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Ostprignitz-Ruppin Grippewelle bislang wenig dramatisch
Lokales Ostprignitz-Ruppin Grippewelle bislang wenig dramatisch
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16:31 11.03.2018
Ein kleiner Piks mit großer Wirkung: Die Grippeschutzimpfung empfehlen Ärzte vor allem für Ältere und Kinder. Quelle: dpa
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Kyritz

Noch immer macht die Grippewelle von sich reden. Menschen, die sich eben noch ganz gut fühlten, haben plötzlich hohes Fieber. Sie könnten sogar auch an der Influenza leiden, der gefürchteten echten Virusgrippe. Denn im Gegensatz zum grippalen Infekt ist die Influenza eine sehr ernstzunehmende Krankheit, die in jedem Jahr Todesfälle fordert. In Niedersachsen herrschte kürzlich noch ein regelrechter Ausnahmezustand angesichts der steigenden Krankenzahl. Und im Nordwesten Brandenburgs?

80 bestätigte Influenza-Fälle in Ostprignitz-Ruppin

Bis Anfang dieser Woche wurden dem Ostprignitz-Ruppiner Gesundheitsamt 80 bestätigte Influenza-Fälle gemeldet. Davon sind 69 Menschen am gefährlicheren Influenza-Typ B und neun Menschen am Influenza-Typ A erkrankt. Bei zwei Patienten wurde kein Typ differenziert, teilte Kreissprecherin Britta Avantario auf Nachfrage mit:„Es ist möglich, dass mehr Menschen an Influenza erkrankt sind, als uns bekannt ist, denn eine Meldepflicht für Ärzte gegenüber dem Gesundheitsamt bei nur klinisch diagnostizierten Fällen besteht nicht.“

Die Welle der Erkrankten scheint jetzt erst zu kommen

In der Prignitz dagegen waren es vorige Woche noch keine 40 Fälle. Etwa zehn mussten stationär im Kreiskrankenhaus Prignitz in Perleberg behandelt werden. Angesichts dieser Zahlen schien die Grippewelle um die Prignitz bisher einen Bogen zu machen – wenngleich auch dort von einer höheren Dunkelziffer ausgegangen wird. Aber, so Jacqueline Braun vom Kreiskrankenhaus in Perleberg: „Die Lage bleibt meiner Meinung nach weiter angespannt. Die Welle der Erkrankten scheint jetzt erst zu kommen und zuzuschlagen.“

Regional kann es zudem sehr unterschiedlich aussehen allein innerhalb einer Stadt wie etwa Kyritz: In der Goethe-Grundschule fehlen derzeit zwar etwas mehr Schüler als sonst, doch von einer Welle will der Schulleiter noch nicht sprechen. „Die meisten haben wohl nur einen gewöhnlichen grippalen Infekt“, sagte Holger Wichert. Auch in der Diercke-Oberschule verzeichnet man einen erhöhten Krankenstand. „Ob echte Grippefälle darunter sind, wissen wir allerdings nicht“, berichtete Schulsekretärin Katrin Göbel-Jülisch. Aus dem benachbarten Jahn-Gymnasium wird berichtet, es gäbe derzeit lediglich Erkältungskrankheiten.

Mehr kranke Schüler und Lehrer in der Kyritzer Lindenschule

Einen deutlichen Anstieg der Krankheitsfälle verzeichnete aber die Leiterin der Lindenschule, Gabriele Jennrich: „In allen Klassen und auch bei den Lehrern sind die Ausfälle sprunghaft angestiegen.“ Doch auch sie sagt, dass längst nicht jeder von ihnen die echte Grippe habe. Auch in Neustadts Homburg-Schule sind derzeit mehr Schüler krank gemeldet als sonst. In Demerthins Grundschule wird momentan mit dem Noro-Virus und grippalen Infekten gekämpft. Laut Schulleiterin Petra Schmidt waren am Dienstag drei der zehn Lehrer krank gemeldet.

Ein konkreteres Bild zeichnet sich in der Praxis von Jörg Kannenberg in Kyritz ab: „Mit Erkältungen haben wir schon länger zu kämpfen, doch seit etwa zwei Wochen haben wir es auch mit echten Grippefällen zu tun“, sagte Arzt Kannenberg. Rund die Hälfte aller seiner Patienten, die sich dieser Tage mit einer Erkältung in der Praxis melden, haben in der Tat eine Influenza. Im Vergleich zu den vergangenen drei bis vier Jahren seien es aktuell mehr Fälle. Kannenberg: „Man könnte tatsächlich von einer Grippewelle sprechen, die erfahrungsgemäß aber nach vier Wochen abebbt.“ In rund zwei Wochen, so der Mediziner, werde sich die Lage entspannt haben.

Von André Reichel, Andreas König und Matthias Anke

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