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Grippeimpfung: empfohlen, aber unbeliebt

Neuruppin Grippeimpfung: empfohlen, aber unbeliebt

Obwohl Hausärzte und Krankenkassen jedes Jahr im Herbst zur Grippeschutzimpfung aufrufen und dringend dazu raten, sich diesen Schutz zu geben, geht die Zahl der Impfungen immer weiter zurück. Auch im Kreis OPR hält sich der Ansturm auf die Impfstellen in Grenzen.

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Kleiner Pieks – große Wirkung – Grippeschutzimpfung in Wittstock.

Quelle: Christamaria Ruch

Neuruppin. Der Hausarzt und das Gesundheitsamt des Landkreises sind eine gute Adresse, wenn es um den Grippeschutz geht. Eine Impfung wird vor allem im Herbst empfohlen, um für das größte Ansteckungsrisiko im Winter ausreichend gewappnet zu sein. Der Körper benötigt nach der Grippeimpfung rund zwei Wochen, bis ein ausreichender Virenschutz aufgebaut ist. Da die Grippeviren sich rasch verändern können, wird der Impfstoff jährlich an die jeweils aktuell zirkulierenden Grippevirus-Varianten angepasst. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Dreifachimpfstoffe. Diese schützen vor zwei Influenza A-Stämmen und einem B-Stamm. Dies teilt Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der Barmer Berlin/Brandenburg mit.

Hausarzt: Grippeschutz trainiert Immunsystem

„Impfen ist wirklich sinnvoll“, sagt ein Hausarzt aus Ostprignitz-Ruppin, der nicht genannt werden will. Denn „der Grippeschutz trainiert das Immunsystem.“ Er empfiehlt den Patienten den Oktober als günstigsten Zeitpunkt für den Grippeschutz – dieser hält sechs Monate an. „Gut zehn bis 14 Tage nach der Impfung beginnt der Impfschutz“, sagt er. Denn zumeist treten ab Oktober auch Erkältungskrankheiten verstärkt auf. Wer davon betroffen ist, muss erst diese Erkältung auskurieren. Zu diesem Zeitpunkt ist demzufolge eine Impfung nicht zu empfehlen. „Zehn bis 14 Tage später kann aber geimpft werden“, so der Allgemeinmeniziner.

Auch in der Grippesaison 2016/2017 traf die Grippewelle vor allem Menschen über 65 Jahren. In dieser Altersgruppe können Influenzaviren zu komplizierten Krankheitsverläufen führen. „Vor allem für chronisch Kranke, Senioren und Heimbewohner ist eine Grippeschutzimpfung ein wirksamer Schutz“, sagt der Hausarzt. Gut ein Drittel der Patienten in seiner Praxis nehmen das Angebot regelmäßig an. Die grippeauslösenden Influenzaviren sind sehr aggressiv. Vor allem für ältere Menschen, die an mehreren Krankheiten leiden, kann Grippe gefährlich sein. Denn sie schwächt stark das Immunsystem, so dass zusätzlich andere Krankheitserreger ein leichtes Spiel haben. Dann kann es zu Superinfektionen mit starker Belastung des Herz-Kreislaufsystems kommen.

Grippewelle startet in Südafrika

Bereits zum Ende der jährlichen Grippesaison wird in Deutschland das neue Grippeschutzserum angesetzt. „Die Grippe zieht wellenförmig über den Erdball und startet in Südafrika“, sagt der Hausarzt. Auf dieser Grundlage wird jährlich neu entschieden, welche Impfstämme dann im März angesetzt und ab August aufgeliefert werden. In der Regel wird ein Dreifachimpfstoff bei der Grippeschutzimpfung eingesetzt. Auch ein Vierfachimpfstoff steht bereit. „Wir haben aber keinen Ermessensspielraum und erhalten den Dreifachimpfstoff“, sagt der Hausarzt aus Ostprignitz-Ruppin. Die Krankenkassen setzen auf den Dreifachimpfstoff und orientieren sich dabei an den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Ständigen Impfkommission (Stiko) am Berliner Robert-Koch-Institut. Beide empfehlen die Dreifachimpfung. Die Impfung enthält neben Wirkstoffen gegen den Erreger-Typ A auch sogenannte B-Komponenten. Das könne einen gewissen, mutmaßlich aber eher kleinen Vorteil beim Impfschutz bedeuten, sagt Stiko-Sprecherin Susanne Glasmacher.

Grippeschutz in Brandenburg

Die Impfzahlen im Land Brandenburg schwanken stark, doch in den vergangenen Jahren ging die Zahl der Impfungen zurück.

2015 ließen sich nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg 580 000 Einwohner impfen. 2014 waren es noch 606 000 und 2009 sogar
772 000. Für das Jahr 2016 lagen noch keine Zahlen vor.

Von den über 60-Jährigen ließen sich 2015 nur etwas mehr als 50 Prozent gegen die Influenza impfen. Dabei ist gerade für diese Altersgruppe die Grippe sehr gefährlich.

„Eine Grippe ist keine einfache Erkältungskrankheit, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung, bei der die Betroffenen an plötzlich auftretendem hohem Fieber, Husten sowie starken Kopf- und Gliederschmerzen leiden“, sagt Gabriela Leyh. Neben älteren Menschen haben auch Personen mit chronischen Erkrankungen und Schwangere ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Auch Personen, die täglich mit vielen Menschen in Kontakt kommen und ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben, sollten sich durch eine Impfung schützen und diesen jährlich erneuern.

Neben den Hausärzten übernimmt auch das Gesundheitsamt des Landkreises in der Neustädter Straße 44 in Neuruppin diese Impfung. Noch bis Ende Januar 2018 können sich Interessenten mittwochs von 13 bis 14 Uhr oder freitags von 10.30 bis 11.30 Uhr dort melden und impfen lassen Telefonische Nachfragen sind unter 03391/6 88 53 72 oder 6 88 53 11 möglich.

Von Christamaria Ruch

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