaber der Fahrschule Meng in der August-Bebel-Straße. Brandt hat vor allem zwei Verhaltensmuster ausgemacht. Auf der einen Seite Ignoranz von Fahrern, die sich ihre Vorfahrt einfach nehmen, auf der anderen Seite übergroße Vorsicht bei eigentlich klaren Situationen.

So ist in der Straßenverkehrsordnung beispielsweise geregelt, dass Fußgänger Vorrang haben, wenn ein Fahrzeug abbiegt. Doch oft existiert dieses Recht nur auf dem Papier. Dafür kommt es schon mal vor, dass ein Radfahrer „noch schnell durchhuscht“ oder sich ein Fußgänger selbst das Recht herausnimmt, den Verkehr in letzter Sekunde zu queren. Auch die Fahrzeughalter untereinander sind sich oft nicht grün.

Aggressionen anderer am Steuer nervt Fahrlehrer

ADAC-Verkehrspsychologin Nina Wahn sieht in der Konstruktion der Autos eine Ursache für übermütiges Fahrverhalten. „Ich sitze im Auto sehr geschützt, fast schon anonym. Da fühle ich mich sicherer“, sagt Wahn. Eine weitere Ursache sei das Fehlen von Vorbildern. Die seien gerade bei der Verkehrserziehung unabdingbar. Die Rolle der Eltern sei hier besonders groß, so die Expertin. Etwa 80 Prozent der Maßnahmen zur Unfallprävention durch die PD Nord entfielen im vergangenen Jahr auf Kinder, die sich beispielsweise bei der Radfahrprüfung oder an der Busschule beweisen durften. Erwachsene hingegen nahmen nur sporadisch an Info-Veranstaltungen teil. Laut einer Statistik des Statistischen Bundesamts aus dem Jahr 2013 sind es nicht die Fahranfänger, die für die meisten Unfälle an Kreuzungen verantwortlich sind – sondern die Senioren. Hier schnellen die Zahlen mit zunehmendem Alter in die Höhe.

Vielleicht liegt es daran, dass bei den Jüngeren die Fahrausbildung noch frisch ist und die Reflexe besser sind. Rücksichtnahme im Straßenverkehr führe jedoch mitunter zu Aggressionen anderer Fahrer. „Wenn du als Fahrschüler alles richtig machst, wirst du auch noch angehupt“, berichtet Brandt. Das Problem ist nach seinem Empfinden in der Fontanestadt ausgeprägter als andernorts – „In Wittstock hast du das Problem mit den Rechts-vor-Links-Kreuzungen gar nicht, das ist nur hier in Neuruppin so extrem“, sagt Brandt. Dass die Kreuzungen den Verkehr beruhigen, sei ja gewollt, doch durch das hohe Verkehrsaufkommen seien oft kleinere Staus die Folge. Die Bauarbeiten im Innenstadtbereich verschärften die Situation noch.

Immerhin verzeichne er inzwischen eine größere Nachfrage nach Auffrischungsfahrten von Fahrern, die sich nicht sicher hinter dem Lenkrad fühlen. Solche Angebote in Anspruch zu nehmen, dazu rät auch der ADAC.

Von Mischa Karth

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