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Ostprignitz-Ruppin Gospelkonzert mit „Cherished“
Lokales Ostprignitz-Ruppin Gospelkonzert mit „Cherished“
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00:17 19.10.2016
Junior-Chefin Christina Bischoff dirigiert das Ensemble. Quelle: Regine Buddeke
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Rheinsberg

Die Programme haben nicht ausgereicht. „Es tut mir leid, aber uns wurde nicht gesagt, dass so viele Leute kommen“, entschuldigt sich Pastor Till Sauer bei den 100 Gästen, die am Sonnabend in die Rheinsberger St. Laurentius Kirche gekommen sind, um dem, Ensemble Cherished zu lauschen, dass sich seit 30 Jahren schon der Gospelmusik verschrieben hat. Viele Jahre hat Sauer das Ensemble nun schon geleitet – nun übergibt er den Staffelstab peu a peu an seine Nachfolgerin Christina Bischoff, die Stimmbildnerin der Sänger und Sängerinnen.

Insofern entstand am Sonnabend auch dann und wann ein kleines Gerangel am Dirigentenpult. „Ach, ich bin schon wieder nicht dran“, sagt Sauer lachend und überlässt das Pult seiner jungen, enthusiastischen Junior-Chefin. Den 17 Sängern ist es egal – sie legen sich ins Zeug. Gerade haben sie einen Probenaufenthalt in Prebelow hinter sich und wollen nun gern in einem öffentlichen Konzert zeigen, was sie in den vergangenen Tagen erarbeitet haben. „Als die Konzert-Anfrage kam, habe ich natürlich gerne Ja gesagt“, begrüßt Kantorin Juliane Felsch-Grunow sowohl das Berlin-Charlottenburger Ensemble als auch die Zuhörer und verspricht eine gute Stunde „richtige Freude, die zu Herzen geht“.

„Ol’ time Religion“ zum Start

Mit „Ol’ time Religion“ beginnt der Reigen der Gospels, die man – so Sauer – bitteschön nicht mit Spirituals verwechseln darf. Letztere sind alte Kirchengesänge, bei denen Komponist und Texter oftmals unbekannt sind. Gospels dagegen seien moderne Kirchengesänge – ab etwa 1920 kamen sie auf. Und Mischformen, wo Gospels von Spirituals inspiriert worden sind.

Das Ensemble versucht sich sowohl an den Genre-Klassikern wie den bekannten „Praise the Lord“ oder „Let my People go“ als auch an weniger bekannten Stücken – viele der spannenden Arrangements hat Sauer für seine Truppe geschrieben. Er spielt gern mit Laut-Leise-Kontrasten oder gegenläufigen Passagen der Stimmlagen. Das ist – etwa bei „Shine the Light“ – schön anzuhören auch wenn die geballte Wucht, die man zum Teil von afroamerikanischen Gospeltruppen gewöhnt ist, etwas leiser daherkommt. Dafür gelingen die leisen Töne sehr berührend. „Sometimes I feel like a motherless Child“ – gesungen als Duett von Marina Koch und Beate Ibbeken – lässt die Kirche ganz still werden. „Ich hab Gänsehaut, raunt eine Zuhörerin ihren Nachbarn zu.

„Es ist nicht so, dass im Himmel nur Bach gespielt wird“, sagt Sauer und kündigt Dixieland an – gut versteckt in „Oh when the Saints go marchin’ in“. Auch das kommt gut beim Publikum an, der Applaus für das gut einstündige Konzert fällt dankbar und üppig aus.

Von Regine Buddeke

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