Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Gemeinnützige Arbeit für Flüchtlinge

Neuer Vorstoß für bessere Integration in Neuruppin Gemeinnützige Arbeit für Flüchtlinge

Die Städte und Gemeinden sollten Flüchtlingen möglichst schnell eine gemeinnützige Arbeit anbieten. Das würde bei der Integration der Geflüchteten in der Region helfen, sagt Gerd Klier. Der Jurist ist Vorsitzender der Neuruppiner Stadtverordnetenversammlung. Sozialarbeiter begrüßen den Vorstoß des Politikers (Linke).

Voriger Artikel
Erste Schau im Kyritzer Kulturhaus
Nächster Artikel
Lasterverkehr auf der L 18 vor Gericht

Gerd Klier beim Neujahrsempfang in der Pfarrkirche.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Die Städte und Gemeinden sollten sich mehr bemühen, um Flüchtlinge in der Region zu integrieren. Schließlich sinke laut einer aktuellen Prognose des Landes die Zahl der Erwerbstätigen in Ostprignitz-Ruppin in den nächsten 20 Jahren um 40 Prozent, sagt Gerd Klier, der Vorsitzende der Neuruppiner Stadtverordnetenversammlung.

Flüchtlinge allein könnten die drohende Lücke auf dem Arbeitsmarkt zwar nicht schließen, aber zumindest kleiner halten. Klier appelliert deshalb an die Kommunen, Asylbewerbern eine Tätigkeit auf dem geförderten Arbeitsmarkt anzubieten. „Flüchtlinge dürfen ab dem ersten Tag ihres Aufenthalts gemeinnützige Tätigkeiten ausüben“, so der Jurist. Vorzugsweise sei dabei an leichte Arbeiten in der Nähe der jeweiligen Flüchtlingsunterkunft gedacht. Zudem dürfen die Tätigkeiten keine regulären Arbeitsplätze gefährden. „Mir ist nicht bekannt, dass so etwas im Landkreis schon praktiziert wird“, sagte Klier. Das könnte daran liegen, dass das Jobcenter beim Bewilligen von geförderten Beschäftigungsprojekten gar nicht zwischen Flüchtlingen und Migranten, die schon länger in Deutschland leben, unterscheidet. „Es gibt keine reinen Flüchtlingsmaßnahmen“, sagt Bernd Lüdemann, der Chef des Jobcenters. Vielmehr setze die Behörde stets auf eine „Durchmischung“ mit anderen Teilnehmern. Für Lüdemann ist das selbstverständlich. „Jeder soll sich doch mit anderen Kulturen beschäftigen.“

Bisher bleiben Flüchtlinge meist unter sich

Otto Wynen, Leiter des Flüchtlingwohnheimes in Treskow, wäre froh, wenn es Angebote für gemeinnützige Tätigkeiten für Asylbewerber geben würde. Zwar bietet das Heim, in dem gut 200 Flüchtlinge leben, selbst einige an. Aber dabei bleiben die Asylbewerber meist unter sich. Das hilft ihnen kaum, weitere Deutschkenntnisse zu erlangen oder die bereits erworbenen zu festigen. Dabei ist das Interesse an der Sprache groß.„Fast alle Flüchtlinge wollen Deutschkurse besuchen“, betonte Wynen. Aber nach dem Unterricht hätten die Asylbewerber kaum eine Gelegenheit, ihre Kenntnisse im Alltag anzuwenden. Das würde sich ändern, wenn sie gemeinsam mit Einheimischen eine Zeit lang einer gemeinnützigen Tätigkeit nachgehen.

Idee: ein internationales Café in der Innenstadt

Wynen denkt zudem an eine Art internationales Café in der Neuruppiner Innenstadt, in dem sich Flüchtlinge und Einheimische treffen und ungezwungen austauschen können. Immerhin wird es kaum für alle Flüchtlinge eine Beschäftigungsmöglichkeit geben.

Im Dezember waren beim Jobcenter 342 erwerbsfähige Leistungsberechtigte ausländischer Herkunft gemeldet, also auch Menschen, die aus Polen, Russland oder EU-Staaten kommen und mitunter seit Jahren in der Region leben. Von den 342 Menschen ausländischer Herkunft waren 131 arbeitslos, 44 hatten eine sozialversicherungspflichtige, 23 eine geringfügige Beschäftigung. 38 befinden sich in einer Qualifizierungsmaßnahme, 21 haben einen 1-Euro-Job, 16 befinden sich im Mutterschutz, 13 in der Schule.

Von Andreas Vogel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg