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Gefängnis sucht ein neues Profil

JVA Wulkow Gefängnis sucht ein neues Profil

Als erste Justizvollzugsanstalt (JVA) in Brandenburg führt die JVA Wulkow bei Neuruppin einen sogenannten Wohngruppenvollzug für geeignete Gefangene ein, die vor der Entlassung stehen. Auch sonst gibt es Änderungen. Eine Folge: Der Krankenstand beim Personal in der Wulkower Anstalt sinkt.

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Auch das gehört zum Neustart in der JVA Wulkow: Häftlinge im offenen Vollzug haben dieses mehrdeutige Wandbild geschaffen, das mehrere Fächer hat. In diesen liegen Zettel, auf denen Gefangene Eindrücke und Wünsche aufgeschrieben haben, sagte Justizvollzugsobersekretärin Inge Haack.

Quelle: Andreas Vogel

Wulkow. Ein klares Bekenntnis für die Justizvollzugsanstalt (JVA) Wulkow bei Neuruppin hat am Donnerstag Brandenburgs Justizminister Stefan Ludwig (Linke) abgelegt. „Wir werden die Anstalt profilieren und wieder zu etwas Besonderem machen“, sagte Ludwig bei seinem ersten Besuch in dem Gefängnis.

Damit widersprach der Politiker vielerlei Spekulationen, wonach das Land die JVA Wulkow demnächst schließen könnte, weil es zum einen derzeit weniger Häftlinge als gedacht in Brandenburg gibt und sich zum anderen monatelang kein neuer Anstaltsleiter für Wulkow gefunden hatte. „Wir haben jetzt eine zukunftsfähige Führung“, sagte Ludwig. Denn seit Dezember 2016 leitet Wolf-Dietrich Voigt nicht allein die JVA in Wriezen (Märkisch-Oderland), sondern zugleich die in Wulkow.

Wulkow könnte Vorreiterrolle übernehmen

Zudem vermutet Ludwig, dass die Zahl der Häftlinge in Brandenburg bald wieder zunimmt – so wie es bereits in Berlin und in Sachsen der Fall ist. Demnach können Häftlinge in Sachsens Gefängnissen schon nicht mehr einzeln untergebracht werden. So einen Zustand solle es in Brandenburg nicht geben, sagte Ludwig. Vielmehr solle es auch zwischen den insgesamt fünf Vollzugsanstalten und dem Ministerium „ein neues Mitein­ander“geben, kündigte Ludwig an. Für diesen „modernen Brandenburger Vollzug“ könnte die JVA Wulkow eine Vorreiterrolle spielen. Denn in dem Gefängnis werden derzeit die Voraussetzungen für ein sogenanntes Wohngruppenkonzept geschaffen. Dabei geht es darum, Häftlinge besser als bisher auf das Leben nach dem Gefängnis vorzubereiten. Das Ziel ist klar: Sie sollen möglichst nicht wieder straffällig werden.

Justizminister Stefan Ludwig und Anstaltsleiter Wolf-Dietrich Voigt (r)

Justizminister Stefan Ludwig und Anstaltsleiter Wolf-Dietrich Voigt (r.)

Quelle: Andreas Vogel

Damit dies gelingt, will die Anstalt in Wulkow nicht allein mit dem Arbeitsamt kooperieren, sondern auch mit mehreren freien Trägern. Ein erstes Gespräch mit Vertretern der Vereine und Behörden fand dazu am Donnerstag in Wulkow statt. „Wir sind gut vorangekommen“, sagte JVA-Chef Voigt, ohne jedoch Details zu den Gesprächen zu nennen. Gleichwohl begrüßte Justizminister Ludwig das Projekt ausdrücklich. „Es gilt, möglichst früh passgenaue Angebote für geeignete Häftlinge zu entwickeln, die vor ihrer Entlassung stehen.“ In Sachsen arbeiten die Gefängnisse schon seit Längerem mit den Arbeitsämtern zusammen, damit nach der Haft ein möglichst straffreies Leben beginnt.

Platz für 160 Häftlinge

In der JVA Wulkow ist laut dem neuen Landes-Gefängnis-Konzept Platz für 100 Untersuchungshäftlinge sowie für 60 Strafgefangene, von denen 30 im offenen Vollzug untergebracht sind. Welche Häftlinge für das Wohngruppenkonzept geeignet sind, das soll in den nächsten Wochen und Monaten herausgefunden werden. Das Gefängnis will dazu extra einen Arbeitstherapeuten, der die Häftlinge auf die Tätigkeit außerhalb der Gefängnismauern vorbereiten soll, sowie einen Sozialpädagogen einstellen. Genügend Bewerbungen liegen bereits vor, so dass die Stellen wohl bis zum Herbst besetzt sind.

Die derzeitigen Veränderungen scheinen sich auch auf das Arbeitsklima in Wulkow positiv auszuwirken. Denn der Krankenstand ist laut Thomas Kresse von der Anstaltsleitung deutlich zurückgegangen. War es in der Vergangenheit keine Seltenheit, dass am Tag mehr als 30 der insgesamt 134 Mitarbeiter krank waren, sind es inzwischen weniger als 20 Kranke pro Tag.

Von Andreas Vogel

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