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Gegen Rückenschmerz hilft mehr Bewegung

Neuruppin Gegen Rückenschmerz hilft mehr Bewegung

Viele haben Probleme, ihren inneren Schweinehund zu besiegen. Dabei reichen schon zwei, drei Stunden Bewegung in der Woche aus, damit der Rücken nicht schmerzt. Ist das der Fall, kann eine klassische Massage ebenso helfen wie eine Behandlung bei einem Osteopathen, sagt Schmerztherapeutin Nicola Apitz von den Ruppiner Kliniken.

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Nicola Apitz ist leitende Schmerztherapeutin der Ruppiner Kliniken. Sie ist in Berlin aufgewachsen und arbeitet seit elf Jahren in Neuruppin.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Bei Rückenschmerzen gibt es für Nicola Apitz kein entweder „Ich muss unbedingt mal wieder zur Massage“ oder „Ich brauche dringend eine Behandlung bei einem Osteopathen“. Für die leitende Schmerztherapeutin der Ruppiner Kliniken haben beide Anwendungen ihr Gutes für den geplagten Rücken des Patienten – auch wenn es natürlich einen Unterschied zwischen Massage und Behandlung bei einem Osteopathen gibt.

„Bei der klassischen Massage wird die verspannte Muskulatur behandelt und dadurch gelöst“, sagt die Neurologin. Das sei beispielsweise zu empfehlen, wenn ein Patient unter einem Hexenschuss leidet. In vielen Fällen kann da ein Physiotherapeut schon durch eine Massage von 20 oder 30 Minuten helfen. Für den Patienten ist das meist ein eher passives Manöver: Er wird, lax gesagt, durchgeknetet, damit sich die Verspannung in seinen Muskeln löst.

Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit

Der Osteopath schaut sich indes den gesamten Körper an. Er will mit Hilfe des Patienten nicht nur den akuten Schmerz behandeln, der in den meisten Fällen nur ein Symptom ist, mit dem der Körper auf etwas Unangenehmes reagiert. Vielmehr geht es bei einer Behandlung beim Osteopathen darum, die Ursachen für den schmerzenden Rücken zu finden. „Vielleicht sind ja auch das Kopf- und das Kniegelenk blockiert“, sagt Apitz. Um das zu erkennen, braucht es etwas Zeit. Eine Behandlung beim Osteopathen dauert im Schnitt eine Stunde. Die Ärztin, die aus Hannover stammt und in Berlin groß geworden ist, empfiehlt den Gang zu einem Osteopathen all den Patienten, die schon länger unter Rückenschmerzen leiden. Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit. Laut der Barmer-Krankenkasse leiden 85 Prozent aller Deutschen irgendwann im Leben an Rückenschmerzen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Neben Bewegungsmangel können ebenfalls Stress und einseitige körperliche Belastungen die Schmerzen im Rücken auslösen. Ursache können ebenfalls eine Erkrankung der Wirbelsäule oder falsche Bewegungen sein.

Ärztin ist zweimal in der Woche im Fitnessstudio

Apitz selbst unternimmt einiges, um sich und ihren Rücken fit zu halten. Die 47-Jährige geht zweimal in der Woche ins Fitnessstudio – einmal, um für eine Stunde ihre Ausdauer zu trainieren, einmal für das Muskeltraining. Außerdem gönnt sich die Ärztin, die bei Visiten auch immer mal drei Stunden am Stück stehen muss, zweimal im Monat eine Behandlung. Entweder geht sie zu einem Osteopathen oder macht eine manuelle Therapie. „Das ist ein Zwischending zwischen Krankengymnastik und Osteopathie“, sagt Apitz. Der Therapeut spürt dabei mit seinen Händen nach Blockierungen, Fehlbelastungen und Verspannungen im Körper. Abgerundet wird diese Behandlung oft mit Fango: Der Patient steigt in eine Wanne mit warmem Mineralschlamm. „Der Muskulatur bekommt die Wärme gut. Sie kann entspannen und verkrampft nicht“, sagt die Schmerztherapeutin.

Sie empfiehlt ihren Patienten generell viel Bewegung wie Laufen und Radfahren sowie zudem hin und wieder eine Rückenschule. Die meisten Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Behandlung. Meist müssen Patienten lediglich einen Eigenanteil von 20 Prozent aufbringen.

Von Andreas Vogel

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