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Ostprignitz-Ruppin Schmierereien kosten Kommunen viel Zeit und Geld
Lokales Ostprignitz-Ruppin Schmierereien kosten Kommunen viel Zeit und Geld
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16:48 23.10.2018
Lars Wedhorn vom Wittstocker Bauhof entfernt mit Grafitigel Schmierereien vor dem Wittstocker Rathaus. Quelle: Christian Bark
Wittstock

Sorgfältig pinselt Lars Wedhorn das Graffitigel auf die Stufen vor dem Haupteingang des Wittstocker Rathauses. Die sind jüngst beschmiert worden, ebenso wie der Zugang zum Ratskeller an der Gerichtslaube.

Trotz des Regenwetters lässt sich das Graffito relativ gut entfernen. Einmal geht der Bauhhofmitarbeiter mit der Gießkanne rüber, pinselt das Gel abermals ruf, schrubbt das Graffito wieder ab. „In der Zeit hätte ich auch dringlichere Sachen erledigen können“, sagt Lars Wedhorn, der als Hausmeister neben dem Rathaus auch noch eine Kita und die Stadtbibliothek betreut.

Mit Graffitigel lässt sich manchmal nicht alles entfernen. Quelle: Christian Bark

„Vandalismus durch Graffiti nimmt in Wittstock gefühlt zu“, sagt der Leiter des Wittstocker Gebäudemanagements, Mike Weber. Bei schwierigeren Fällen, beispielsweise an historischem Mauerwerk, reiche das Gel nicht. Dann kämen Sandstrahltechnik oder Maler zum Einsatz. „Die Kosten zur Beseitigung reichen von einigen hundert bis zu einigen tausend Euro“, erklärt Mike Weber.

Auch der Zugang zum Ratskeller wurde besprüht. Quelle: Christian Bark

„Die Kosten für Spezialfirmen sind erheblich und liegen zwischen 8000 und 17 000 Euro jährlich“, sagt Neuruppins Stadtsprecherin, Michaela Ott. Die Fontanestadt verzeichne jedes Jahr bis zu 60 Fällen von Sachbeschädigungen durch Graffiti an öffentlichen Gebäuden.

Besonders in Mitleidenschaft sei dieses Jahr die Karl-Liebknecht-Grundschule durch Graffiti gezogen worden. „Allein für die Beseitigung dieses Schadens mussten 2000 Euro aufgewendet werden“, so Michaela Ott.

Entfernung kostet tausende Euros

Das Niveau ist der Sprecherin zufolge seit Jahren „gleichbleibend hoch“. Auch wenn in jedem Fall sofort Anzeige gegen Unbekannt erstattet werden würde, könnten die Täter nur selten ermittelt werden.

In Kyritz sind in den vergangenen drei Jahren nur drei Vandalismusfälle mit Graffiti an öffentlichen Gebäuden verzeichnet worden. Darunter an der Jägelitzbrücke. „Die Entfernung der Sprühfarbe dort würde laut Angebot knapp 5000 Euro kosten“, sagt Stadtsprecherin Doreen Wolf.

Weniger solcher Fälle sind es in Wittenberge geworden. Einmal im Monat kommt es dort jedoch zu Graffiti-Schmierereien an öffentlichen Gebäude, so die Schätzung von Stadtsprecherin Christiane Schomaker.

Die Neuruppiner Karl-Liebknecht-Grundschule ist in der Nacht zum 03.05.2018 mit Graffiti beschmiert worden. Quelle: Stadt Neuruppin

2000 Euro muss die Stadt Wittenberge jedes Jahr für die Beseitigung von Graffiti ausgeben. Im Rathaus versucht man jedoch verstärkt, den Tätern entgegenzuwirken. „Neben Polizeistreifen erfolgen gemeinsame Streifengänge von Ordnungsamt und Polizei sowie Kontrollen der Schwerpunkte“, sagt die Sprecherin.

In Neuruppin hat sich die Stadt aufgrund der erheblichen Vandalismusschäden in den letzten Monaten dazu entschieden, das Schulgelände der Karl-Liebknecht-Grundschule einzuzäunen.

Gleichzeitig will die Fontanestadt aber auch präventiv wirken. So gibt es Michaela Ott zufolge Kontakte mit dem Jugendfreizeitzentrum Neuruppin und der Jugendhilfe Nordwestbrandenburg. Mit ihnen sollen Projekte angestoßen werden, die den Jugendlichen das betreute Besprühen von mobilen Wänden oder von der Stadt zur Verfügung gestellter Flächen ermöglichen.

Auch vor Plastikglas hatten die Sprayer an der Neuruppiner Karl-Liebknecht-Grundschule keinen Halt gemacht. Quelle: Stadt Neuruppin

Brandenburgweit gehen die Sachbeschädigungen durch Graffiti allerdings zurück. So hatte sich die Fallzahl 2017 gegenüber dem Vorjahr erheblich verringert, wie es aus dem Potsdamer Polizeipräsidium heißt. Gut 7200 Fälle 2016 standen gut 5500 Fällen 2017 gegenüber. „Das ist ein Rückgang von 23,6 Prozent“, sagt ein Polizeisprecher.

Tatverdächtig bei Sachbeschädigungen durch Graffiti sind dem Sprecher zufolge vornehmlich männliche Jugendliche unter 21 Jahren mit deutscher Staatsangehörigkeit. Der Anteil der Tatverdächtigen unter 21 Jahren habe über die letzten fünf Jahre leicht abgenommen, der Erwachsenenanteil sei hingegen leicht angestiegen. Nichtdeutsche Tatverdächtige gebe es bei Sachbeschädigungen durch Graffiti kaum.

Von Christian Bark

Das Förderprogramm „Leader“ ermöglicht weitere Projekte im Kreis Ostprignitz-Ruppin. Insgesamt können 14 Vorhaben unterstützt werden.

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