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Ostprignitz-Ruppin Geschichte und Geschichten in Tetschendorf
Lokales Ostprignitz-Ruppin Geschichte und Geschichten in Tetschendorf
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00:17 11.05.2016
Der ehemalige Gutsbesitzer beim Polospiel. Quelle: Claudia Bihler
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Tetschendorf

Als Karl Gottlieb Mueller 1901 in Tetschendorf ankam, da hatte er bereits einige Abenteuer hinter sich: Mit seinem Bruder hatte er in Amerika eine Farm gegründet, auf der er Pferde und Rinder gezüchtet wurde. Doch dann machte eine großes Unwetter alle Arbeit und Hoffnungen des deutschen Auswanderers zunichte. Mueller charterte ein Schiff und kam zurück nach Deutschland - mitsamt seiner Pferde und Rinder, die er aus den USA mit zurück brachte.

Zunächst lebte er im ehemaligen Winterfeldschen Jagdschloss Gustavsruh, dem Altersruhesitz der Familie, das heute nicht mehr existiert. Wegen seiner Pferdezucht und selbst als Reiter und Polospieler hatte Mueller eine der Gräfinnen Dohna auf der Pferderennbahn in Berlin Hoppegarten kennengelernt. Und nachdem diese das Gutshaus in Tetschendorf verkaufen wollte, fand sie in dem Ex-Auswanderer einen Abnehmer, der 1901 ins Gutshaus in Tetschendorf einzog, wo er mit seiner Familie lebte. Seine Liebe zum Pferdesport vererbte er seinem Sohn Karl Oskar, der später als Kürassier und Springreiter zu einigem Erfolg kommen sollte.

Doch bereits 1918 stand das Leben der Muellers erneut unter einem schlechten Stern. Das Gutshaus brannte fast vollständig ab. Dennoch bauten die Muellers es wieder auf - und setzten das heutige Obergeschoss auf den ehemaligen Eingeschosser auf, so dass das Haus seine heutige Gestalt erhielt.

„Zum Ende des Zweiten Weltkrieges erklärten die Soldaten der Sowjetarmee das Gutshaus zu ihrer Kommandantur”, sagt Lothar Winter, Ortsbürgermeister von Tetschendorf: „Das taten sie eigentlich mit allen etwas größeren Gebäuden.” Geblieben sind sie allerdings nur einige Tage. Das Schloss wurde in den nächsten Jahrzehnten zum Mittelpunkt des örtlichen Lebens: Konsum, Kneipe, Kita: „Weil das Gutshaus so viele Nutzungen hatte, blieb es auch so gut intakt”, sagt Lothar Winter. Als Gemeinschaftshaus dient es auch heute noch. Doch neben der Funktion als Veranstaltungsort haben mehrere Tetschendorfer und Niemerlanger in einem Raum ein kleines Museum eingerichtet.

Haushaltsstaubsauger mit Blasebalg

Dort können Interessierte sich nicht nur über die Geschichte der ehemaligen Gutsbesitzer informieren, sondern auch einen Blick ins bäuerliche Leben werfen. Hatte es in Tetschendorf zunächst die Maschinen-Ausleihstation gegeben, wurde diese später zur Maschinen-Traktoren-Station der LPG ausgebaut, auch darüber berichtet das Museum. Gezeigt wird eine Sammlung historischer Textilien und Haushaltsgegenständen, über andere, etwa den mechanischen Haushaltsstaubsauger mit Blasebalg wird berichtet. Eine Sammlung historischer Radios, unter anderem ein russischen aus den frühen Zeiten der Sowjetunion, steht neben einer Sammlung ebenfalls historischer Telefone. „Ein Telefon mit Kurbel würde ich der Sammlung gerne noch hinzufügen”, meint Winter, der auch aus seinem früheren Berufsleben als Abschnittsbevollmächtigter der Polizei einige Ausstellungsstücke beigesteuert hat: Das Schild zu seiner Freyensteiner Dienst etwa, oder auch seine Dienstmütze, liegen unter der Fahne der Kampfgruppe der Maschinen-Traktor-Station. Geöffnet ist das Museum nur auf Nachfrage (Telefon 033967/60305). Doch der Besuch lohnt sich allemal: Schließlich kennt der Ortsbürgermeister zu fast jedem Stück eine kleine Geschichte.

Von Claudia Bihler

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