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Ostprignitz-Ruppin Gewässerpflege an der Leistungsgrenze
Lokales Ostprignitz-Ruppin Gewässerpflege an der Leistungsgrenze
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00:19 17.08.2017
Die Mähboote des Wasser- und Bodenverbandes Dosse-Jäglitz sind in diesem Jahr früher im Einsatz als sonst. Quelle: Alexander Beckmann
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Neustadt

Grabenpflege ist selbstverständlich das Alltagsgeschäft des Wasser- und Bodenverbandes (WBV) Dosse-Jäglitz in Neustadt. Normalerweise warten Geschäftsführer Gernot Elftmann und seine Kollegen erst die Ernte ab, bevor sie den Böschungen und Grabensohlen mit ihrem Gerät zu Leine rücken.

In diesem Jahr ist alles ein bisschen anders. Nach wie vor steht das Wasser sehr hoch in der Landschaft. Die Leute vom WBV haben alle Hände voll zu tun, die Gräben so zu präparieren, dass das Wasser möglichst schnell abfließen kann – zu einer Jahreszeit, in der sonst eher Trockenheit das Problem ist.

Grabenpflege als Notdienst

„Wir müssen viel springen, um an den schlimmsten Stellen Entlastung zu schaffen“, berichtet Gernot Elftmann. „Das habe ich so auch noch nicht erlebt.“ Mancher Landwirt lasse die Grabenpfleger sogar noch vor der Ernte mitten in die Kulturen, damit vielleicht doch noch etwas mehr Wasser durch die Gräben strömen kann. Besonders hart getroffen habe es das Rhinluch, erklärt Gernot Elftmann. Durch den hohen Pegel des Rhinkanals, der unter anderem das Wasser von den Ruppiner Seen abführt, seien weite Flächen komplett durchnässt. Die Entwässerungsgräben könnten in dieser Situation kaum ihren Zweck erfüllen.

Davon kann Detlef Peter von der Agrargenossenschaft „Rhinluch“ in Dreetz ein Lied singen. „Seit Freitag hat es ja wieder fast 60 Liter Regen auf den Quadratmeter gegeben.“ In den Wochen zuvor habe man schon Hoffnung geschöpft, dass die Lage sich entspannt. „Das hat uns jetzt aber wieder zurückgeworfen.“

Viele Äcker kaum noch zugänglich

Der Wasser- und Bodenverband leiste, was in seiner Macht steht, so Detlef Peter, doch in der Niederung entlang des Rhinkanals sei die Lage weiterhin kritisch. Bei den Kartoffeln rechne man inzwischen mit Verlusten von 30 Prozent. Mehr als ein Zehntel des Maises sei derzeit schlicht nicht zu ernten. „Selbst die Flächen, die abtrocknen, sind so aufgeschwemmt, dass man mit den Maschinen nicht draufkommt.“

Detlef Peter geht davon aus, das auf den 600 Hektar bewirtschafteten Flächen im Luch das Wasser rund 50 Zentimeter zu dicht an der Bodenoberfläche steht. Und es laufe eben kaum von allein zum Rhinkanal hin ab. Das einst zu diesem Zweck gebaute Schöpfwerk sei seit über 25 Jahren außer Betrieb. „So etwas könnte man jetzt brauchen.“

Hilfe aus dem Oderbruch

Da mag Gernot Elftmann nicht widersprechen: „Das wäre ganz wichtig, wenn wir das wieder sanieren könnten.“ Ansonsten müsse man sich mit Notlösungen behelfen. „Der Gewässer- und Deichverband Oderbruch hat uns als Soforthilfe eine Pumpe zur Verfügung gestellt. Dafür ein ganz großes Dankeschön.“ Immerhin habe man damit im Polderbereich den Pegel um rund zehn Zentimeter absenken können – vor dem letzten Regen.

Von Alexander Beckmann

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