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Erntezeit auf dem Linumer Erdbeerhof

Erdbeerernte auf Rixmanns Hof Erntezeit auf dem Linumer Erdbeerhof

Auf 3000 Quadratmetern wachsen auf Rixmanns Hof in Linum bei Fehrbellin die süßen, saftigen Erdbeeren heran. Die empfindlichen Früchtchen haben zurzeit nicht gerade Wohlfühlwetter, sind aber dennoch reif für die Ernte.

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Sabine Schwalm freut sich über die blühenden Erdbeeren, die im Juli geerntet werden.

Quelle: Cornelia Felsch

Linum. Graue Wolken hängen über Linum, auf den Regen haben die Bauern lange genug gewartet. Ideales Erdbeererntewetter sieht allerdings anders aus. „Wenn es zu kalt ist, reifen die Früchte nicht richtig“, sagt Georg Rixmann. Ideal wären Temperaturen um 25 Grad Celsius. „Es darf aber auch nicht zu heiß sein, dann bekommen die Pflanzen Stress und stellen ihr Wachstum ein. Aber auch zu viel Regen tut ihnen nicht gut, denn Erdbeeren sind empfindlich.

Auf Rixmanns Hof stehen gefüllte Erdbeerkörbe neben Töpfen mit blühenden Pflanzen. Die Sorten Daroyal, Sonata und Polka tragen bereits viele rote Früchte. Malwina ist eine späte Sorte, an der jetzt die ersten Blütenknospen zu sehen sind. In diesem Jahr hat die Ernte der beliebten Früchte etwas später begonnen. Dennoch blickt Georg Rixmann optimistisch auf das Ernteergebnis: „Es sieht gut aus, die Pflanzen haben in diesem Jahr viele Früchte angesetzt.“

3000 Quadratmeter Erdbeerfeld

Den Boden auf dem 3000 Quadratmeter großen Erdbeerfeld hat der Landwirt mit einer luft- und wasserdurchlässigen Folie abgedeckt. „Das hat mehrere Vorteile; der Boden erwärmt sich stärker und das Wachstum der Wildkräuter wird unterdrückt“, sagt Rixmann. Nur die Erdbeerpflanzen bekommen einen Schlitz zum Hinauswachsen. So hat das Unkraut keine Chance, und die Früchte bleiben sauber. „Nur direkt an der Pflanze müssen wir die Wildkräuter von Hand weg zupfen.“ Die stabile Folie kann sogar mit einem Trecker befahren werden. Während der Landwirt durch die Reihen geht, nascht er immer wieder von den reifen Früchten. „Am allerbesten schmecken Erdbeeren auf dem Feld, frisch vom Strauch“, sagt er und lässt sich den Lohn seiner Arbeit munden.

Die Arbeit der Erbeerbauern begann bereits im Mai mit dem Pflanzen. „Im Hausgarten wird im Herbst gepflanzt, die Profis erledigen das im späten Frühjahr“, sagt Rixmann, der seine Pflanzen bei einem Vermehrungsbetrieb in Nordrhein-Westfalen kauft. Die Ableger, die zum Verkauf bestimmt sind, werden dort bis Ende Dezember, Anfang Januar an der Mutterpflanze gelassen. Nach dem Roden werden sie in luftdurchlässiger Folie verpackt und bei einer Temperatur von Minus 2 Grad Celsius gelagert. Nach dem Auftauen können sie gepflanzt werden. Zuvor reichert der Landwirt Georg Rixmann den Boden mit Kompost an. „Die ersten Früchte werden besonders groß“, sagt er. Zum Ende der Erntezeit werden sie immer kleiner.“

Die Linumer Erdbeeren können geerntet werden

Die Linumer Erdbeeren können geerntet werden.

Quelle: Cornelia Felsch

Späte Früchte haben allerdings mehr Zeit, das typische Erdbeeraroma zu entwickeln. Und diese Erdbeeren liebt Rixmanns Partnerin Sabine Schwalm am meisten, denn die daraus gekochte Marmelade schmeckt besonders lecker. „In diesem Jahr war es gleich so heiß „, sagt sie. „Die schnell gereiften Früchte haben nicht so einen intensiven Geschmack.“ Sabine Schwalm weiß, wovon sie redet: Seit vielen Jahren verarbeitet sie die Früchte und verkauft die Produkte im Hofladen. Dabei ist sie äußerst kreativ. Ob als Likör, Saft, Essig, Sirup oder Brotaufstrich, pur oder mit anderen Zutaten gemixt – Sabine Schwalm bewirbt sich mit ihren Kreationen regelmäßig beim bundesweiten Marmeladenwettbewerb und heimst immer wieder Preise ein. Das Geheimnis ihres Erfolgs sind die wohl ausgewählten Früchte. Die Sorte Polka haben beide zu ihrer Lieblingssorte erkoren.

Rosengewächs Erdbeere

Die Erdbeere gehört zur Familie der Rosengewächse. Sie zählt aus botanischer Sicht nicht zu den Beeren, sondern zu den Sammelnussfrüchten. Das leckere rote Fruchtfleisch ist nur eine Scheinfrucht, während die eigentlichen Früchte die kleinen gelben Körner an der Oberfläche sind.

Bereits in der Antike priesen römische Dichter die Erdbeeren und nannten sie „frega“ oder „fregum“. Der Name Fregaria leitet sich aus dem lateinischen „fragare“ (duften) ab.

im Mittelalter wurde die Walderdbeere auf großen Flächen kultiviert. Erst mit der Entdeckung der Neuen Welt fand man in Südamerika Erdbeeren mit größeren Früchten. Ab 1820 gab es bereits 70 Kultursorten. Mittlerweile sind es über tausend Sorten. !840 wurde in der Nähe von Baden-Baden mit dem erwerbsmäßigen Anbau begonnen.

Da Erdbeeren kaum Kalorien haben, kann man sie unbeschwert genießen. Ihr Vitamin-C-Gehalt liegt mit 60 Milligramm pro 100 Gramm Fruchtfleisch höher als bei Zitronen und Orangen.

Bis 2012 war beim Erdbeeranbau in Brandenburg ein Flächenrückgang zu verzeichnen. Seit 2013 gibt es wieder einen Flächenzuwachs. 2014 wurden auf 459 Hektar Fläche in Brandenburg Erdbeeren angebaut. 3 483 Tonnen wurden in diesem Jahr geerntet.

Erdbeeren selbst pflücken kann man in Linum nicht mehr, denn die Folie ist zu empfindlich und Damen mit Pfennigabsätzen würden leicht für ungewollte Perforation sorgen. Aber frisch gepflückt genießen kann man die Erdbeeren schon. Berliner müssen nicht unbedingt nach Linum fahren. Sie können die beliebten Früchte jetzt auch online über den Regionalvermarkter www.oberdudt.de bestellen.

Hinweis: Der Hofladen in der Nauener Straße 23a ist montags bis donnerstags von 10 bis 17 Uhr und freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Von Cornelia Felsch

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