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Geisterblitz in Neustadt

Lesung mit Philipp Möller Geisterblitz in Neustadt

Der Autor Philipp Möller las am Donnerstagabend in Neustadt innerhalb der Reihe Literarischer Bilderbogen. Der Pädagoge und Bestsellerautor hat seine skurrilen und schockierenden Erlebnisse als Lehrer in mehreren Büchern verarbeitet. In Neustadt las er vor mehr als 70 Zuhörern, darunter viele ­Lehrer.

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Philipp Möller beim Signieren seiner Bücher – die Nachfrage war groß.

Quelle: Renate Zunke

Neustadt. Ich heiße Möller und nicht Mülla. Für den jungen Lehrer Philipp Möller ist es gar nicht so einfach, den Kids an einer Berliner Brennpunkt-Grundschule seinen richtigen Namen zu vermitteln. „Mein Name ist Möller mit ö, wie in dem Wort Döner“. Kein kluges Beispiel, muss Philipp Möller sofort feststellen.

Der Diplompädagoge und Bestsellerautor hat seine skurrilen und schockierenden Erlebnisse als Lehrer in den Büchern „Isch geh Schulhof“ und „Isch hab Geisterblitz“ verarbeitet. Daraus und aus seinem jüngsten Buch „Bin isch Freak oda was?!“ las er am Donnerstag vor mehr als 70 Zuhörern, darunter viele ­Lehrer, im Neustädter Parkhotel Sankt Georg vor.

Ohne Frage, diese Lesung innerhalb der Reihe „Literarischer Bilderbogen“ war eine unterhaltsame und es wurde sehr viel gelacht. Denn von seinen Erfahrungen an der Bildungsfront berichtet der Ex-Lehrer anschaulich und mit großem Gespür für Situationskomik. Seine Geschichten aus dem Bildungschaos sind brisant. Man kann schon ins Grübeln kommen und sich fragen: Sprechen wir alle noch eine gemeinsame Sprache oder längst aneinander vorbei?

Es mangelt an guten Umgangsformen

Der 16-jährige Khalim, dem Philipp Möller Nachhilfe erteilt, bringt jedenfalls keinen deutschen Satz zustande. Oft blieb deshalb auch am Donnerstagabend das Lachen im Halse stecken. Die traurige und tiefere Wahrheit verschweigt Möller nicht. Nach seiner Beobachtung kommen die Kinder an der Schule fast ausschließlich aus bildungsfernen Elternhäusern und bekommen von daheim kaum Regeln vermittelt. Viele haben einen Migra­tionshintergrund und beherrschen die deutsche Sprache nur unzureichend. Die meisten Eltern beziehen ihr Geld vom Amt. In den Familien mangelt es an Umgangsformen und Sozialkompetenz.

Zu ertragen ist diese literarische Spiegelung der Verhältnisse, weil Möller sie in seinen Büchern mit Sympathie und Mitgefühl für die Kinder beschreibt. Und er verschweigt nicht, dass er etliche, völlig überforderte Lehrerkollegen kennengelernt hat. Möllers Meinung: „Es gibt einfach Leute, und das meine ich keineswegs böse, die haben in diesem Job nichts verloren. Weil aber die Note des Abiturs zählt, tummeln sich vollkommen ungeeignete Lehrkräfte an den Schulen herum – zum Leidwesen der Schüler.“

Möllers Fazit: Im Bildungssystem müsse sich einiges ändern, um sozial benachteiligte Schüler besser zu fördern. Dazu gehöre als Erstes das Beherrschen der deutschen Sprache. Die Politik sei gefordert, meinte Möller und hatte für diese Aussage gleich den richtigen Adressaten gefunden. OPR-Landrat Ralf Reinhardt saß in der ersten Reihe.

Von Renate Zunke

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