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Gnewikow: Tauziehen um Kirchensanierung

Förderverein will Turmzier aufstellen Gnewikow: Tauziehen um Kirchensanierung

Nur in kleinen Schritten kommt der Förderverein Gnewikower Kirche bei seinen Anstrengungen voran, das Gotteshaus im Ort zu erneuern. Als nächstes soll die Turmzier aufgestellt werden. Das allein kostet 12 000 Euro, die der Verein nur schwer aus der eigenen Tasche bezahlen kann. Die 25 Mitglieder sind auf Spenden angewiesen.

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Sieglinde Siebmann vor der Gnewikower Kirche.

Quelle: Dagmar Simons

Gnewikow. „Keiner sieht, was wir machen. Deshalb wollen wir ein Zeichen für unsere Spender setzen“, sagt Sieglinde Siebmann vom Förderverein der Gnewikower Kirche. Damit die Gönner ein Bild davon bekommen, wohin ihr Geld geht, will der 1998 gegründete Verein die Turmzier auf das kleine Gotteshaus endlich aufsetzen. Gekauft ist sie und liegt bereit zum Einbau, nur die kirchenbaurechtliche Genehmigung fehlt noch. Die alte Zier war bei einem Unwetter vor Jahren abgebrochen und dann verloren gegangen. Wie sie aussah, blieb lange ein Rätsel. Die Vereinschefin recherchierte und bekam nach einem Aufruf Postkarten und alte Fotos. „So wie die Zier auf alten Fotos aussieht, wurde sie in Zink nachgebaut“, sagt Sieglinde Siebmann.

Das Aufbringen soll laut Kostenvoranschlag 12 000 Euro kosten – zu viel für den kleinen Verein mit 25 Mitgliedern. „Turmzier und kein Ende, das hatten wir uns nicht so gedacht“, sagt Vereinschefin Siebmann. Eigentlich wollten sie nur die Turmzier und den Kaiserstiel erneuern. Aber auch der Turmhelm muss nach denkmalrechtlichen Vorgaben restauriert werden, damit Statik und Eindeckung stimmen. Darüber hat der Verein mit der Kirche verhandelt. Voraussichtlich können die Gnewikower nicht mit Geld von der Kirche rechnen. Entweder gibt der Förderverein alles, was er hat, und ist pleite oder die Kirchengemeinde versucht, auf einem anderen Weg noch an Fördermittel zu kommen, so Sieglinde Siebmann. Jetzt wartet der Verein erst einmal ab, was das Kirchenbauamt sagt.

Ideen, die nur schwer umsetzbar sind

„Wir haben so unsere Vorstellungen, die Kirche auch“, sagt die Vereinschefin. Einige wollen zum Beispiel die Bänke restaurieren, andere wollen die Sitzreihen entfernen und stattdessen Stühle aufstellen. Sieglinde Siebmann wollte die Fenster streichen. „Das hatte ich mir ganz einfach vorgestellt“, sagt sie. Ein Topf Farbe und Pinsel – von wegen. „Ich habe Anweisungen auf zwei DIN A 4- Seiten bekommen. Daraufhin habe ich mein Vorhaben aufgegeben.“ Außerdem wünscht sie sich eine Heizung. Dann könnte die Kirche auch im Winter genutzt werden. Gedacht ist, mit Fachleuten ein Nutzungskonzept zu erarbeiten. Bereits jetzt finden dort neben Gottesdiensten auch weltliche Veranstaltungen statt wie Konzerte, Trödelmarkt und anderes, alles; um Geld für den Erhalt der kleinen Kirche zu sammeln. Außerdem sichern die zurzeit 25 Vereinsmitglieder ab, dass die Kirche von Mai bis September an jedem ersten Sonntag im Monat geöffnet ist. Zusammen mit den Landfrauen, deren Vorsitzende Sieglinde Siebmann ebenfalls ist, wird der Frühjahrsputz in und außerhalb der Kirche gemacht. Acht Landfrauen sind sie noch. Sie sind für die Osterkrone zuständig, die ihre Männer in der Dorfmitte aufstellen. Auch sonst unterstützen sie die Vereine, wo sie können, sind beim Wiesenfest mit einem Kuchenstand dabei. Was eigene Veranstaltungen angeht, haben sich die Landfrauen zurückgezogen. „Wir machen nur noch das, was uns Spaß macht“, sagt Sieglinde Siebmann. Sie gehen ins Kino, unternehmen Fahrten und feiern den Frauentag.

„Ich habe sehr viel Zeit mit meiner ehrenamtlichen Arbeit verbracht“, zieht Sieglinde Siebmann Bilanz. Alles für den Ort, in dem sie 1967 ihre Lehre begonnen hat und dem sie nach der Wende vier Jahre als Bürgermeisterin vorstand. Seit 2013 ist sie im Vorruhestand. „Ich freue mich jeden Morgen, dass ich zu Hause bin“, sagt sie. Ruhiger ist sie seitdem nicht geworden. „Mein Mann sagt immer, Rente heißt nicht ’Renntier’“, sagt sie und lacht. Aber ihre Rührigkeit und die ihrer Mitstreiter im Kirchenförderverein hat Früchte getragen. „Wir sind unserem Ziel ein kleines bisschen näher gekommen.“ Dafür lohnt sich der Einsatz.

Von Dagmar Simons

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