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Glücklich im neuen Job

Lichtenberg Glücklich im neuen Job

Im Juli 2015 hatte der Landkreis Ostprignitz-Ruppin ein spezielles Pogramm zur Vermittlung von Langzeitarbeitslosen aufgelegt. 42 Frauen und Männer konnten seitdem in Arbeit vermittelt werden. Gleich zwei von ihnen arbeiten auf Gut Hesterberg. Sie sind glücklich damit – und die Gutsleitung ebenso.

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Sabrina Stankowitz kümmert sich auf Gut Hesterberg um den Bauerngarten.

Quelle: Frauke Herweg

Lichtenberg. Eigentlich hatte Axel Kosow die Hoffnung auf einen Job längst aufgegeben. Immer wieder hatte sich der gelernte Möbeltischler in Betrieben vorgestellt. Erfolglos. Nach sechs Jahren ohne Job half ihm schließlich ein spezielles Programm zur Integration von Langzeitarbeitslosen auf die Beine. Unterstützt von einem Coach fing der Alt Ruppiner vor fast zwei Jahren auf Gut Hesterberg an.

Der 58-Jährige wäscht die vielen Kisten der Lichtenberger Fleischerei und schäumt am Ende einer Schicht die Arbeitsräume ein. Zugleich überwacht er die Einhaltung der Sauberkeitsregelen. „Ich bin der Mann für die Hygiene“, sagt er. Auf Gut Hesterberg halten sie große Stücke auf ihn. „Herr Kosow ist mit seiner Arbeit aufgeblüht“, sagt Karoline Hesterberg. „Wir sind sehr froh, dass wir ihn haben.“

31 Menschen haben inzwischen einen unbefristeten Vertrag

Im Juli 2015 hatte der Landkreis mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds und des Bundes ein Programm zur Integration von Langzeitarbeitslosen gestartet. 42 Frauen und Männer konnten seitdem in sozialversicherungspflichtige Jobs gebracht werden. 31 von ihnen haben inzwischen einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Landrat Ralf Reinhardt hofft, dass ihr gutes Beispiel Schule macht. „Die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen ist möglich“, sagt er. „Wenn sich diese gute Erfahrungen rumsprechen, stellen Betriebe vielleicht noch weitere Langzeitarbeitslose ein.“

„Mann für die Hygiene“

„Mann für die Hygiene“: Axel Kosow wacht über die Sauberkeit in der Fleischerei auf Gut Hesterberg.

Quelle: Frauke Herweg

Auf Gut Hesterberg war das der Fall. Nach den guten Erfahrungen mit Kosow, meldet sich das Unternehmen wieder beim Jobcenter, als es eine zupackende Hilfe für die Pflege des Bauerngartens und der Hecken brauchte. Seit August vergangenen Jahres kümmert sich Sabrina Stankowitz um die Gartenpflanzen. Auch sie, sagt Hesterberg, sei „ein Glücksfall“.

Coaches beraten Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Damit Arbeitgeber und Langzeitarbeitslose wirklich gewinnbringend für einander sind, wurden über das Programm zwei Coaches eingesetzt. Sie kümmerten sich darum, dass die künftigen Beschäftigten genau auf ihre Stellen passten. „Wir haben nichts mit der Gießkanne ausgeschüttet“, sagt Coach Ronald Schmidt. „Wir haben ganz genau geguckt, wer wohin passt.“ Anschließend standen die Coaches Arbeitgebern und ehemaligen Langzeitarbeitslosen beratend zur Seite.

Im Dezember kommenden Jahres wird das Projekt enden. Insgesamt 1,25 Millionen Euro aus Fördermitteln kann das Jobcenter für das Programm ausgeben. Finanziert werden Qualifizierungen, Mobilitätshilfen und Lohnkostenzuschüsse für Arbeitgeber. So konnte bisher während einer sechsmonatigen Einarbeitungsphase ein Zuschuss von 75 Prozent des Arbeitsentgelts gezahlt. Für weitere neun Monate zahlte das Jobcenter die Hälfte des Lohns zu.

Viele Jobs im Sicherheitsgewerbe

In den meisten Fällen hatten die Langzeitarbeitslosen in das Sicherheitsgewerbe vermittelt werden können – elf Mal kam es zu einem Arbeitsvertrag. Aber auch Jobs in der Hauswirtschaft, im Baugewerbe, als Hauswart oder in der Produktion konnten vergeben werden. In neuen Fällen allerdings brachen die Teilnehmer das Programm ab – weil sie gesundheitliche Probleme hatte oder weil sie anderswo eine Vollzeitstelle antraten.

Sabrina Stankowitz ist erleichtert, dass sie über das Programm eine Chance bekam. Zuvor hat sich die gelernte Malerin und Lackiererin mit befristeten Jobs oder Minijobs über Wasser gehalten. Obwohl die Walslebenerin zeitweise mehrere Jobs gleichzeitig machte, reichte es nicht zum Leben. „Ich bin aus dem Leistungsbezug eigentlich nie rausgekommen“, sagt Stankowitz.

In der Gartenpflege hatte Stankowitz zuvor keine Erfahrungen sammeln können. Aber sie arbeitete sich schnell ein. „Wenn es blüht, hat man es gut gepflegt“, sagt sie lachend. Inzwischen hat sie mit ihrer Tatkäftigkeit auch die Kollegen in der Landwirtschaft überzeugen können. Wenn im Winter im Garten nicht so viel zu tun ist, hilft sie bei den Kühen aus.

Von Frauke Herweg

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