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Generationswechsel im Wittstocker Notariat

Nach 21 Dienstjahren: Mehr Freizeit für Thea Fechner Generationswechsel im Wittstocker Notariat

Die Notarin Thea Fechner in Wittstock hat sich jetzt nach 21 Berufsjahren in den Ruhestand verabschiedet. Sie führte das einzige Notariat in der größten Flächenstadt Brandenburgs – und hat eine junge Nachfolgerin gefunden.

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Für Notarin Thea Fechner (2.v.r.) gab es Blumen zur Verabschiedung in den Ruhestand vonWittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann und der Geschäftsführerin Karin Bencze von der Notarkammer Brandenburg (r.). Als Nachfolgerin stellte sich Dorit Gerth (2.v.l.) vor.

Quelle: Gerd-Peter Diederich

Wittstock. Alle Akteure zur Verabschiedung der einzigen Notarin in Wittstock sind zufrieden und sogar glücklich: Thea Fechner geht in den selbst bestimmten Ruhestand und freut sich besonders darauf, die – durch die angespannte Tätigkeit in den vergangenen 21 Jahren – viel zu kurz gekommene Familie und die Freunde um sich zu haben.

Geschäftsführerin Karin Bencze von der Landesnotarkammer Brandenburg aus Potsdam würdigte den lange vorbereiteten und sehr geordneten Rückzug der Notarin. Dabei sei der mit dem zuständigen Ministerium abgesprochene Fortbestand des einzigen Notariats in der riesigen Flächenstadt Wittstock wichtig. Dorit Gerth wird das Büro zunächst als Notariatsverwalterin weiterführen. Für sie ist es ein Neustart mit neuem Lebensmittelpunkt: Mit ihrem Verlobten und ihrem kleinen Kind will sie künftig Einwohnerin der Stadt Wittstock sein.

Mehr als 100 Gäste kamen zum Abschied

Als Vierter im Bunde der Verabschiedungsfeier ist auch der Wittstocker Bürgermeister Jörg Gehrmann glücklich über den Fortbestand des von der Stadtverwaltung viel beanspruchten Notariats fast vor der Rathaustür. Er freut sich auch mit Thea Fechner, dass sie „in einer so guten gesundheitlichen Verfassung ihre gerade gewonnene Freizeit und Freiheit genießen kann“ und dass der Personalwechsel Zuzug für Wittstock bringt. Darauf haben alle vier und mehr als 100 Gäste, die sich alle in warmen Worten und mit herzlichen Umarmungen bei Thea Fechner für die Unterstützungen in den vergangenen 21 Notariatsjahren in Wittstock bedankten, freudig mit Sekt angestoßen.

Zum Abschied wurde im Wittstocker Notariat mit Sekt angestoßen

Zum Abschied wurde im Wittstocker Notariat mit Sekt angestoßen.

Quelle: Gerd-Peter Diederich

Das Abschiedstreffen wurde zu einem Defilee aller Menschen, die sich seit der Wende um die Umgestaltung in und um Wittstock, als Selbstständige, Unternehmer, Gewerbetreibende, Handwerker und Kaufleute verdient gemacht hatten. Sie alle hatten oftmals dienstliche Wege zu der Notarin geführt, um etwas beurkunden, bestätigen, absichern oder endgültig und für alle Zeiten besiegeln zu lassen. Mehr als 20 000 solcher wichtigen Dokumente hat die Notarin in ihrer Amtszeit seit dem Jahr 1994 ausgefertigt. Thea Fechner tritt auch der Vermutung sofort entgegen, dass sie überdurchschnittlich stark mit der Notariatsübernahme als Selbstständige zumeist Grundstücksangelegenheiten zu beurkunden hatte. „Nein, alles war gefragt und jedem habe ich geholfen. Ich habe mich nicht unnahbar als Amtsperson gegeben. Ich war Dienstleister für jeden Menschen, der meine Hilfe gebraucht hat“, sagt die künftige Ruheständlerin rückblickend. Klientenwünsche haben ihre Arbeitszeit bestimmt. Ob Tag oder Nacht – wenn die Notarin gebraucht wurde, dann war sie zur Stelle. „Leider ist dadurch die Freizeit sehr knapp verfügbar gewesen. Deshalb freue ich mich so sehr auf die Freizeit, um Familie zu leben, Freundschaften zu intensivieren, zu reisen, zu lesen und zu genießen“, kündigt Thea Fechner an.

Die Nachfolgerin ist 35 Jahre jung

Was in dem Abschiedstrubel kaum wahrgenommen wurde: Auch Thea Fechner ist sehr froh über die lückenlose Nachfolgeschaft durch Dorit Gerth. Denn sie übernimmt die Mitarbeiterinnen in dem Notariat. Dabei war bei der frühzeitigen Ankündigung ihres Rückzugs als Notarin im zuständigen Potsdamer Ministerium noch erwogen worden, das Notariat aufzugeben. Dagegen hatte sich aber die Geschäftsführerin Karin Bencze von der Landesnotarkammer aufgelehnt und schließlich die Zusage bekommen, das Wittstocker Notariat weiter bestehen zu lassen. „Die Anzahl der Notare ist von der Einwohnerzahl und der Menge der Urkundenvorgänge abhängig. Als Landesnotarkammer haben wir dabei ein Wort mitzureden. Notare müssen auch ein wirtschaftliches Auskommen für ihre Unabhängigkeit haben“, sagt Karin Bencze.

Die Nachfolgerin Dorit Gerth ist 35 Jahre jung, verlobt und hat ein Kind. Sie war bislang als Rechtsanwältin in Berlin tätig und hatte sich an der Ausschreibung für die Notariatsstelle in Wittstock beworben. Zunächst übernimmt sie die Stelle als Notariatsverwalterin, bis sie als Notarin durch das Ministerium berufen wird. Ganz sicher ist für ihre junge Familie schon ein baldiger Umzug nach Wittstock, um hier sesshaft zu werden. Seit Dorit Gerth das erste Mal Kontakt zu Thea Fechner aufgenommen und sie in Wittstock besucht hatte, stand für die Nachfolgerin gleich „ein Umzug in diese schöne Stadt“ fest, sagt sie.

Noch aber pendelt Dorit Gerth zwischen Wittstock und Berlin. „Ich freue mich schon jetzt, hier recht schnell Fuß zu fassen und die Menschen kennen zu lernen“, sagt die künfige Notarin, die wohl auch die einzige in dieser 430 Quadratkilometer großen Flächenstadt bleiben wird.

Von Gerd-Peter Diederich

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