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Gildenhall: Pflegeschule wird 50 Jahre alt

Mindestens 4300 Auszubildende seit 1965 Gildenhall: Pflegeschule wird 50 Jahre alt

Mit 165 Auszubildenden ist die Schule für Gesundheitsberufe in Gildenhall einer der größter Ausbilder in Ostprignitz-Ruppin. Auch die Pflegeschule hat mit einer sinkenden Zahl von Bewerbern zu kämpfen. Im April konnte eine Gesundheits- und Krankenpflegeklasse erstmals nicht eröffnet werden.

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Pflegenotstand als Sketch: Schüler gaben einen humoristischen Einblick in ihren Ausbildungsalltag.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Mitunter ist Maria Kähler überrascht, wie wenig Respekt den Pflegeberufen entgegengebracht wird. „Haben Sie nichts Besseres gefunden?“ ist die angehende Gesundheits- und Krankenpflegerin mal gefragt worden. Doch die 25-jährige Lindowerin hat die Wahl ihrer Ausbildung nie bereut. „Ich leiste etwas sehr Verantwortungsvolles“, sagt die junge Frau, die ihre Ausbildung an den Ruppiner Kliniken und der Schule für Gesundheitsberufe absolviert. „Die Patienten sind in unseren Händen.“

Am Donnerstag feierte die Schule für Gesundheitsberufe in Gildenhall ihr 50-jähriges Bestehen. Mindestens 4300 junge Leute haben seit 1965 dort ihre Ausbildung ihre Ausbildung absolviert. Mit 165 Auszubildenden in der Gesundheits- und Krankenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflegehilfe und der Physiotherapie ist die Schule einer der größten Ausbilder in Ostprignitz-Ruppin. „Als erste Pflegeschule in Brandenburg waren wir komplett kreidefrei“, sagt Schulleiterin Kerstin Cerbe. Unterrichtet wird auf technisch hohem Niveau – an elektronischen Tafeln und mit anderen modernen Medien.

Allerdings hat auch die Schule mit zurückgehenden Bewerberzahlen und fehlender Ausbildungsreife der Interessenten zu kämpfe. Im April konnte Cerbe zum ersten Mal keine Gesundheits- und Krankenpflegeklasse eröffnen, weil es nicht genügend Bewerber gab. Statt der geplanten zwei starten jetzt im Herbst drei neue Klassen. „Wir können das also hoffentlich kompensieren“, sagt Cerbe.

Künftig soll die Schule die Angebote bündeln

Klar ist, dass sich die Ausbildung in den Pflegeberufen grundsätzlich ändern wird. Künftig – möglicherweise schon ab dem kommenden Jahr – soll es eine generalisierte Lehre gegen, in die Ausbildungen der Kranken- , Alten- und Kinderpflege zusammengefasst werden. Anders als bisher sind die Auszubildenden dann nicht mehr Angestellte eines Krankenhauses oder eines Altenheims – die Schule organisiert stattdessen den gesamten Ausbildungsgang. „Das wird eine sehr große Herausforderung“, sagt Cerbe.

Julius Thomas absolviert seine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpflege noch nach der alten Praxis. Wie seine Mitschülerin Maria Kähler ist er von der Ausbildung in Gildenhall sehr angetan. „Die Schule ist klein und angenehm übersichtlich“, sagt der Oranienburger. „Die Lehrer kümmern sich sehr.“ Regelmäßig kämen sie in die Krankenhäuser, um die Schüler auch dort zu unterstützen. Am Nachmittag gäbe es Kurse, in denen Stoff wiederholt werden kann. Thomas kann sich vorstellen nach seiner Ausbildung noch ein Medizinpädagogikstudium dranzuhängen und später einmal selbst Pflegekräfte zu unterrichten. Dozenten, das weiß er, sind sehr gesucht.

Junge Lehrer, kameradschaftliche Stimmung

Das Lehrerteam an der Schule für Gesundheitsberufe ist jung. „In den vergangenen Jahren hat hier ein totaler Generationenwechsel stattgefunden“, sagt Cerbe. Die Stimmung im Haus sei kameradschaftlich und respektvoll. „Mir ist wichtig, dass wie einander auf Augenhöhe begegnen.“

Die Schule für Gesundheitsberufe ist Teil der Medizinischen Bildungsakademie Neuruppin (MBN), zu der auch die Kita „Wirbelwind“ und das Lehrlingswohnheim gehören. Viele Jahre war die Schule auf dem Klinikgelände untergebracht. 2011 zog die Schule in eine ehemalige Berufsschule in Gildenhall um. Seit 2004 bietet die Schule auch die Ausbildung zum Physiotherapeuten an. Dafür müssen die Schüler seit Anfang vergangenen Jahres kein Schulgeld mehr zahlen. Cerbe freut sich über dieses Verhandlungsergebnis mit den Krankenkassen. „Das ist sicherlich eines der großen Dinge, die wir erreichen konnten.“

Von Frauke Herweg

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