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Georg Hellwege freut sich auf Ruhestand

Neuruppin Georg Hellwege freut sich auf Ruhestand

Auf 40 Dienstjahre kann das ehemalige Vorstandsmitglied der Neuruppiner Raiffeisenbank in diesem Jahr zurückblicken. Aus gesundheitlichen Gründen will Georg Hellwege nun kürzer treten – denn der 58-Jährige lebt bereits seit zwei Jahren mit einem Kunstherz.

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Friedhofsgebühren steigen deutlich

Georg Hellwege sammelt nicht nur Bilder, sondern auch Uhren. Hier zeigt er eine Auswahl – insgesamt besitzt er um die 80 Stück.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Uschi Zenker, Cornelia Felsch, Anton Henning – von all diesen Künstlern hat Georg Hellwege in seinem Bilderzimmer in der Neuruppiner Präsidentenstraße Werke hängen. Mit stolz in der Stimme erzählt der 58-Jährige, dass er das komplette Haus 2009 gemeinsam mit seiner Frau Cornelia Kremer renoviert habe. „Ich fühle mich sehr wohl hier“, sagt er. Bis vor anderthalb Wochen war er noch Vorstandsmitglied der Neuruppiner Raiffeisenbank und ist nun im Ruhestand.

Er habe schon immer gerne mit Menschen und mit Geld zu tun gehabt. Deshalb entschied er sich seinerzeit für eine Ausbildung bei der Bank. Auf 40 Dienstjahre kann Hellwege zurückblicken.

Vor 20 Jahren nach Neuruppin gekommen

Begonnen hat alles in Niedersachsen. In einer Raiffeisen-Filiale nahe seines Heimatortes Stade hatte der damals 18-Jährige im Juli 1976 seinen ersten Arbeitstag als Azubi. Anschließend habe er einige Jahre in Hamburg gearbeitet, bevor er noch mal sieben Jahre bei der Volksbank in Stade hinter dem Tresen stand. „Dann bin ich nach Neuruppin gezogen, das ist jetzt 20 Jahre her“, erzählt Hellwege.

Besonderen Spaß habe ihm bei seiner Arbeit immer gemacht, gemeinsam mit den Kunden Projekte zu entwickeln. Sei es bei Hausfinanzierungen oder Existenzgründungen gewesen, oder später wenn es um Kredite für Handel, Handwerk, Gewerbe und Landwirtschaft ging. „Aber wie Sie ja vielleicht wissen, ist das Bankgeschäft heute nicht mehr vergnügungssteuerpflichtig“, sagt Hellwege und lacht. Die Regularien, bei denen mit Kanonen auf Spatzen geschossen werde, hätten den Spaß an der Arbeit teilweise genommen.

2014 bekam Hellwege ein Kunstherz implantiert

Schließlich habe aber seine Gesundheit den Ausschlag gegeben, in diesem Jahr in den Ruhestand zu gehen. Die Ärzte hätten ihm dazu geraten. „Und ich will schließlich nicht der reichste Mann auf dem Friedhof sein“, sagt Hellwege, der seit zwei Jahren mit einem Kunstherzen lebt. Dieses implantierte Pumpsystem hält parallel zum eigenen, kranken Herzen den Blutkreislauf im Körper aufrecht – bis ein Spenderherz für den Patienten gefunden ist. Für Außenstehende ist Hellweges Kunstherz lediglich durch eine kleine, schwarze Tasche zu erkennen, die er stets bei sich trägt. Darin befindet sich der Elektromotor, mit dem das Pumpsystem angetrieben wird.

„Ich esse, trinke, lebe weiter“, sagt Georg Hellwege. „Ich kann auch in den Urlaub fahren und für meinen Beruf hat das Ganze keinerlei Einschränkungen mit sich gebracht. Ich kann eben keinen Marathon laufen, aber das will ich ja auch gar nicht.“

Alle europäischen Hauptstädte schon gesehen

Aber Reisen, das will er. Das habe er gemeinsam mit seiner Frau schon immer viel gemacht. Alle europäischen Hauptstädte hat das Paar bereits gesehen. London habe ihnen mit am besten gefallen. „Weil es eine so prosperierende Stadt ist.“ Die schönste aller Hauptstädte aber sei Berlin, sagt der Kulturliebhaber.

Die neu gewonnene Freizeit wolle Hellwege außerdem dazu nutzen, sich wieder mehr um seine Freunde zu kümmern. Das sei in den vergangenen Jahren häufig zu kurz gekommen – auch wegen seiner Krankheit. „Langweilig wird mir bestimmt nicht werden“, stellt der Neu-Rentner lachend fest.

 

Von Josephine Mühln

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