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Gesucht: Paten für Geflüchtete

Neuruppin Gesucht: Paten für Geflüchtete

Erst zwölf, später mehr: Der Verein „Einsetzen statt aussetzen“ sucht für sein Patenprojekt „Zwölf hoch drei“ Menschen, die Flüchtlinge in ihrem Alltag begleiten wollen. Zwölf Paten wären ein guter Anfang, finden die Projektmacher. Doch wird eigentlich noch viel mehr Hilfe gebraucht.

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Eine Frau will Brücken bauen: Projektkoordinatorin Ines Meyer-Kormes.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Zwölf wären ein guter Anfang. Aber eigentlich sucht Ines Meyer-Kormes für das Patenschaftsprojekt „Zwölf hoch drei“ noch viel mehr Menschen, die Flüchtlinge in ihrem Alltag begleiten wollen. „Ich wünsche mir zwölf Leute, die anfangen“, sagt Ines Meyer-Kormes lachend. „Und ich hoffe, dass es mehr werden.“

Seit September betreut die 46-Jährige für den Verein „Einsetzen statt aussetzen“ (Esta) das Patenschaftprojekt „Zwölf hoch drei“. Zwar gibt es längst Leute, die sich ehrenamtlich für Flüchtlinge engagieren. Doch sind es zu wenige für zu viele Menschen. „Wir suchen neue Paten“, sagt Meyer-Kormes. „Und wir wollen die, die sich bereits engagieren, unterstützen.“

Die Helfer bestimmen selbst, wie sie helfen

Menschen jeden Alters sind in dem Projekt willkommen. Wie viel Zeit sie investieren wollen, bestimmen die künftigen Paten selbst. „Eine Stunde oder vier Stunden – wie viel Zeit jemand aufwenden und was er anbieten möchte, kann jeder für sich entscheiden.“

Begleiter werden unter anderem bei der Suche nach Wohnungen, Ausbildungen und Praktika gebraucht. Doch auch eine ältere Dame, die sich an Spielerunden mit Geflüchteten beteiligen möchte, oder ein Handwerker, der einen Heranwachsenden auf seinen Beruf vorbereiten will, können Brücken bauen. „Wir brauchen Menschen, die Lust haben, Beziehungen einzugehen.“

Ein Netzwerk unterstützt die Helfer

Wer fürchtet, an seinen Grenzen zu kommen, dem helfen Meyer-Kormes und das Esta-Netzwerk weiter – mit fachlichem Rat, Fortbildungen und regelmäßigen Zusammenkünften. „Es ist eigentlich schon alles da“, sagt Meyer-Kormes. „Es gibt ein Netzwerk.“

Meyer-Kormes hat Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten. Sie hat im Landkreis Oberhavel Flüchtlinge bei der Integration in Arbeit betreut, und sie hat Sprachunterricht gegeben. In den vergangenen Wochen ist sie viel im Landkreis herumgefahren, um bereits bestehende Helferstrukturen kennenzulernen. „Ich bin mobil“, sagt sie. „Ich gehe dahin, wo es schon etwas gibt.“

In den kommenden Wochen will sie Helfer-Stammtische in Neuruppin und Rheinsberg besuchen. Denn auch darum geht es: Helfern, die möglicherweise nach langen Auseinandersetzungen mit Behörden frustriert sind, Mut zu machen und Rückhalt zu geben.

Neue Formen der Begegnung

Um noch mehr Helfer zu finden, sucht Meyer-Kormes auch nach neuen Formen der Begegnung zwischen Geflüchteten und Einheimischen. Ähnlich wie auch in Gransee, wo ein gemeinsam von Geflüchteten und Einheimischen eingerichtetes Willkommenshaus zu Treffen einlädt, wünscht sie sich für Neuruppin ein Erzählcafé. Noch sind entsprechende Räume nicht gefunden. Doch Meyer-Kormes, selbst Schauspielerin, Mediatorin und therapeutisch ausgebildet, erhofft sich viel von solchen Gesprächsrunden. „Das wichtigste am Erzählen ist das Zuhören“, sagt sie. „Nur so lerne ich die Perspektive des Anderen kennen.“

Zurzeit ist sie dabei, eine Postkartenkampagne zu entwickeln, die neue Helfer werben soll. Ein Motiv für die Postkarten hat sie schon im Kopf: eine Brücke. Denn darum geht es.

Von Frauke Herweg

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