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Ostprignitz-Ruppin Granzow: Sohn führt die Landwirtschaft weiter
Lokales Ostprignitz-Ruppin Granzow: Sohn führt die Landwirtschaft weiter
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00:17 28.05.2016
Von Karin Pein bekommen die Tiere ihre Streicheleinheiten. Sie arbeitete bis 2011 im Familienbetrieb mit und ist heute im Kyritzer Strandbad tätig.. Quelle: Sandra Bels
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Granzow

Die Nachfolge auf dem Landwirtschaftshof von Familie Pein in Granzow ist gesichert. Sohn und Enkel Michael Pein absolviert derzeit eine Ausbildung zum Landwirt. „Er fuhr schon als Kind gern Traktor“, sagt sein Vater André Pein, der heute zusammen mit seinem Vater Helmut den Betrieb als GbR führt. Der Filius hat schon Pläne. Er will wieder aufnehmen, wovon sich Vater und Großvater im Jahr 2011 getrennt hatten: die Mutterkuhhaltung. Die Milchkrise habe damals dabei eine große Rolle gespielt, so André Pein.

Heute gibt es zwar keine Mutterkühe mehr auf dem Hof, dafür aber Mastrinder. Außerdem bewirtschaftet André Pein 166 Hektar Land. Sie befinden sich unter anderem in Barenthin, Berlitt und Görike. Nach gut anderthalb Jahren haben die Rinder bei Peins die Schlachtreife erreicht. In dieser Zeit bekommen sie Grassilage und Roggenschrot als Futter, alles selbst produziert. Und jede Menge Streicheleinheiten von André Peins Ehefrau Karin. Sie arbeitete bis 2011 im Betrieb mit. Heute kennt man sie aus dem Kyritzer Strandbad, wo sie im dritten Jahr an der Kasse sitzt.

Berlinerin fühlte sich auf dem Land von Anfang an wohl

Karin Pein kommt aus Berlin, ist gelernte Einzelhandelskauffrau. Die Liebe zu ihrem Mann zog sie 1995 nach Granzow. Ihre ehemalige Schwägerin wohnt dort zwei Häuser weiter. Bei Besuchen in ihrem Haus lernte sie André Pein kennen, der „dort zum Computerspielen zu Gast war“, erzählt Karin Pein. Beide lernten sich kennen und lieben und André Pein pendelte zunächst zwischen Granzow und Berlin, „vor und nach dem Melken“, erzählt er. Dann ging die Berlinerin aufs Land. „Ich habe mich hier von Anfang an sehr wohl gefühlt“, sagt sie. Karin Pein engagiert sich im Ort und ist Vorsitzende des Gemeindekirchenrats.

André Pein hatte nach der Schule Traktorist in Horst bei Blumenthal gelernt und musste danach zur Armee. Aber schon da stand für ihn fest, dass sein Berufsleben sich nur in der Landwirtschaft abspielen kann. Die Ausbildung reichte dafür jedoch nicht und so absolvierte André Pein 1990 als 22-Jähriger eine weitere Ausbildung an einer Landwirtschaftsschule in Bayern. Sie ebnete den Weg für den Einstieg in die GbR mit dem Vater. Das war 1991.

André Pein hatte schon nach der Schule Traktorist gelernt. Quelle: Sandra Bels

Die Geschichte der Pein’schen Landwirtschaft in Granzow lässt sich heute gut 433 Jahre zurückverfolgen. Damals wurde der Bauernhof Dahl in Granzow gegründet. Das ist dem Buch „Profile aus dem Landkreis Prignitz und der Hansestadt Havelberg“ von Willi Klar zu entnehmen. Darin werden Menschen vorgestellt, die beispielhaft für eigenständiges und verantwortungsbewusstes Engagement stehen. Zwei Seiten gibt es über die Familie Pein. Darin erfährt man unter anderem, dass Andreas Dahl im Jahr 1581 als letztes Kaufgeld 60 Gulden für den Hof bezahlt hatte. Seitdem befand er sich im Familienbesitz der Dahls. Zwischendurch gibt es jedoch keine Aufzeichnungen darüber.

Nach mehr als 200 Jahren übernahmen Marianne Pein, eine geborene Dahl, und ihr Mann Richard von ihrem Vater nach 1950 den Hof. So erklärt sich auch der Namenswechsel des Hofes, es gab damals keine männlichen Erben. Sohn Helmut Pein wurde 1944 in Kyritz geboren. Er blieb auf dem elterlichen Hof und arbeitete zu LPG-Zeiten in der Landwirtschaft als Traktorist und Brigadier, bevor er von 1977 bis 1981 ein Fernstudium in der Fachrichtung Pflanzenproduktion absolvierte. Dem Buch ist auch zu entnehmen, dass seine Frau Sieglinde durch die Flucht ins Nachbardorf Görike gekommen war. Die politische Wende in der DDR war für beide ein Neuanfang zusammen mit Sohn André in der GbR.

André und Karin Pein aus Granzow. Quelle: Sandra Bels

Von Sandra Bels

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