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Gefahr unter der Molchowbrücke

Molchow Gefahr unter der Molchowbrücke

Panzerfäuste, Handgranaten, Waffen: Seit Anfang August haben Taucher rund um die Molchowbrücke schon eine Menge hoch gefährlichen Schrotts aus dem Rhin geborgen. Der Kampfmittelräumdienst der Polizei lässt den Grund des Flusses in Molchow überprüfen, bevor die Brücke abgerissen werden darf. Die Suche wird noch Wochen dauern.

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Seit vier Wochen suchen Taucher den Grund des Rhins 40 Meter rechts und links der Molchowbrücke ab.

Quelle: Peter Geisler

Molchow. Die Munitionssuche an der Brücke in Molchow wird länger dauern, als zunächst angekündigt. Seit Anfang August untersuchen Kampfmitteltaucher dort den Grund des Rhins. Was sie bisher zutage gefördert haben, ist erschreckend: vier Handgranaten, eine Panzermine, drei Panzerfäuste und acht Waffen von der Pistole bis zum Karabiner. Selbst Gerd Fleischhauer vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Polizei ist beeindruckt von der Liste: „Das zeigt, dass die Entscheidung richtig war, dort suchen zu lassen.“

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hatte die Suche im Wasser angeordnet, nachdem klar war, dass die Stadt demnächst beginnen will, die Reste der Brücke abzureißen und alles für eine Neubau vorzubereiten. Im Dorf hatte es schon lange Gerüchte gegeben, dass im Wasser auf jeden Fall etwas zu finden ist. Im vergangenen Sommer waren die Munitionsexperten der Polizei alarmiert worden, als jemand dort eine Granate entdeckt hatte. Die Fachleute der Polizei in Wünsdorf hatten deshalb darauf bestanden, dass der Fluss in diesem Bereich abgesucht werden muss, bevor dort größeren Maschinen arbeiten dürfen.

Taucher suchen jeden Quadratmeter des Bodens rund um die Brücke ab

Taucher suchen jeden Quadratmeter des Bodens rund um die Brücke ab

Quelle: Peter Geisler

Waffen und Munition waren eindeutig deutscher Bauart und stammen wohl noch aus dem Zweiten Weltkrieg. Wie sie im Wasser gelandet sind, kann heute keiner mehr genau sagen. Doch überall hatten Soldaten am Ende des Kriegs versucht, schnell alles loszuwerden. Brücken schienen der ideale Ort, im Wasser zu versenken, womit keiner von der Sowjetarmee gestellt werden wollten. Auch viele Einwohner der angrenzenden Orte nutzten die Brücken als Ort, gefährliche Funde schnell zu entsorgen, etwa Granaten, die sie entdeckt hatten.

Meter für Meter arbeiten sich Taucher seit vier Wochen über den Grund des Rhin. Mit speziellen Metallsonden untersuchen sie jedes Fleckchen. Für die Suche haben sie morgens jeweils für einige Stunden auch die Fahrrinne gesperrt; dann können Schiffe und größere Boote nicht passieren. „Mit der Fahrrinne sind wir aber fast fertig“, sagt Gerd Fleischhauer. In den nächsten Wochen werden sich die Taucher auf die Randbereiche konzentrieren.

Munition und Waffen liegen zwischen Schrott und Müll

Erschwert wird die Munitionssuche durch jede Menge Müll und Schrott. Von Fahrrädern bis Kinderwagenteilen und Konservendosen fischen die Taucher alles mögliche aus dem Wasser. Für Gerd Fleischhauer ist das nicht überrascht; rund um Brücken findet sich fast überall derartiges Müll: „Alles, was man auf einer Brücke so verlieren kann.“

Granaten und Panzerfäuste liegen irgendwo dazwischen. Auch nach mehr als 70 Jahren im Wasser sind die noch immer hoch gefährlich. Manche sogar gefährlicher als früher, wenn die Konstruktion rund um den eigentlichen Sprengstoff verrottet ist. Die Kampfmittelexperten der Polizei haben alle Funde sichergestellt und bringen sie nach Kummersdorf südlich von Berlin. Dort wird alles gesprengt und so unschädlich gemacht.

Drei bis vier Woche wird die Munitionssuche in Molchow voraussichtlich noch dauern. Laut Stadtverwaltung sollte sie eigentlich bis Ende August beendet sein. Das ist nicht zu schaffen.

Von Reyk Grunow

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