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Ostprignitz-Ruppin Groß Haßlow: Mit dem Bagger in die Eiszeit
Lokales Ostprignitz-Ruppin Groß Haßlow: Mit dem Bagger in die Eiszeit
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00:17 24.03.2016
Ralf Kappel arbeitet seit 25 Jahren im Groß Haßlower Kieswerk. Hier steht er vor der Waschanlage. Quelle: Claudia Bihler
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Groß Haßlow

„Gold leider nicht“, antwortet Ralf Kappel mit einem leichten Schmunzeln in den Mundwinkeln, „das wäre schön gewesen.“ Der sandige Untergrund in der Groß Haßlower Kiesgrube hielt dagegen ganz andere Überraschungen bereit für den Mitarbeiter der Firma „Ost Prignitz Kieswerke“, die zur Groß Haßlower Baumec gehört: Einmal rutschte aus einer Böschung des Abbaugebietes ein 15 Tonnen schwerer Findling. Ein anderes Mal fand der Groß Haßlower Kappel eine Granate unbekannten Alters. Sie könnte ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gewesen sein, aber „es könnte auch sein, dass sie unsere russischen Freunde hier verloren haben.“

Dass er öfter mal Hufeisen findet, daran hat sich Kappel schon gewöhnt, aber ansonsten gräbt er mit dem Tieflader nach dem eher unscheinbarem Material, dass während der Eiszeit hier abgelagert wurde und das für die Baubranche von großem Wert ist: Unter dem Gelände befindet sich eine Kiesschicht von bis zu acht Metern Stärke, die alles das hat, was für die Verwendung am Bau wichtig ist: Der Kies hat Körnungen von 2/8, 8/16 und 16/32, und zudem hat er keine ganz glatten Kanten: So verhaken sich die Teile im Zement oder Beton, und sorgen erst für die notwendige Festigkeit.

Seit 25 Jahren ist Kappel im Kieswerk beschäftigt: Eine Grube in der Nachbarschaft ist bereits ausgebeutet und auch schon wieder rekultiviert. Auf der heute genutzten Fläche darf noch bis 2030 abgebaut werden, dann muss ebenfalls rekultiviert werden. Dort soll dann eine Wasserfläche entstehen – kein Badesee allerdings, denn auch später noch könnte es Rutschungen und Absackungen an den Böschungen geben: „Das wäre viel zu gefährlich. Wenn sowas passiert, hat man keine Chance.“

Wie lose Kies und Sand werden können, wenn sie nass sind, ist am Fuß der Waschanlage leicht zu sehen. Doch zunächst wird das Material mit dem Radlader zur Wasch- und Siebanlage gebracht, wo es zunächst durch ein Vorsieb geschüttet wird. Der Kies wird über ein Förderband zur Spitze der Wäsche transportiert, die über einen vergleichsweise schmalen Trichter beschickt wird: Herrscht dort „Stau“, wird das per Laser registriert und das davorliegende Förderband automatisch gestoppt. Der Trichter führt den Kies zum „Hydroclean“, wo das Material von 16 rotierenden Hochdruckreinigern von Feinerden befreit: Würde der Kies direkt aus dem Boden beispielsweise in Beton verwendet, würde er sich verfärben oder Risse bekommen. Nur fünf Prozent Anhaftungen von Feinerden sind nach der Hochdruckreinigung übrig. Dann wird der Kies über eine zweistöckige Rüttelbahn in drei Fraktionen gesiebt. Größere Kieselsteine werden aussortiert und später fein gebrochen – auch sie sind dann Baustoff. Das Wasser aus dem Reinigungsprozess wird auf Wasserflächen, in denen sich auch der Feinsand für Kinderspielplätze und weitere Materialien noch absetzen, in den Kreislauf zurückgeführt und wieder verwendet.

Der gesiebte Kies ist tropfend nass und bleibt zunächst auf großen Halden liegen, damit das Wasser abfließt: „Wir nennen das Ausbluten lassen“, sagt Kappel. Anschließend ist der Kies zur Verwendung bereit. Die Qualität ist gut, so dass beispielsweise auch das Heiligengraber Betonelementewerk Gräper etwa Deckenelemente aus ihm herstellt. „Ursprünglich wollten wir ja sogar die Berliner Bauindustrie mit Kies beliefern“, sagt Karl Gärtner, Geschäftsführer der Baumec: „Aber daraus wurde nichts.“ Und seitdem die Bahnlinie nach Mirow abgebaut wurde, ist das Thema sowieso vom Tisch.

Die Baumec betreibt allerdings nur wenige Kilometer weiter auch einen Recyclinghof für Baumaterialien. Zusammen mit dem Kies aus der eigenen Grube kann das Unternehmen so die kompletten Baustoffe aus Recyclingmaterial und frischem Kies liefern. Auch Privatleute werden beliefert, Absetzcontainer stehen dafür bereit.

Und manchmal kommen Hobbygeologen vorbei. Kappel: „Erst kürzlich war ein Mann da, der nahm einen Stein auf und wusste sofort, dass der mit der Eiszeit aus Schweden hierher kam.“

Von Claudia Bihler

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