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Ostprignitz-Ruppin Gemeinsam in die Dorfgeschichte getaucht
Lokales Ostprignitz-Ruppin Gemeinsam in die Dorfgeschichte getaucht
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15:05 19.02.2017
Ingrid Blüschke (2. v. r.) hatte neben Daten und Fakten aus der Chronik auch Zeitdokumente dabei. Quelle: Christian Bark
Glienicke

Sie haben bereits seit sechs Jahren Tradition, die gemeinsamen Zeitreisen in die Zaatzker und Glienicker Geschichte. Einmal im Jahr, meist im Februar, laden der Dorfverein „GlienckErLeben“ und der Förderverein Schinkelkirche Glienicke zum Chroniknachmittag. So auch am Sonnabend, als sich die Dorfbewohner aus Glienicke und Zaatzke über die unmittelbare Geschichte nach Ende des Zweiten Weltkriegs austauschten.

„Jetzt haben wir noch die Gelegenheit, die Erinnerungen festzuhalten“, sagte Fördervereinsvorsitzende Ingrid Blüschke. Sie pflegt seit Jahren die Chronik Glienickes und hatte damals zusammen mit Geschichtsinteressierten aus Zaatzke die gemeinsamen Kaffeerunden ins Leben gerufen. Dabei trug Blüschke aus der Chronik vor – Zahlen, die zunächst nicht besonders erscheinen, auf den zweiten Blick aber Aufschluss über den Werdegang der Orte ermöglichen. So habe es allein in Glienicke 1938 noch 143 Rinder gegeben, in Zaatzke sogar 461. Ein Beleg dafür, dass die Landwirtschaft damals noch bedeutsamer für die Orte war als heute.

Da werden Erinnerungen Wach. Die Teilnehmer brachten alte Postkarten mit. Quelle: Christian Bark

Früher konnten die Waren auch noch mit dem Zug abtransportiert werden. „Die Bahnstrecke wurde 1911 in Betrieb genommen und 1967 eingestellt“, informierte Ingrid Blüschke. Ihr Ehemann Egon konnte sich noch gut daran erinnern. Als junger Mann war er regelmäßig mit dem Zug nach Wittstock zum Tanzen gefahren. In der Früh sei er zurückgekommen, um die Kühe zu melken. Doch es kamen bei dem Chronikvortrag auch Fragen auf. Zum Beispiel: Gab es in Glienicke schon vor Kriegsende ein öffentliches Telefon? Wer führte vor 1946 die Poststelle? „Da müssen wir wohl noch mal nachforschen“, sagte Ingrid Blüschke. Für sie und die mehr als 30 Teilnehmer sind diese Nachmittage nicht nur aktive Geschichtsaufarbeitung, sie fördern auch den Zusammenhalt im Dorf und sogar ortsübergreifend. Zudem freute sich Ingrid Blüschke darüber, dass sich auch junge Leute für die Geschichten der Alten interessierten. Jüngster Teilnehmer der Kaffeerunde war der zehnjährige Marcel Marten. „Ich bin hier, weil es mir Spaß macht“, sagte er. Sicher sei er auch im kommenden Jahr wieder dabei, den Geschichten der älteren Dorfbewohner zu lauschen.

Was sie durch die Ausführungen ergänzen kann, trägt Ingrid Blüschke in der Chronik nach, wie sie sagte. Als kleine Erinnerungsstützen würden manchmal auch alte Fotos helfen. An diesem Nachmittag sprach die Runde auch ein bislang weniger populäres Thema an: Vertreibung, Flucht und Neuansiedlung nach dem verlorenen Krieg.

Von Christian Bark

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