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Ostprignitz-Ruppin Gefeierte Premiere in Rheinsberg
Lokales Ostprignitz-Ruppin Gefeierte Premiere in Rheinsberg
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16:26 10.01.2016
Fitness auf Deck – mit der mysteriösen Elena. Quelle: Peter Geisler
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Rheinsberg

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Wenn es dann noch eine so spannende Tour ist, wie die Passagiere der MS Caramel sie erleben dürfen, gilt das erst recht. Sowohl die gut 50 jungen Darsteller auf der Bühne als auch die, die dahinter über Technik und Beleuchtung wachen, haben jede Menge Spaß bei der Premiere des Kindermusicals „Der blinde Passagier“ – von den Zuschauern im dicht gefüllten Schlosstheater Rheinsberg ganz zu schweigen. Atemlos verfolgen sie das turbulente Treiben auf der Bühne, auf der ein ganzes Universum menschlicher Sehnsüchte und Wünsche, Eitelkeiten und Kuriositäten, Triebkräfte und kriminellen Potenziale ausgebreitet wird – alles in der kleinen glitzernden Welt eines Kreuzfahrtschiffes.

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Mit „Der blinde Passagier“ von Michael Wudick bringen Schülerinnen und Schüler der Rheinsberger Schulen im Januar 2016 bereits im dreizehnten Jahr ein professionell gemachtes Musical zur Aufführung im Rheinsberger Schlosstheater. Die Choreographie besorgte Angela Fiedler, die künstlerische Leitung hat Stefan Labenz.

Das Musical, geschrieben von Stefan Labenz und vertont von Micha Wudick, war bereits 2013 in Rheinsberg zu sehen. Jedes Jahr stemmen die Schüler der Rheinsberger Schulen diesen Kraftakt: die Theater-AG, der Chor, die Band. Auch bei den Kostümen und der Bühne helfen viele Schüler mit – das Musical-Projekt ist mittlerweile feste Größe in der Prinzenstadt. Labenz, der in Berlin Lehrer ist, holt darüber hinaus einige seiner eigenen Schüler mit ins Boot, die Musikakademie stiftet seit Jahren den Saal des Schlosstheaters für das ambitionierte Vorhaben.

Das inzwischen 14. Musical erlebt am Freitagabend seine Premiere. Obschon es keine Uraufführung ist – es ist viel neu im „Blinden Passagier“. Nicht nur, dass viele der ehemals Kleinen in andere, größere Rollen hineingewachsen sind, Regisseur Labenz hat auch die Rollen „geschärft“. Etwa die des Kapitäns, der ein waschechtes Hamburger Platt spricht, mit vielen spitzen „sp“ und „st“. Das ist vergnüglich anzuhören. Für Hauptdarsteller Merlin Gendt eine neue Herausforderung, zumal der lange Schlaks auch noch das Fach wechseln musste: 2013 spielte er noch den aalglatten Bösewicht Maximus, in diesem Jahr schlüpfte er in die Rolle des Kapitäns und musste dafür seinen Charakter um 180 Grad drehen. Der Kapitän ist alles andere als ein Schwerenöter in Uniform, auf den die Frauen fliegen. Vielmehr gibt er sich zuvorkommend, höflich, aber auch linkisch-schüchtern, mit einem ausgeprägten Hang zu schwärmerischer Romantik – die ihn am Ende aber doch sein Glück finden lässt.

Und seine Tochter, von der er gar nichts wusste. Die kesse Göre schmuggelt sich als blinder Passagier an Bord, um den Vater zu suchen, nicht ahnend, dass er just auf diesem Schiff arbeitet. Hilfe bekommt die Tochter vom „echten blinden Passagier“ Finn und dessen neuen Freunden. Finn – schön gespielt von Ole Förster – ist der Sohn der Schicki-Micki-Tussi Ricarda, deren funkelndes Diamantcollier die Begehrlichkeit des schicksalgeplagten Maximus weckt. Und schon steckt der Zuschauer mittendrin im Sumpf aus Verbrechen und falschen Identitäten. Ist die Vizeweltmeisterin Elena wirklich das, was sie vorgibt? Zugegeben, ihre Aerobic-Kurse auf dem Deck haben Klasse. Aber warum singt die Frau mit dem stark russischen Akzent auf einmal akzentfrei? Oder war es die roulettesüchtige Roxy, die das Collier klaute, um ihre Spielsucht zu finanzieren? Fragen über Fragen. Und am Ende wird alles gut. Nicht zuletzt, weil auch die Möwen an Bord einiges zu sagen haben – und zu tun. Der Song „Drauf geschissen“ sagt wohl alles. Die Grundschüler schießen beim Publikum schier den Vogel ab.

Das jugendliche Ensemble fegt mit Rasanz über die Schiffsplanken: mit einem guten Mix aus Soli und Chor, Tanz und geschliffenen Dialogen. Hut ab für die mitreißende Musik und Regie sowie die Kostüme Karoline Sickers und Angelina Fiedlers Choreografie – für ein Schülerensemble ist das Gezeigte wahrlich beachtlich. Chapeau auch für die Solisten: „Ab in Rrreihe! Klappe. Still“, donnert Anna-Lena Franck alias Elena im pinken Dress ihre Turngruppe an, bevor sie über die Bühne wirbelt wie ein Springteufelchen. Jaimy-Lee Hill als blinder Passagier Josephine verfügt über ein beachtliches Stimmpotenzial, ihre Songs gehen unter die Haut. Auch der Kapitän genießt viele Sympathiepunkte bei der immer wieder klatschenden Menge. Annika Westerhold singt mit karikaturistisch überspitztem Tremolo über der Rockröhren-Stimme die reiche Ricarda, die am Ende erkennt: Diamanten sind nicht alles .

„Wir singen die Lieder immer alle zusammen“, erzählt Annikas kleine Schwester Kacy, die im Zuschauerraum ihrer Schwester die Daumen drückt. Ihr gefällt es so gut, dass sie im nächsten Jahr unbedingt mitmachen will.

Von Regine Buddeke

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