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Ostprignitz-Ruppin Gottesdienste ohne Pfarrer
Lokales Ostprignitz-Ruppin Gottesdienste ohne Pfarrer
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00:18 22.08.2016
Vor allem im Inneren sind in der Dranser Kirche Arbeiten nötig: Die Decke, der Putz und die Elektrik müssen erneuert werden.. Quelle: Claudia Bihler
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Dranse

Sie war sogar selbst ein wenig überrascht, dass der erste Gottesdienst, den die evangelische Gemeinde in Dranse alleine – das heißt, ohne Pfarrer – gefeiert hat, bereits im Jahr 2010 stattgefunden hat: „Zwei, drei Jahre“ hatte Anke Tusche zuvor geschätzt: „Das war, als Pfarrer Berthold Schirge 22 Dörfer betreuen musste – und für jeden Ort nur wenige Male im Jahr überhaupt ein Gottesdienst möglich war. „Das war uns viel zu wenig“, meint die Dranserin, „und wir haben uns überlegt, wie wir das anders organisieren können.“

Nach umfassenden Informationen war dann klar: Auch ohne einen Pfarrer kann die Gemeinde zusammen kommen und Gottesdienst feiern – wenn auch ohne Abendmahl: „Aber es ist hier sowieso nicht so verbreitet, dass das bei jedem Gottesdienst stattfinden muss.“ Hans-Joachim Zibell, der ehemalige Pfarrer von Dranse ist zwar bereits in Rente, half aber den Gemeindemitgliedern, sich in die Anforderungen einzuarbeiten. „Er ist ja ein Perfektionist“, meint Anke Tusche: „Diese Unterlagen, die mit dem Glockengeläut beginnen und beispielsweise Liedervorschläge für den gesamten Gottesdienst enthalten, versteht wirklich jeder.“ Nur bei der Predigt freuen sich die Dranser immer, wenn der ehemalige Pfarrer ihnen dabei behilflich ist. Anke Tusche: „Die Interpretation ist ja nicht immer so leicht.“

Der Kirchhof wird von der Gemeinde gepflegt, im ehemaligen Kuhstall ist der gemeinderaum, in dem auch die Gottesdienste stattfinden. Quelle: Claudia Bihler

Der Gottesdienst findet dann regelmäßig nicht in der großen Kirche statt, sondern in einem extra hergerichteten Raum. Auch sonst unterscheiden sich die Treffen der Dranser Gemeinde von anderen Gottesdiensten: „Wir reden über das, was wir tun – über die Predigten etwa.“ Deswegen wurde mitten im Gemeinderaum auch eine große Tafel aufgestellt, auch wenn gleich nebenan Kirchenbänke vorhanden sind: „Hier kann man seine ganzen Unterlagen vor sich ausbreiten“, meint die Gemeindekirchenratsvertreterin. Inzwischen kommen nicht nur Besucher aus Griebsee, sondern auch beispielsweise aus Flecken Zechlin. Und so mancher interessiert sich für die Gottesdienste in Eigenregie, denn die Pfarrstellen sind überall knapp.

„Und wir unternehmen auch sonst recht viel miteinander“, sagt Anke Tusche: „So treffen wir uns beispielsweise regelmäßig in Berlinchen zur Kaffeetafel.“

Ein Förderverein hat sich in der Gemeinde zudem ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Die Kirchensanierung. Ein Architekten-Projekt liegt bereits vor. „Aber wir benötigen rund 320 000 Euro zur Sanierung unserer Kirche. Der Putz und die Elektrik und auch die Decke müssen erneuert werden.“ Bereits saniert werden konnten die Kirchenfenster und das Kirchendach: „Jetzt gibt es hier wenigstens keine Feuchtigkeit mehr.“

20 000 Euro haben die Dranser bereits gesammelt und hoffen nun auf Zuschüsse aus diversen Fördertöpfen,. „Einen Eigenanteil können wir gut aufbringen“, sagt Anke Tusche, „dank unserer Waldstücke, die der Kirche gehören. Wir konnten in den letzten Jahren vergleichsweise viel Holz aus unserem Einschlag verkaufen.“

Dagegen klappt es mit den Einnahmen aus den Benefizkonzerten nicht immer so gut – gespendet wird zwar, aber vergleichsweise wenig: „Manchmal haben wir Konzerte wie etwa die Don Kosaken, da würden die Karten normalerweise das Mehrfache dessen kosten, was gespendet wird. Da ist man mitunter schon verzweifelt.“

Von Claudia Bihler

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