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Gegenwind für den Motocrossverein

Biesen Gegenwind für den Motocrossverein

Zu viel Lärm, zu wenig Transparenz: Viele Biesener fühlen sich von den Crossfahrern des MX Wittstock/Dosse übergangen und stemmen sich gegen dessen Pläne. Auf der Ortsbeiratssitzung am Mittwochabend gab es jede Menge Zündstoff.

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Die Beiratssitzung musste wegen der außergewönlich vielen Gäste sogar in den Feuerwehrraum verlegt werden.

Quelle: Björn Wagener

Biesen. In Biesen brennt die Luft. Viele Einwohner stemmen sich gegen den noch jungen Motocrossverein MX Wittstock/Dosse. Der hat sich am Ortsrand eine Rennstrecke gebaut, die kurz vor der offiziellen Genehmigung steht. Gefahren werden soll künftig dreimal wöchentlich, dienstags, donnerstags und samstags, jedoch niemals vor 9 und nach 19 Uhr, kündigte Vereinsvorsitzender Andy Gerks auf der Ortsbeiratssitzung am Mittwochabend an. Das bringt vor allem jene Einwohner auf die Barrikaden, deren Häuser ganz in der Nähe stehen, mitunter nur 350 Meter entfernt. Doch viele Leute fürchten nicht nur den Lärm und einen möglichen Wertverlust ihrer Häuser, sondern werfen dem Verein auch vor, nicht transparent genug zu arbeiten. All das sorgte für auf der Sitzung am Mittwochabend, an der etwa 30 Gäste teilnahmen, für jede Menge Zündstoff.

Trainingszeiten kommen auf dem Prüfstand

Das Zwischenfazit sieht zunächst einmal so aus: Der Vereinsvorstand werde sich nun noch einmal damit befassen, ob die anvisierten Trainingszeiten tatsächlich in dieser Form in den Genehmigungsantrag für die Strecke eingebracht oder doch noch einmal verändert werden sollen. Andy Gerks kündigte an, die Dorfgemeinschaft künftig frühzeitig über Vorhaben des Vereins informieren zu wollen, sobald der Vorstand Entscheidungen getroffen hat. Verstärkt wurde Gerks an dem Abend vom zweiten Vorsitzenden Daniel Weyer und dem Jugendtrainer Enrico Döscher, der auch im Verein MC Dreetz aktiv ist. Letzterer hatte sogar Verständnis für die Nöte der Anwohner: „Sie möchten natürlich wissen, was hier passiert und wann etwas passiert. Das kann ich verstehen“, sagte er. Der Vereinsvorstand begründete seine bisherige Zurückhaltung bei konkreten Aussagen damit, dass die Strecke noch nicht genehmigt und deshalb vieles noch nicht absehbar sei. Genau dort setzte aber die Kritik der Anwohner an. Sie hätten sich gewünscht, von Anfang an mit einbezogen worden zu sein. Jetzt, so die Kritik, ist die Rennstrecke da – und die Genehmigung nur noch eine Frage der Zeit. Grundsätzliche Diskussionen darüber, ob es gut ist, überhaupt eine Motocrossstrecke in Biesen so nah an der Wohnbebauung errichten zu wollen, seien auf diese Weise von vornherein ausgeschlossen worden.

„Nehmen Sie das Dorf doch mit“

„Nehmen Sie das Dorf bei ihren Plänen doch mit.“ Auch gab es Stimmen, die nun fürchten, dass künftig große Motocross-Wettkämpfe in Biesen stattfinden könnten, wenn die Strecke erst genehmigt ist – und zusätzlich Lärm und Belastung durch starken Verkehr oder wildes Parken ins Dorf tragen könnten. Aus der Runde kamen Fragen, ob die Bauten, die auf dem Gelände stehen denn auch genehmigt seien oder ob das Treiben nicht brütende Mehlschwalben stören könnte. Ein Gast, der sich selbst als Motorsport-Fan bezeichnet, betonte, dass er nicht gegen die Jugendförderung in der Freizeitarbeit des Motocrossvereins sei. Vielmehr sehe er die Immissionen, die mit dem Fahren einhergehen, den Lärm und die Nähe zu den Wohnhäusern kritisch, vor allem im Hinblick auf die genannten Samstagsfahrzeiten. „Das schränkt die Erholung am Wochenende doch stark ein.“ Unterstützung bekam er von anderen aus der Runde, die darauf verwiesen, dass Schichtarbeiter kaum mehr zur Ruhe kämen, denn zum Straßenlärm komme nun auch noch der Motorradlärm. Andy Gerks entgegnete, dass es möglich wäre, einen Lärmschutzwall zu errichten oder auch an den Motorrädern selbst technische Veränderungen vorzunehmen, die ihre Lautstärke reduzieren. Er betonte, dass der Verein um ein gutes Miteinander in der Dorfgemeinschaft bemüht sei und lud Interessenten auch dazu ein, sich selbst ein Bild vom Vereinsgelände zu machen.

„Ein Konzept muss her, und es muss öffentlich sein“

Auch nach fast anderthalbstündiger Diskussion war klar: Der Interessenskonflikt ist noch längst nicht ausgetragen. „Es muss ein Konzept auf den Tisch, und es muss öffentlich sein“, brachte Ortsvorsteher Burkhard Schultz die Dinge mit Blick auf den Verein auf den Punkt. Er hatte die Beiratssitzung vom Beratungsraum kurzerhand in den angrenzenden größeren Feuerwehrraum verlegt, um genug Platz für die außergewöhnlich vielen Gäste anbieten zu können.

Von Björn Wagener

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