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Geheimfund: Katakomben und 5000 Projektile

Abriss auf Flugplatz Alt daber Geheimfund: Katakomben und 5000 Projektile

Die meisten Gebäude auf dem ehemaligen Militärflugplatz in Alt Daber werden in den kommenden Monaten abgerissen, dazu gehören vor allem die Mannschaftsunterkünfte, die Wehrmacht und Sowjetarmee auf dem Gelände errichtet haben. Was bleibt, sind Funktionalbauten wie Fallschirm-Packhalle und Werkstätten: Diese stehen unter Denkmalschutz.

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Von so manchem Gebäude steht bereits jetzt nur noch das gemauerte Gerippe.

Quelle: Claudia Bihler

Alt Daber. „Wenn die Abbruchfirmen erstmal angefangen haben, geht das ganz schnell“, sagt Dieter Herm, Vizebürgermeister in Wittstock – und bereits seit mehr als 20 Jahren zuständig auch für den ehemaligen Militärflugplatz in Alt Daber. In dessen Richtung weisen zur zeit an vielen Straßen der Region Wegweiser – für Rettungskräfte, denn schließlich wird as ehemalige Militärgelände – eingerichtet noch unter den Nationalsozialisten, ausgebaut und weiter genutzt nach dem Zweiten Weltkrieg von der Sowjetarmee - weitgehend geräumt.

Für Herm geht mit dem Abriss ein Kapitel zu Ende, das ihn seit 1994 beschäftigt hat: „Wir haben uns seitdem um eine Nachnutzung bemüht.“ Zumindest für ihre 180 Hektar der 410 Hektar insgesamt, die das Flughafengelände umfasst, hat die Stadt mit der großflächigen Photovoltaikanlage eine Nachnutzung gefunden. Auch auf den Flächen, die in den kommenden drei Monaten beräumt werden, werden wohl zumindest teilweise Photovoltaikanlagen aufgestellt.

Gefahren durch Altmunition auf dem Flugplatz Alt Daber

Bis dahin allerdings ist nicht nur die Abrissfirma, sondern auch ein Munitionsbergungsdienst auf dem Gelände beschäftigt. „Klar gibt es da Altlasten“, sagt Herm: „Bei der Beräumung unserer Fläche haben wir rund 5000 Projektile aller Kaliber gefunden.“ Ohnehin ist der Vizebürgermeister froh, dass in Alt Daber in den vergangenen Jahren nicht mehr passiert ist: „Baufällige Gebäude, Schatzsucher und Munitionsaltlasten hat es genug gegeben.“ Nicht nur Militärfans hatten auf dem Gelände nach „Schätzen“ gesucht: „Da sind Löcher gegraben worden, aus denen man so einfach nicht mehr raus gekommen wäre.“ Einige davon – wie auch großflächige Katakomben unter dem Komplex, wurden teilweise wieder zugeschüttet.

Der Holzschredder ist schon da

Der Holzschredder ist schon da.

Quelle: Claudia Bihler

Positiv überrascht war Herm jedoch auch – nämlich was übrige Altlasten auf dem Gelände betrifft: „Wir haben zwar sogar einen vollen Kerosintank gefunden, den nicht einmal die Russen kannten, aber als wir das Tanklager der Sowjetarmee geräumt haben, musste lediglich ein wenig Kies entfernt werden.“

Gewerbe auf dem Flugplatz Alt Daber ansiedeln

Abgerissen werden alle Bauten, die als Unterkunftsgebäude für die Armeen gedient haben – darunter das wegen seiner Länge „“Schlangenhaus“ genannte Fachwerk-Gebäude der Wehrmacht, aber auch die Unterkünfte der ehemaligen sowjetischen Rekruten. Stehen bleiben lediglich die Funktionsbauten entlang des ehemaligen Taxiways, der Rollbahn: Packhalle, Werkstatt, Schulungsgebäude beispielsweise stehen nämlich unter Denkmalschutz.Ausführliche Planungen gibt es nach Kenntnissen des Wittstocker Wirtschaftsförderers noch keine. Bis auf weiteres aber sollen die Flächen wohl für Gewerbeansiedlungen genutzt werden: „Vor allem für solche, die nicht auf eine umfassende Wasser- und Elektrizitätsversorgung angewiesen sind.“

Von Claudia Bihler

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