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Ostprignitz-Ruppin Gemeinsam lockt’s sich besser
Lokales Ostprignitz-Ruppin Gemeinsam lockt’s sich besser
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00:18 28.07.2015
Dass weniger Urlauber kommen, merken auch die Betreiber der Neuruppiner Fastgastschiffe. Doch offenbar bekommt das nicht jeder Anbieter so deutlich zu spüren. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Erst wollte es nicht warm werden, dann kam der Regen. Danach wurde es plötzlich brütend heiß, bevor wieder Schauer einsetzten. Daniel Schmidt vom Tourismusservice Bürgerbahnhof in Neuruppin ist froh, dass sich das Wetter wenigstens seit Beginn der Ferienzeit auf Sommer einzustellen scheint. Für eine Region, die auf Tourismus setzt, waren die Monate davor nicht gerade ideal.

In den vergangenen Jahren hat sich Neuruppin langsam aber stetig nach oben gearbeitet. Kamen 2011 etwas mehr als 76 000 Übernachtungsgäste in die Fontane­stadt, waren es 2014 immerhin schon 2000 mehr, die dort ein Hotelbett gebucht haben.

Und in diesem Jahr? Wirkt sich das wechselhafte Wetter negativ aus? „Das Wetter eher nicht“, sagt Daniel Schmidt. Der Geschäftsführer der Tourist-Information muss auf sein Gefühl setzen, konkrete Zahlen für die zurückliegenden Monate hat er noch nicht. Aber sein Gefühl sagt ihm: Neuruppin hat weniger Urlauber als in den vergangenen Jahren – deutlich weniger. Das liegt weniger an den Übernachtungsgästen. „Schon im vergangenen Jahr hatten wir mehr Anfragen als wir Betten anbieten konnten“, sagt Schmidt. Aus seiner Sicht könnte Neuruppin ruhig noch ein oder zwei zusätzliche Hotels gebrauchen. Auch in diesem Sommer kann der Bürgerbahnhof wohl nicht jedem Urlauber ein Zimmer vermitteln – weil die registrierten Unterkünfte meist ausgebucht sind.

Urlauber, die im Ruppiner Land übernachten wollen, kommen also. „Aber wir merken deutlich, dass es in diesem Jahr mit Tagesgästen sehr schlecht aussieht“, sagt Tourismusfachmann Schmidt. „Man sieht das ja: Die Stadt ist relativ leer.“ Im Bürgerbahnhof am Rheinsberger Tor melden sich weniger Besucher als in anderen Jahren. Und auch auf ihren Schiffen bekommen Daniel Schmidt und sein Partner Carsten Bennesch es zu spüren. Die Unternehmer betreiben nicht nur die Neuruppiner Tourist-Information, sondern auch die Fahrgastschifffahrt. Warum die Tagesgäste ausblieben, kann Schmidt nur vermuten: Vielleicht zieht die Bundesgartenschau im Havelland ja so viele Gäste an, dass für andere Orte weniger bleiben.

Brandenburgs Tourismus fehlen Highlights, sagen Experten. Das Schloss Rheinsberg ist einer der wenigen im Land. Quelle: Peter Geisler

Bootsvermieter Christian Halbeck kann den Eindruck, dass die Tagesgäste ausblieben, nur bedingt bestätigen. „In Neuruppin mag das vielleicht stimmen“, sagt der Geschäftsmann mit Skepsis in der Stimme. „Für Rheinsberg können wir das aber nicht sagen.“ Die Prinzenstadt ist seit je her das Highlight im Tourismusverband Ruppiner Seenland. Der Verband wirbt für den gesamten Raum Oberhavel und weite Teile von Ostprignitz-Ruppin. Das Ruppiner Land ist bei Touristen beliebt. In der Landesstatistik liegt es hinter dem Seenland Oder-Spree und dem Spreewald auf Platz drei der beliebtesten Tourismusregionen. Im Nordwesten Brandenburgs hat keine andere Stadt so viele Urlauber wie Rheinsberg. 2014 hat jeder dritte Übernachtungsgast im gesamten Ruppiner Seenland in Rheinsberg geschlafen. 148 000 Gäste waren es offiziell – doppelt so viele wie in Neuruppin, der Stadt auf Platz zwei in der Übernachtungsstatistik des Ruppiner Landes. Von einem Einbruch der Gästezahlen kann in Rheinsberg zumindest in der Ferienzeit keine Rede sein, sagt Christian Halbeck. „Wir sind weitgehend ausgebucht“, sagt der Bootsvermieter.

Individueller Urlaub auf dem Wasser wird immer beliebter. Quelle: Peter Geisler

Die vielen Seen sind ein großer Pluspunkt für das Land Brandenburg. Nirgendwo sonst in Deutschland können Urlauber so viel auf dem Wasser unternehmen wie in der Mark. Hinzu kommen viele Radwege und jede Menge Natur. Darüber hinaus fehlen aber Höhepunkte. Die Landesregierung hat gerade eine große Debatte gestartet, wie Brandenburg als Tourismusregion attraktiver werden kann. Dabei hofft das Land auf die Hilfe von Veranstaltern, Urlaubern und Brandenburgern. Noch bis Ende August kann jeder auf einer eigens eingerichteten Plattform im Internet mitreden.

Für das Ruppiner Seenland sieht Peter Krause noch einiges Potenzial – auch ohne den Bau neuer Hotels. „Man sollte öfter mal über den Tellerrand schauen“, sagt der Geschäftsführer des Tourismusverbandes. Für den Brandenburgischen Kurorte- und Bäderverband ist er gerade in Burg im Spreewald, um die Entwicklung und die touristischen Angebote dort einzuschätzen. Und Peter Krause ist begeistert von dem, was er zu sehen bekommen hat. „Burg hat seine Übernachtungszahlen von 2010 bis 2014 verdoppelt.“ Auch das Ruppiner Land könnte von den Erfahrungen aus dem Spreewald profitieren, ist Krause überzeugt. Besonders wichtig: gute Zusammenarbeit und gemeinsame Produkte, abgestimmt auf das, was sich moderne Urlauber heute wünschen. Da könne der Norden noch einiges dazulernen.

Von Reyk Grunow

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