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Gnadenhochzeit in der Dossestadt

Wusterhausen Gnadenhochzeit in der Dossestadt

Gertrud und Rudolf Ota aus Wusterhausen gaben sich vor 70 Jahren im Standesamt von Dessow das Ja-Wort. Am 25. Dezember feierten sie nun ihre Gnadenhochzeit. Zum Gratulieren kam nicht nur der Pfarrer, sondern auch der Bürgermeister der Gemeinde Wusterhausen, Roman Blank. Das Jubiläumspaar erzählte spannende Geschichten aus 70 Jahren Ehe.

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Gertrud und Rudolf Ota aus Wusterhausen feierten am 25. Dezember 2017 ihren 70. Hochzeitstag.

Quelle: André Reichel

Wusterhausen. Für Gertrud und Rudolf Ota aus Wusterhausen ist der erste Weihnachtsfeiertag der mit Abstand schönste Tag im ganzen Jahr. Das Wohnzimmer ist festlich geschmückt und aus der Küche duftet es herrlich nach Gänsebraten. Doch zu etwas wirklich besonderem wird dieser Tag für das Paar, weil sie sich einst an jenem 25. Dezember das Ja-Wort gaben. 70 Jahre ist das nun her. „Gnadenhochzeit – diesen doch so besonderen Tag feiern zu können, ist für uns beide ein riesengroßes Geschenk“, sagte Rudolf Ota.

Zum Gratulieren kamen am Montagvormittag der Bürgermeister der Gemeinde Wusterhausen, Roman Blank. Der erkrankte Ortsvorsteher von Wusterhausen, Wolfgang Kamphausen (UWG), wurde von Petra Buschke von der Fraktion Die Linke vertreten. Beide hatten einen dicken Blumenstrauß mitgebracht und freuten sich mit dem Paar. Bei Kaffee und Kuchen erzählten Gertrud und Rudolf Ota Gerschichten aus ihrem Leben und natürlich, wie sie sich kennenlernten. Rudolf Ota, Jahrgang 1926, wuchs im Sudetenland auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand er eine neue Heimat in Tramnitz.

Zu Weihnachten hatte die ganze Familie Zeit

Gertrud Ota kam 1924 in Landsberg an der Warthe zur Welt. Auch sie verlor 1945 ihre Heimat und kam mit ihrer Familie erst mal im Gutshaus von Blankenberg unter. Dort begegnete sie auch den Großeltern von Bürgermeister Roman Blank, die im Dorf wohnten. Blank berichtete, dass seine inzwischen verstorbenen Großeltern in Blankenberg ebenfalls am 25. Dezember 1947 heirateten. Gertrud und Rudolf Ota lernten sich in Tramnitz kennen, wo sie dann als Neusiedler eine kleine Bauernwirtschaft aufbauten. Im Dessower Standesamt heirateten die beiden. Den recht ungewöhnlichen Hochzeitstermin konnte Rudolf Ota leicht erklären: „Nur zu Weihnachten hatten all unsere Verwandten die Zeit, zur Hochzeitsfeier zu kommen.“

1950 zog das Jubiläumspaar nach Wusterhausen. Das damals baufällige Fachwerkhaus verwandelten sie in jahrelanger Arbeit in ein gemütliches Heim. Noch heute wohnen sie in diesem Haus in der Berliner Straße. Ihr Arbeitsleben verbrachte die heute 93-jährige in der Verwaltung der HO und als Verkäuferin in verschiedenen Geschäften. Rudolf Ota arbeitete von 1956 bis 1991 erst als Fahrer, dann als Betriebsdirektor im Kraftverkehr Kyritz. Ihr Rentnerdasein genießen sie bis heute in vollen Zügen. Wenn es die Gesundheit zulässt, wollen Otas auch den 71. Hochzeitstag kräftig feiern.

Von André Reichel

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