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Glockenläuten für einen Hasen

Theatertruppe begeistert 120 Besucher in Bechlin Glockenläuten für einen Hasen

Seit dem 13. Jahrhundert bietet die Bechliner Kirche den Dorfbewohnern Schutz ‒ viele Geschichten ranken sich um die alte Feldsteinkirche. Nun gibt es nicht nur das sagenumwobene Messer am Ostgiebel, sondern auch noch einen fast zwei Meter großen weißen Hasen, der sein Unwesen im Kirchenschiff treibt.

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Ein Irrtum sorgt für Turbulenzen in der Irren-Anstalt. Versehentlich wird Schwester Veta statt ihres Bruders vom Pfleger gepackt.

Quelle: Cornelia Felsch

Bechlin. Mitgebracht hat ihn das Schauspieler-Team von "Theater in der Kirche" ‒ sein Name ist Harvey.

Vor einem Jahr begeisterte die Berliner Truppe die Bechliner bereits mit Oskar Wildes "Bunbury oder Ernst muss man sein". 90 froh gestimmte Zuschauer spendeten damals eifrig für die Kirche, 120 waren es diesmal. Einen Sommer lang haben die zehn Freiberufler im Künstlerhaus Bethanien geprobt, um ein neues Stück auf die Beine zu stellen. Nun ist das Wandertheater vom Spätsommer bis zum Herbst mit dem Stück "Mein Freund Harvey" von Mary Chase in den Gotteshäusern unterwegs. "Der liebenswerte und charmante Film hatte es mir angetan", sagte die Regisseurin Elena Brückner am Freitag. Die Komödie um den Hasen wurde mehrmals verfilmt: 1950 mit James Steward in der Hauptrolle und 1970 mit Heinz Rühmann.

Wieder einmal setzten die Bechliner auf Heiterkeit ‒ ein gutes Rezept, denn ernst genug ist der Zustand von Turm und Dach allemal. Auf rund 300000Euro wurden die Sanierungskosten geschätzt. Da ist es schon gut, wenn man Freunde wie Harvey hat, die einen nicht enttäuschen. Am Freitag freuten sich der Förderverein und die Bechliner Kirchengemeinde über viele treue Theaterfans, die sogar aus Berlin anreisten. Dem Förderkreis "Alte Kirchen Berlin-Brandenburg" ist es zu verdanken, dass die Bechliner Kontakt zu den Schauspielern bekamen, deren Ziel es ist, Kultur auf das platte Land und die Kirche der Sanierung einen Schritt näher zu bringen. Und wie kann man dies besser bewerkstelligen als mit einer Ode an die "Spinner", die selbstlos anderen Gutes tun.

Es ist einfach rührend mit anzusehen, wie der endlos gutmütige Alexander Riemann in der Rolle des Elwood P. Dowd den Menschen lächelnd gegenübertritt, sie zum Essen oder zu einem Drink einlädt und ihnen seine Visitenkarte reicht. Trotz der Intrigen seiner schrillen Schwester ‒ toll gespielt von Veta Louise Simmons ‒ die ihn in eine Irrenanstalt einweisen lassen will, um an das Erbe zu kommen, überschüttet er sie mit Liebe und Zuneigung. Seine Kraft schöpft er aus der Freundschaft zu Harvey, dem unsichtbaren Hasen, der den Whisky-liebenden Gentlemen ständig begleitet. Am Ende der Komödie packt selbst den wirren Doktor Chumley die große Sehnsucht nach einem "Harvey", einem Gefährten, der ihn nicht enttäuscht. So wie es oftmals Kinder tun, wenn sie sich nach einem Freund sehnen, dem sie alle Kümmernisse der Welt anvertrauen möchten.

"Als Kind habe ich den Film gesehen", erzählte die Gemeindepädagogin Evelyn Tomaske-Fellenberg, die am Freitag ebenfalls unter den Theaterbesuchern ist. "Ich war ganz begeistert und wollte auch unbedingt so einen Hasen haben. Aber der sollte natürlich rosa sein."

Von Cornelia Felsch

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