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Geht das Senioren-Domizil bald an Studenten?

Rentner fürchten Verlust der Unterkunft Geht das Senioren-Domizil bald an Studenten?

Aufregung herrscht beim Verein Jahresringe. Grund: Die Fontanestadt hat neue Pläne für das Haus der Begegnung. Dort könnten Studenten unterkommen und auch einen Club erhalten, während die Senioren in einen barrierefreien Neubau umziehen. Ein erster Vorschlag fiel jetzt aber durch, denn raus aus der Innenstadt treibt die Senioren nichts.

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Bis Ende 2017 soll das Neuruppiner Haus der Begegnung auf jeden Fall weiter zu Veranstaltungen in der Franz-Künstler-Straße einladen können.

Quelle: Andreas Vogel

Neuruppin. Die vergangenen Tage waren aufregend für Renate Neumann – nicht nur, weil die 72-jährige Neuruppinerin gerade wieder zur Vorsitzenden des Vereins Jahresringe gewählt wurde. Mit dieser Situation ist die einstige Kundendienstmeisterin beim KfZ-Instandsetzungsdienst bestens vertraut. Leitet Neumann den Verein für Senioren doch bereits seit 22 Jahren. Aber so viel Aufregung, Gerüchte und Unruhe wie zuletzt gab es lange nicht mehr. War doch durchgesickert, dass die Stadt neue Pläne für das Haus der Begegnung in der Franz-Künstler-Straße hat – für das Gebäude, das seit mehr als zwei Jahrzehnten Sitz des Vereines ist. Studentenwohnungen könnten dort untergebracht werden sowie ein Studentenclub, sagt Bürgermeister Jens-Peter Golde. Im Gegenzug könnte für die Senioren ein barrierefreier Treffpunkt am Standort des jetzigen Jugendtreffs „Fischbüchse“ an der Junckerstraße errichtet werden. Dort will die Neuruppiner Wohnungsbaugesellschaft (NWG) sowieso bauen. Warum also nicht ein Gebäude für Jung und Alt?

Senioren wollen im Stadtzentrum bleiben

Doch dieser Vorschlag kommt bei Renate Neumann und ihren knapp 80 Mitstreitern nicht gut an. An der Junckerstraße herrscht viel mehr Verkehr als an der Franz-Künstler-Straße. Zudem „möchten wir bitte im Stadtzentrum bleiben“, sagt Neumann. Golde, sein Sozialdezernent Thomas Fengler und NWG-Chef Robert Liefke verstehen den Wunsch – und wollen nach Möglichkeiten suchen, diesen auch zu erfüllen. „Die NWG hat noch mehrere Immobilien, die dafür infrage kommen könnten“, sagt Golde. Der Bürgermeister beruhigt die Senioren. Es gehe nicht um eine schnelle Lösung. „Bis nächstes Jahr wird mit Sicherheit noch nichts passieren.“

Gleichwohl sieht sich die Stadt in der Pflicht. Immerhin zahlt sie pro Jahr einen Zuschuss von mehr als 140 000 Euro für die alte Villa. Bei dieser handelt es sich um ein Einzeldenkmal, das die Stadt einst unter der Bedingung geschenkt bekommen hatte, dass es für einen sozialen Zweck genutzt wird. Das wäre auch als Studentenunterkunft der Fall, ist der Bürgermeister überzeugt. Golde ist überzeugt, dass dann auch alle Räume genutzt werden könnten. Derzeit ist das nicht möglich, obwohl das Haus der Begegnung, das von montags bis donnerstags ein Kaffeestübchen anbietet, bereits an seine Kapazitätsgrenze stößt. Denn ein Fahrstuhl in die oberste Etage kann aus Denkmalschutzgründen nicht eingebaut werden.

Künftiger Vertrag mit neuem Nutzer noch unklar

Mit der Nutzung durch Studenten könnte die Villa „zu neuer Blüte erwachen“, sagt Golde. Das solle allerdings erst passieren, wenn ein neues barrierefreies Objekt für die Senioren in der Innenstadt gefunden wurde, das ebenfalls einen Garten hat. Zudem ist noch unklar, wie der künftige Vertrag mit den neuen Nutzern aussehen wird. Bis das alles geklärt ist, treffen sich die Mitglieder von Jahresringe weiterhin regelmäßig in ihrem Domizil an der Franz-Künstler-Straße – am Sonnabend beispielsweise zum Tanz in den Mai, dienstags zum beliebten Spiel Rummikup oder Ende Juli zum Sommerfest.

„Wir sind ein aktives Völkchen, das auch gern reist“, sagt Vereinschefin Neumann. Besonders freut sie sich schon auf den Ausflug in die Europäische Kulturhauptstadt Breslau sowie nach Krakau. Die Busreise startete am 18. Mai. „Die 40 Plätze sind ausgebucht.“

Von Andreas Vogel

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