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„Gefahr für Leib, Leben und Eigentum“

Eiche an Seemühlenzufahrt in Wusterhausen soll gefällt werden „Gefahr für Leib, Leben und Eigentum“

In Wusterhausen soll eine Eiche gefällt werden, die zu DDR-Zeiten Naturdenkmal galt. Doch weil die Eiche immer wieder Äste verliert, soll sie nun endgültig gefällt werden. Umweltfreunde hatten sich dafür eingesetzt, dass der Baum bleiben darf. Freitag soll der Baum nun aber endgültig weg.

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Ein bis zu 40 Zentimeter dicker Ast krachte auf den Zaun.

Quelle: Privat

Wusterhausen.  Ein mächtiger Ast hat den Gartenzaun von Joachim Kröhnert in Wusterhausen zertrümmert. „Es war nur Glück, dass keinem Menschen etwas passierte“, sagt Kröhnert, für den das Maß damit voll war. Er ging Anfang dieser Woche zur Polizei und zeigte den Vorfall an.

Schon seit Langem forderte er von der Gemeinde, den Baum zu entfernen. Doch zuletzt setzte sich der Wusterhausener Günter Kerfin für diese Seemühleneiche ein. Nachweislich stamme sie aus der Bauzeit des für die Stadt bedeutsamen historischen Gebäudes. Die Eiche habe bereits zu DDR-Zeiten als Naturdenkmal gegolten. Daher beantragte Kerfin nun die erneute Unterschutzstellung. Wegen des jüngsten Vorfalls jedoch musste Bürgermeister Roman Blank reagieren, wie dieser sagt. Blank spricht von einem „erneuten Beinaheunfall“ und sieht sich „gezwungen, die Eiche in den nächsten Tagen fällen zu lassen“. Als Termin ist von Freitag die Rede.

Blank teilt mit: „Wir bedauern sehr, dass der Baum nicht zu retten ist, aber die Sicherheit der Bürger hat Vorrang, zumal jederzeit auch ein Ast auf die Kyritzer Straße fallen kann, und wir reden hier von richtig großen Ästen.“ Dem Landkreis gegenüber zeigte er das Vorhaben an als „Maßnahme der Gefahrenabwehr, Gefahr im Verzug“. Die Eiche an der L142, Höhe der Brücke über die Klempnitz, werde er deshalb „aufgrund des Vorliegens einer unmittelbaren Gefahr für Leib, Leben und Eigentum der Allgemeinheit in den nächsten Tagen fällen lassen“. Zugleich beantragte der Bürgermeister, das Verfahren zur Unterschutzstellung abzubrechen.

Zwar verweist Blank auf „ein aufwendiges Gutachten zur Vitalität und Standsicherheit des Baumes“. Es entstand jüngst aufgrund des Protestes, die Eiche wegen ihrer Bedeutung zu erhalten. Und dieses Gutachten ergab laut Blank auch, „dass der Baum zwar nicht mehr sehr vital sei, aber bei Durchführung kleinerer Pflegeschnitte standsicher sei und keine Gefahr von ihm ausgehe“. Doch angesichts des erneuten Astbruchs auch ohne nennenswerten Wind gebe es nun keine Alternative mehr. „Es handelt sich um einen Ast von 40 Zentimetern Durchmesser an der Bruchstelle – eine tödliche Gefahr. Das Ergebnis des Gutachtens ist aus unserer Sicht damit ad absurdum geführt.“ Doch das sieht Günter Kerfin anders: „Das Gutachten war teilweise fehlerhaft, etwa im Straßenabstand, in der Art des Bodens und weiteres. Trotzdem ist der Gutachter von der Erhaltungsfähigkeit ausgegangen und hat der Stadt für Mai 2015 einen vorsorglichen Baumschnitt empfohlen. Diese Maßnahmen wurden nicht durchgeführt. Bedingt dadurch kam es am Wochenende zum Ausbruch eines Astes.“

Im April hatte Kerfin eine Liste mit 250 Unterschriften zum Erhalt der Eiche dem Kreistag vorgelegt. „Zur Erklärung eines Naturdenkmals ist nur noch ein geringer Schritt in Form von Formulierungen laut gesetzlicher Vorgaben notwendig gewesen.“ Daher plädiert Kerfin dafür, die Fällung zu stoppen, bis es „zur Klärung des Sachverhaltes“ kommt: „Die überstürzten Maßnahmen schaffen nur vollendete Tatsachen und nützen nicht dem Allgemeinwohl.“

Von Matthias Anke

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