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Ostprignitz-Ruppin Gemeinden müssen übers Bad entscheiden
Lokales Ostprignitz-Ruppin Gemeinden müssen übers Bad entscheiden
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00:17 09.11.2016
Dem Eingangsbereich sieht man an: Hier ist schon lange niemand mehr durchgekommen. Quelle: Alexander Beckmann
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Neustadt

Der Wind fegt Laub über die Liegewiese. Büsche und Stauden erobern neue Reviere. In geschützten Ecken sammelt sich Humus. So muss es beim Dornröschenschloss auch mal angefangen haben. Die Natur erobert das Neustädter Freibad zurück.

Ein Naturbad sollte es ja auch werden. So sah es der seit der Schließung zum Saisonende 2014 entwickelte Plan vor. Zwei Jahre ist es nun her, dass die Neustädter Stadtverordneten sich entschieden, das Bad zu schließen, um es spätestens nach zwei Jahren modernisiert und damit im Betrieb kostengünstiger wiederzueröffnen. Doch danach sieht es momentan nicht aus.

Dabei ist das Bad zumindest den Einwohnern der Stadt offenbar ausgesprochen wichtig. Im Zuge einer Fragebogenaktion hat die MAZ die Neustädter unter anderem gefragt, was ihnen an ihrem Ort besonders am Herzen liegt. Eine Antwort kam dabei mit Abstand am häufigsten: das Schwimmbad. „Ich hoffe für die Kids, dass die Badeanstalt wieder geöffnet wird“, stand da beispielsweise zu lesen oder „die unzumutbare, furchtbare Situation des Freibades für die Kinder“.

In der Lokalpolitik ist die Wiedereröffnung nach wie vor beschlossene Sache. Die Pläne für die Neugestaltung liegen in der Schublade. Ungeklärt ist bloß, wann das gelingt und, wie es bezahlt werden soll.

Die ursprüngliche Idee ging davon aus, die während der Schließung eingesparten Betriebskosten für den Umbau einzusetzen. Immerhin schoss die Kommune zu dieser Zeit jährlich gut 100 000 Euro zu. Die Amtsverwaltung hatte angesichts der ausufernden Kosten und der prekären Neustädter Haushaltslage sogar schon vorgeschlagen, das Bad ganz zu schließen.

Eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe, an der sich engagierte Bürger beteiligten, schmiedete Baupläne, prüfte und verwarf, um am Ende mit einer Sparvariante für ein möglichst effektiv arbeitendes Bad aufzuwarten. Die jährlichen Betriebskosten sollten sich so von zuletzt gut 130 000 auf künftig etwa 70 000 Euro reduzieren lassen. 500 000 Euro wären dafür zu investieren.

Dieses Geld hat Neustadt nicht. Zwar sparte die Stadt in den vergangenen zwei Jahren kräftig Betriebskosten ein, doch übrig blieb trotzdem nichts. Die Einsparung führte lediglich dazu, dass Neustadts jährlicher Fehlbetrag etwas geringer ausfiel als bisher. Rücklagen entstanden nicht. Für den Freibadumbau wäre also ein Kredit nötig, auch wenn Fördermittelgeber drei Viertel der Kosten übernehmen.

Angesichts dieser Situation haben die Neustädter Stadtverordneten im Oktober beschlossen, den Betrieb des Freibades auf das Amt zu übertragen. Die Kommunalaufsicht des Landkreises empfahl diesen Schritt, da die Stadt angesichts ihrer Haushaltssituation nicht in der Lage sei, die Eigenmittel aufzubringen, um das Bad zu sanieren. Und schließlich, so die Argumentation, kämen die Schwimmbadbesucher nicht nur aus der Stadt selbst. Die Sicherung des Schwimmunterrichts für die Schüler der Prinz-von-Homburg-Schule sei sowieso eine Aufgabe des Amtes und nicht der Stadt.

Allein mit dem Beschluss der Stadtverordneten ist es jedoch nicht getan. Soll das Amt das Bad übernehmen, müsste noch mindestens eine weitere Kommune des Amtsbereiches dem zustimmen.

Das könnte schwierig werden. Denn der Jubel in den Kommunen über die Aussicht, das Amt auf Dauer mit noch mehr Geld ausstatten zu müssen, hält sich in Grenzen – um es vorsichtig zu formulieren. Noch haben die Gemeindevertretungen das Thema nicht offiziell behandelt. Man wartet auf Informationen der Amtsverwaltung. Morgen gibt es eine Bürgermeisterrunde beim Amtsdirektor, bei der das Bad wohl ein Thema sein wird.

Der Bürgermeister von Sieversdorf-Hohenofen Hermann Haacke gibt sich aber schon jetzt äußerst zurückhaltend: „Wir sehen das sehr skeptisch – nicht den Wiederaufbau des Bades, aber nachher seine Unterhaltung.“

Da wird sicherlich noch hart verhandelt. Sollte sich das Amt nicht zur Übernahme des Bades durchringen können, so sieht es für dessen Zukunft momentan recht düster aus.

Von Alexander Beckmann

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