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Ostprignitz-Ruppin Geflüchtete: Langer Weg zum Ausbildungsplatz
Lokales Ostprignitz-Ruppin Geflüchtete: Langer Weg zum Ausbildungsplatz
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00:19 10.12.2017
Kurdistan Rasho hat schon viele Jahre als Friseurin gearbeitet. In Deutschland macht sie Praktikum – auch um besser Deutsch zu lernen. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Es ist ein langer Weg. Aber Kurdistan Rasho möchte ihn gehen. Bei einem Neuruppiner Friseur absolviert die junge Frau aus dem syrischen Aleppo derzeit eine so genannte Einstiegsqualifizierung, eine Art Langzeitpraktikum. Im kommenden Jahr, so hofft die 22-Jährige, kann sie in diesem Betrieb eine Ausbildung als Friseurin beginnen.

Eigentlich hat Rasho, die vor dem Bombenhagel in ihrer Heimatstadt zunächst in die Türkei und dann nach Deutschland flüchtete, bereits eine Ausbildung als Friseurin in Aleppo absolviert. Sie hat sogar einige Berufserfahrung – drei Jahre schnitt sie in einem Istanbuler Friseursalon Haare. Doch Rasho kann dafür keine Zeugnisse vorlegen. In der durchgeregelten deutschen Arbeitswelt heißt das: noch einmal von vorn beginnen.

Ohne zertifizierte Ausbildung bleiben nur Hilfsarbeiten

„Es gibt leider keine einfache Abkürzung“, sagt Matthias Drescher vom Jobcenter des Landkreises. Erst die zertifizierte Ausbildung ebnet den Weg in den deutschen Arbeitsmarkt. Ansonsten blieben für Flüchtlinge, die keine Zeugnisse vorlegen können, meist nur Hilfsarbeiten.

In der Einstiegsqualifizierung versucht Rasho, die Deutschkenntnisse zu erwerben, die sie für den Alltagskontakt mit den Kunden und das Gespräch mit ihren Kollegen braucht. Zwar hat auch Rasho einen mehrmonatigen Integrationssprachkurs besucht, bei dem sie bereits Deutsch lernte. Wie bei anderen Absolventen auch, so Drescher, hätten die Sprachkenntnisse hinterher jedoch nicht ausgereicht, um eine Ausbildung zu beginnen.

130 Euro zusätzlich für ein Vollzeitpraktikum

Im September begann Rasho mit ihrem Langzeitpraktikum. Sie ist die erste geflüchtete Frau in Brandenburg, die eine solche Qualifizierung begonnen hat. Der finanzielle Anreiz ist bescheiden – für das Vollzeitpraktikum erhält sie monatlich gerade mal 130 Euro zusätzlich zu den Leistungen des Jobcenters. Dennoch ist Rasho froh über ihr Ein-Jahres-Praktikum. „Ich will unbedingt wieder als Friseurin arbeiten.“

Derzeit absolvieren in Ostprignitz-Ruppin fünf Geflüchtete eine Einstiegsqualifizierung. Sie wollen Friseur, Tischler oder KFZ-Mechatroniker werden. Läuft es gut, so verkürzt sich ihre spätere Ausbildung um ein halbes Jahr.

Keine zusätzlichen Kosten für den Arbeitgeber

Für einen Arbeitgeber, der eine Einstiegsqualifizierung anbietet, entstehen keine zusätzlichen Kosten. Allerdings weiß auch Drescher, dass die Betreuung der Praktikanten „sehr personalintensiv“ ist. Ein Erfolg ist nicht unbedingt garantiert. In einem Fall hat Drescher bereits erlebt, dass ein Praktikant abgebrochen hat.

Etwa 60 Prozent aller Geflüchteten, die Drescher betreut, können aus ihren Heimatländern keine Zeugnisse über ihre Berufsqualifikationen mitbringen. Mitunter ist die Anerkennung dieser Zeugnisse auch sehr schwierig. Auch deshalb wirbt Drescher für ein Langzeitpraktikum. „Bei jungen Menschen ist das absolut sinnvoll.“

Das Jobcenter des Landkreises betreut derzeit 937 Menschen ausländischer Herkunft – 627 von ihnen sind erwerbsfähig. Nur 35 Prozent sind tatsächlich arbeitslos. Die Übrigen absolvieren Sprachkurse, Qualifizierungen oder andere Vermittlungsangebote, sind im Mutterschutz, in der Elternzeit oder haben noch keine Kinderbetreuung oder besuchen die Schule.

Von Frauke Herweg

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