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Ostprignitz-Ruppin Gekauft, gefeilscht, getratscht
Lokales Ostprignitz-Ruppin Gekauft, gefeilscht, getratscht
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00:36 06.08.2015
Schmökern, staunen, kaufen: Auf dem Trödelmarkt in Zempow. Quelle: Björn Wagener
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Zempow

Männer können zum Problem werden. „Die ziehen die Frauen gern mal vom Stand weg, weil sie aufs Geld achten“, erzählt Annegret Magdans aus Eichenfelde. Aber als Geschäftsfrau holt sie aus jeder Situation das Beste heraus. „Ich hab’ auch was für den Herren“, sagt sie rasch, während sie eigentlich noch mit einer Frau über diverse Grünpflanzen verhandelt und reicht einen betagten Fotoapparat herüber. Schließlich soll es für die männliche Begleitung nicht etwa langweilig werden.

Ein paar Meter weiter haben Michael Kuchenbecker und Ina Kuhfeld ihren Stand aufgebaut. Bücher, Dekomaterial und allerhand Kleinkram liegen ausgebreitet auf einem Tisch. „Wenn ich mir überlege, was man früher so alles weggeworfen hat“, sagt Michael Kuchenbecker. Aber das passiert ihm jetzt nicht mehr. Einiges sei schon verkauft worden, berichten die beiden. Aber es gehe gar nicht nur ums Geld. „Wir sind hier alle wie eine große Familie. Es macht einfach Spaß, Bekannte zu treffen, ein bisschen zu quatschen und auch noch ein paar Euro einzunehmen“, erzählt Michael Kuchenbecker.

Nostalgie beim Kofferraumtrödel in Zempow. Quelle: Björn Wagener

Schrank auf, Überflüssiges raus, rein ins Auto damit und ab nach Zempow: Es kann so einfach sein, den einen oder anderen Euro mit Dingen zu machen, von denen man nur glaubt, sie wären nichts mehr wert. Dieses entspannte „Geschäftsmodell“ entdecken immer mehr Hobbyverkäufer für sich. 108 Verkaufsstände waren am Sonntag auf dem Gelände des Autokinos in Zempow aufgebaut. Damit war der dortige Kofferraumrödelmarkt ein echter Renner. Etwa ab 10 Uhr war das Gelände randvoll. Wer danach noch als Privatverkäufer auf Einlass hoffte, hatte Pech. „Wir mussten schon einige abweisen“, berichtete Wilhelm Schäkel vom Autokino-Kulturverein, der die Trödelmärkte für Privatverkäufer von Mai bis Oktober jeweils am ersten Sonntag eines Monats in Zempow veranstaltet. Mit acht Euro ist man dabei. Kinder können ihre gebrauchten Spielsachen sogar kostenlos auf einer ausgebreiteten Decke anbieten.

„Wir wollen den privaten Charakter auf jeden Fall erhalten“, sagt Wilhelm Schäkel. Auf dem Markt tummelten sich hauptsächlich Anbieter und Schnäppchenjäger aus der Region - und das mitunter schon vor der regulären Öffnungszeit um 10 Uhr. Das Verhältnis von Käufern und Anbietern sei allerdings noch ausbaufähig. Soll heißen: Es dürften ruhig noch mehr Besucher sein, auch wenn die Parkplätze am Sonntag schon knapp wurden. Im September werde aber noch ein bis dahin abgeerntetes Feld zusätzlich als Parkfläche zur Verfügung stehen. Eventuell könne der Markt dann auch mit einem kleinen Erntefest verbunden werden, so Schäkel. Künftig wolle man versuchen, speziell Touristen zu erreichen. Auch sollen regionale Produkte wie Kartoffeln oder Gemüse noch stärker Eingang in den Markt finden. Entsprechende Anbieter müssten sich aber auf jeden Fall anmelden.

Der Parkplatz war gut gefüllt. Quelle: Björn Wagener

Doch nicht jeder, der am Sonntag Dinge an den Käufer brachte, wirtschaftete in die eigene Tasche. Dazu gehörten zum Beispiel Marianne Wennrich, Kerstin Dümchen und Angela Gautzsch. Die Verkaufserlöse an ihrem Stand kommen gänzlich dem Tierschutzverein Ostprignitz-Ruppin zugute. „Wir brauchen vor allem Geld für Kastrationen von Katzen. Wie sollen wir sonst an Einnahmen kommen?“, sagt Marianne Wennrich. Freundlich bitten die Frauen die Kunden heran, weisen auf den guten Zweck hin und hoffen, etwas zu verkaufen. Die Sachen kämen entweder aus eigenem Privatbesitz oder seien Geschenke von Freunden und Bekannten, die den Tierschutzverein unterstützen möchten.

Von Björn Wagener

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