Volltextsuche über das Angebot:

0 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Gemeinsam in die Dorfgeschichte getaucht

Glienicke Gemeinsam in die Dorfgeschichte getaucht

„Oma, erzähl doch mal“ bekommt bei den alljährlichen Chroniknachmittagen in Glienicke eine besondere Bedeutung. Dann tauschen sich ältere und jüngere Glienicker und Zaatzker ber die Vergangenheit ihrer Dörfer aus – hören Interessantes aus der Chronik und erinnern sich gemeinsam. Das fördert nicht nur die Geschichtsaufarbeitung, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl.

Glienicke Heiligengrabe 53.1798714 12.4190318
Google Map of 53.1798714,12.4190318
Glienicke Heiligengrabe Mehr Infos
Nächster Artikel
Hund überlebt wie durch ein Wunder

Ingrid Blüschke (2. v. r.) hatte neben Daten und Fakten aus der Chronik auch Zeitdokumente dabei.

Quelle: Christian Bark

Glienicke. Sie haben bereits seit sechs Jahren Tradition, die gemeinsamen Zeitreisen in die Zaatzker und Glienicker Geschichte. Einmal im Jahr, meist im Februar, laden der Dorfverein „GlienckErLeben“ und der Förderverein Schinkelkirche Glienicke zum Chroniknachmittag. So auch am Sonnabend, als sich die Dorfbewohner aus Glienicke und Zaatzke über die unmittelbare Geschichte nach Ende des Zweiten Weltkriegs austauschten.

„Jetzt haben wir noch die Gelegenheit, die Erinnerungen festzuhalten“, sagte Fördervereinsvorsitzende Ingrid Blüschke. Sie pflegt seit Jahren die Chronik Glienickes und hatte damals zusammen mit Geschichtsinteressierten aus Zaatzke die gemeinsamen Kaffeerunden ins Leben gerufen. Dabei trug Blüschke aus der Chronik vor – Zahlen, die zunächst nicht besonders erscheinen, auf den zweiten Blick aber Aufschluss über den Werdegang der Orte ermöglichen. So habe es allein in Glienicke 1938 noch 143 Rinder gegeben, in Zaatzke sogar 461. Ein Beleg dafür, dass die Landwirtschaft damals noch bedeutsamer für die Orte war als heute.

Da werden Erinnerungen Wach

Da werden Erinnerungen Wach. Die Teilnehmer brachten alte Postkarten mit.

Quelle: Christian Bark

Früher konnten die Waren auch noch mit dem Zug abtransportiert werden. „Die Bahnstrecke wurde 1911 in Betrieb genommen und 1967 eingestellt“, informierte Ingrid Blüschke. Ihr Ehemann Egon konnte sich noch gut daran erinnern. Als junger Mann war er regelmäßig mit dem Zug nach Wittstock zum Tanzen gefahren. In der Früh sei er zurückgekommen, um die Kühe zu melken. Doch es kamen bei dem Chronikvortrag auch Fragen auf. Zum Beispiel: Gab es in Glienicke schon vor Kriegsende ein öffentliches Telefon? Wer führte vor 1946 die Poststelle? „Da müssen wir wohl noch mal nachforschen“, sagte Ingrid Blüschke. Für sie und die mehr als 30 Teilnehmer sind diese Nachmittage nicht nur aktive Geschichtsaufarbeitung, sie fördern auch den Zusammenhalt im Dorf und sogar ortsübergreifend. Zudem freute sich Ingrid Blüschke darüber, dass sich auch junge Leute für die Geschichten der Alten interessierten. Jüngster Teilnehmer der Kaffeerunde war der zehnjährige Marcel Marten. „Ich bin hier, weil es mir Spaß macht“, sagte er. Sicher sei er auch im kommenden Jahr wieder dabei, den Geschichten der älteren Dorfbewohner zu lauschen.

Was sie durch die Ausführungen ergänzen kann, trägt Ingrid Blüschke in der Chronik nach, wie sie sagte. Als kleine Erinnerungsstützen würden manchmal auch alte Fotos helfen. An diesem Nachmittag sprach die Runde auch ein bislang weniger populäres Thema an: Vertreibung, Flucht und Neuansiedlung nach dem verlorenen Krieg.

Von Christian Bark

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin
123c76c4-dff8-11e7-a15f-f363db308704
Fontanestadt Neuruppin „damals und heute“

Neuruppin ist die Kreisstadt des Landkreises Ostprignitz-Ruppn. Der Ort erhielt 1256 das Stadtrecht und ist bekannt als Geburtsstadt von Schriftsteller Theodor Fontane und Baumeister Karl Friedrich Schinkel.

c001ffb8-fc5e-11e7-90a2-a388f9eff187
Kyritz damals und heute

Über ihre mittelalterlichen Grenzen wuchs die Knatterstadt erst im 19. Jahrhundert hinaus. Aber dann richtig: Die Stadt ist im steten Wandel begriffen. Viele alte Bauten mussten bis in die jüngste Zeit hinein neuen Ideen und Bedürfnissen weichen.

7d84d8be-fb68-11e7-b11f-9a7b802e86ee
Lindow damals und heute

Die MAZ lädt ein zu einer Zeitreise. Wir haben historische Ansichten von Lindow zusammengestellt und vom gleichen Ort aus wie damals heute noch einmal eine Aufnahme gemacht. Die Ergebnisse zeigt diese Bildergalerie. Die historischen Karten stammen aus dem Privatarchiv des Lindowers Udo Rönnefahrt.

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg