Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Glückliches Eisernes Jubiläumspaar

Neustadt Glückliches Eisernes Jubiläumspaar

Marie-Luise und Gerhard Störing aus Neustadt schlossen am 5. Juli 1952 den Bund fürs Leben. Die Liebe ist bei dem lustigen und erstaunlich rüstigen Paar noch immer frisch. 65 Jahre später erinnern sich die beiden an die schönen gemeinsamen Jahre voller Glück zurück.

Voriger Artikel
Die Waldpfleger der Zukunft
Nächster Artikel
Schöller-Festspiele im August

Marie-Luise und Gerhard Störing blicken auf 65 glückliche Ehejahre zurück und feiern ihren Ehrentag in großem Kreise.

Quelle: André Reichel

Neustadt. Für Marie-Luise und Gerhard Störing ist der Mittwoch, 5. Juli, ein ganz besonderer Tag, denn die beiden Neustädter feiern ihren Eisernen Hochzeitstag. Sie wollen es zwar nicht zugeben, doch je näher der Tag heranrückte, desto größer wurde bei ihnen die Aufregung. In Erinnerungen an all die schönen zurückliegenden Jahre schwelgt das harmonische Paar zwar immer wieder mal, doch dieser Tage wurden besonders oft die alten Alben mit den Schwarz-Weiß-Fotos hervorgeholt.

Die Bilder vom Tag der Hochzeit schauten sich Marie-Luise und Gerhard Störing besonders gern und intensiv an. „Mein Gott, wie jung wir damals waren“, stellt Marie-Luise Störing mit einem gewissen Schmunzeln fest. „Ja, wo sind all die vielen Jahr nur geblieben?, fragt sich Gerhard Störing verwundert. Zwar sind seit dem Tag, an dem sich die beiden im Neustädter Standesamt das Ja-Wort gaben, schon 65 Jahre vergangen, doch die Liebe ist noch immer so frisch, wie einst. Im selben Jahr bezogen sie das Haus, in dem sie auch heute noch wohnen.

Das Brautpaar am 5

Das Brautpaar am 5. Juli 1952, dem Tag der Hochzeit, umgeben von Familienangehörigen und einigen Freunden.

Quelle: André Reichel

Das Eiserne Hochzeitspaar hat sich für den Jubiläumstag allerhand vorgenommen. Gleich morgens sind die beiden Söhne, der 61-jährige Detlef Störing aus Wusterhausen und dessen drei Jahre ältere Bruder Raimund, der seit 1980 in Berlin lebt, zum gemeinsamen Frühstück eingeladen. Die Ehefrauen der beiden Brüder, samt Kinder und Enkel werden selbstverständlich mit von der Partie sein. Gewiss wird auch das Telefon ob der vielen Gratulanten nicht still stehen und nicht wenige Nachbarn und Freunde werden direkt an der Tür klingeln, um das Paar zu beglückwünschen.

Nachmittags gegen 14 Uhr will sich das Eiserne Jubiläumspaar in der Köritzer Kirche den Segen der Pfarrerin geben lassen. „Das ist uns wichtig, denn damals ließen wir uns nur standesamtlich trauen“, berichtet Marie-Luise Storing.

In den 50er Jahren spielte Gerhard Störing (3vl) in einer Kapelle

In den 50er Jahren spielte Gerhard Störing (3.v.l.) in einer Kapelle. Mit dabei: sein Vater Leo (l.), sein Bruder Siegfried (r.) und am Akkordeon Heinz Lasch.

Quelle: André Reichel

Im Anschluss daran soll es mit mehr als 40 geladenen Gästen direkt ins Neustädter Parkhotel gehen, berichtet das Jubiläumspaar, das sich schon im Vorfeld sehr auf die Feier und das gesellige Miteinander freute. „Wir haben schon immer gern gefeiert und das Tanzbein geschwungen und das machen wir jetzt auch so“, sagt Gerhard Störing. Als wäre es gestern gewesen, erinnert sich das Paar an die erste Begegnung. Gerhard Störing, damals 20 Jahre alt, war beim Fernmeldebau tätig und stellte mit Kollegen in Neustadt Telegrafenmasten auf und verlegte in luftiger Höhe die Kabel. Da fiel ihm sein Werkzeug aus der Hand und er bat der zufällig vorbeikommenden Marie-Luise Störing, es ihm reichen.

Dieser zufälligen Begegnung folgten bald weitere und schließlich wurden sie ein Paar, dass ein Jahr später heiratete. Einer Reihe von Zufällen war es geschuldet, dass sich beide überhaupt begegneten, schließlich stammen sie aus unterschiedlichen Regionen.

Gerhard Störing (r) baute in den 1950er und 1960er Jahren im Kreis Kyritz und darüber hinaus Telegrafenmasten auf

Gerhard Störing (r.) baute in den 1950er und 1960er Jahren im Kreis Kyritz und darüber hinaus Telegrafenmasten auf.

Quelle: André Reichel

Gerhard Störing kam am 27. Februar 1931 in der Nähe von Bromberg, im heutigen Polen zur Welt. Ende 1944 flüchtete seine Familie gen Westen und landete schließlich in Neustadt. „Mein Vater hatte hier Bekannte“, erklärt der heute 86-Jährige, der anfangs bei einem Bauern arbeitete, bevor er 1948 eine Lehre beim Fernmeldebau begann. Dort arbeitete Störing bis 1966, wo er schließlich Fernmeldetechniker wurde. 1994 ging er in Rente. Seine große Leidenschaft, das Musizieren, lebte er in jungen Jahren aus. Später drechselte er kunsthandwerkliche Arbeiten. Bis heute gärtnert er gemeinsam mit seiner Frau Marie-Luise. Sie wurde am 15. September 1929 in Stettin geboren und kam ebenfalls als Flüchtling nach Neustadt. Nach der Heirat arbeitete sie jahrzehntelang in der Neustädter Kinderkrippe „Bummi“.

Von André Reichel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg