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Geschichtsfan verfolgt die Schweden

Wanderung von Fehrbellin nach Stralsund Geschichtsfan verfolgt die Schweden

Günter Kerfin aus Wusterhausen wandert demnächst von Fehrbellin nach Stralsund. Dies ist eine geschichtsträchtige Route: Nach der Schlacht von Fehrbellin im Jahr 1675 sind die Schweden bis an die Ostsee zurückgewichen. Kerfin will dabei die historischen Wege ablaufen. Dies ist nicht seine erste und sicher auch nicht seine letzte Geschichts-Wanderung.

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Günter Kerfin und Udo Stange auf Wanderschaft.

Quelle: privat

Wusterhausen. Günter Kerfin will es wieder tun. Trotz der drei Schichten Blasen an den Füßen will der Wusterhausener wieder auf Wanderschaft gehen. Und das schon ziemlich bald. Der Geschichtsfan kann es einfach nicht lassen. Nachdem er im Juni 2013 zusammen mit seinem Freund Udo Stange gute 500 Kilometer von Schweinfurt nach Fehrbellin auf den Spuren des Kurfürsten Friedrich Wilhelm gewandert war, nennt er seine neue Tour nun „Die Schwedenverfolgung“.

Die Rede ist von einer Verfolgung aus dem Jahr 1675, nach der Schlacht bei Fehrbellin, als die Brandenburger Truppen die zurückweichenden Schweden bis Stralsund verfolgten. Deshalb geht es diesmal von Fehbellin nach Stralsund. Wie schon beim ersten Mal will Günter Kerfin die historischen Wege suchen und hat dafür an vielen Stellen recherchiert. Start ist wahrscheinlich wie damals am 19. Juni.

Udo Stange wird wohl dieses Mal nicht dabei sein, aber es gibt andere Interessenten. „Wer genau mitkommt, das steht noch nicht fest“, sagt Kerfin. Er ist gerade dabei, die 300 Kilometer lange Marschroute auf alten Wegen zusammenzustellen. Der Plan für die ersten drei Tage ist fixiert. Es geht von Fehrbellin nach Netzeband und Freyenstein und dann weiter nach Plau am See.

Auch mit dem Training hat der Wusterhausener längst begonnen. „Ich gehe schnell, aber ordentlich am See entlang“, beschreibt Kerfin seine Vorbereitungen. In seinem gut zehn Kilogramm schweren Gepäck wird er später unter anderem Wechselwäsche, Waschtasche, Wasser und – ganz wichtig – Blasenpflaster mit sich tragen. Unbedingt wieder mit dabei sind die Wanderschuhe von der ersten Tour. „Die sind jetzt erst richtig eingelaufen“, sagt Kerfin. Zum Traning zieht er aber andere an.

Ob er die Erfahrungen dieser Wanderung auch in einem Buch festhält, das weiß der Wusterhausener noch nicht. Ein Jahr hat es schließlich gedauert, bis das Buch der ersten Tour mit dem Titel „Kurfürsten-Gedenkwanderung zur Schlacht von Fehrbellin 1675“ fertig war. Kerfin kümmerte sich um den historischen Teil. Stange schrieb, was er Tag für Tag auf dem Weg festgehalten hatte.

Kerfins Part war es, die geschichtlichen Hintergründe zu erklären. Kurfürst Friedrich Wilhelm hatte nach dem gregorianischen Kalender am 28. Juni 1675 die schwedischen Truppen in der Schlacht bei Fehrbellin geschlagen. Von Schweinfurt aus war er damals dorthin gezogen. Sein Tross zählte 6000 Mann. Diesen Weg waren Udo Stange und Günter Kerfin in 22 Tagen gegangen. Drei preußische Meilen wollten die beiden damals Wanderer pro Tag schaffen. Eine hat 7,8 Kilometer. Das Duo kam schließlich auf etwa 23 Kilometer täglich. „Manchmal waren es mehr, manchmal auch weniger“, erinnert sich Kerfin. Allerorten wurden die Männer freundlich aufgenommen. Meist gab es zum netten Gespräch auch gleich noch einen Kaffee. „Vielen Menschen, die wir unterwegs getroffen haben, war die Schlacht von Fehbellin ein Begriff, sagt Kerfin.

Der Wusterhausener hatte im Vorfeld viel über den Marsch und seine Hintergründe gelesen und fand, dass die Truppen für die damalige Zeit sehr schnell gewesen waren. „Ich wollte sehen, ob ich das auch schaffe“, erzählt er. Und er hat es bewiesen. In seinem Buch erklärt er auch die damalige politische Lage in Europa und sagt, wer die Akteure waren.

Die wichtigste Informationsquelle für ihn sei das königliche Archiv in Stockholm gewesen, sagt er. Nach der Anmeldung dort werden einem die angeforderten Unterlagen herausgesucht und man kann sie zu einem bestimmten Termin einsehen. Aber auch bei Antiquariaten und Händlern hat Günter Kerfin viele alte Dokumente gefunden und über die Jahre zusammengetragen.

„Ich möchte die Jugend mit meinem Buch anregen, Geschichte mal anders zu erleben“, sagt Kerfin, der beruflich als Diplom-Ingenieur arbeitet. 300 Exemplare hat er zunächst drucken lassen. 20 sind bereits verkauft. Kerfin hatte sie erstmals beim Fest zum 25-jährigen Bestehen seines Ingenieurbüros in Wusterhausen angeboten. Da gab es noch keinen festen Preis. Jeder gab, was er geben wollte. Den Erlös von 299,20 Euro spendete Günter Kerfin an die Stephanus-Stiftung in Heilbrunn. Jetzt ist das Buch „Kurfürsten-Gedenkwanderung“ für 22,90 Euro in der Bücherecke Steffen in Kyritz sowie in den Museumsshops in Wusterhausen und Wittstock sowie bei Kerfin selbst zu haben.

Von Sandra Bels

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