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Ostprignitz-Ruppin Geflügelpest: Töten allein genügt nicht
Lokales Ostprignitz-Ruppin Geflügelpest: Töten allein genügt nicht
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00:18 19.02.2017
Diese auffälligen Schilder grenzen das Beobachtungsgebiet ab. Sie wurden allerdings auch schon mehrfach gestohlen. Quelle: Björn Wagener
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Wittstock

Eine Woche nach dem jüngsten Fall von Geflügelpest in Heiligengrabe sind die 4200 Puten längst tot und die Sperrbezirke und Beobachtungsgebiete mit Schildern abgesteckt. Auf MAZ-Nachfrage geht Amtstierärztin Simone Heiland näher auf den konkreten Fall ein. Die Puten seien dort mit Kohlenstoffdioxid (CO2) getötet worden, „aber da gibt es unterschiedliche Verfahren“, sagt sie. Es komme immer auf die Größe des Bestandes und auf die Tierarten an. Wichtig sei vor allem, dass der Übergang vom Leben in den Tod so schonend wie möglich vonstatten gehe. Da die Betreiber der Anlagen für die Umsetzung verantwortlich seien, hätten sie sich meist schon gedanklich auf solche Situationen vorbereitet.

In Sachsen-Anhalt verbrannt

Die Kadaver aus Heiligengrabe seien in einer entsprechenden Tierkörperbeseitigungsanlage in Sachsen-Anhalt verbrannt worden. Wenn es um hoch ansteckende Erreger geht, komme nur diese Art der Beseitigung in Frage. Finanzieren müsse das alles der Mastbetrieb, allerdings könnten sich Betreiber solcher Anlagen über die Tierseuchenkasse absichern. Wer dorthin regelmäßig seinen Beitrag zahlt, könne mit einer Entschädigung rechnen. Der entsprechende Antrag müsse innerhalb von 30 Tagen an das Amt für Verbraucherschutz und Landwirtschaft des Landkreises gerichtet werden, das ihn dann an die Tierseuchenkasse weiterleite. „Die Betriebe müssen allerdings auch Verdachtsfälle melden.“

Wird das Virus dann tatsächlich nachgewiesen, sei es mit dem Töten des gesamten Tierbestandes für einen Mäster aber noch längst nicht getan. Schließlich dürften die Ställe keineswegs einfach so wieder mit neuen Vögeln bestückt werden, betont Simone Heiland. Vielmehr müssten dann mehrere Reinigungs- und Desinfektionszyklen eingehalten werden, von denen jeder einzelne eine amtliche Überprüfung nach sich ziehe. Danach müsse eine Anlage überdies 21 Tage lang leer stehen.

Ein langes Prozedere

„Das Ganze ist ein langes Prozedere, bei dem die Sicherheit oberste Priorität hat.“ Deshalb wurden nach dem Auftreten der Geflügelpest in Heiligengrabe auch ein Sperrbezirk und ein Beobachtungsgebiet ausgeschildert. Vögel und tierische Erzeugnisse dürfen nicht in oder aus diese Zonen transportiert werden. Problem: „Diese Schilder werden oftmals gestohlen, samt Mast und Fuß“, berichtet Simone Heiland. Das sei „sehr unschön“, weil die Abgrenzung der Gebiete eine wichtige Information für die Geflügelhalter ist.

Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann möchte darüber hinaus die Einwohner zusätzlich für die Geflügelpest sensibilisieren. Wer etwa einen Vogel beobachtet, der sich auffällig verhält oder einen kranken Eindruck macht, solle nicht zögern und das Veterinäramt des Landkreises informieren.

Kontakt zum Veterinäramt des Landkreises Ostprignitz-Ruppin ist möglich unter Tel.: 03391/6 88 39 01 oder E-Mail: veterinaeramt@opr.de.

Von Björn Wagener

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