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Ostprignitz-Ruppin Großbaustelle im Seniorenheim
Lokales Ostprignitz-Ruppin Großbaustelle im Seniorenheim
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18:27 11.10.2017
Klempner Denis Kohl von der Firma Kyritzer Haustechnik muss hier in einem künftigen Sanitärbereich durch den Fußboden bohren. Quelle: Wolfgang Hörmann
Wusterhausen

Wie groß muss eine Baustelle sein, um sich Großbaustelle nennen zu dürfen? Die einen sagen so, die anderen sagen so. Wir meinen: Was sich der Verein Pro Seniorenpflege in der Wusterhausener Borchertstraße vorgenommen hat, verdient diesen Zusatz.

Immerhin laufen im Pflegewohnhaus Umbauarbeiten seit fast genau einem Jahr. Und bis Ende April 2018 sollen sie noch andauern. Dann will Leiterin Heike Wahrenburg berichten können, dass zu den schon vorhandenen 32 Einzelzimmern noch einmal 30 hinzugekommen sind. Jeder von den 65 Bewohnerinnen und Bewohnern hat dann sein eigenes Reich. Doppel-Belegungen sind Auslaufmodelle. Ausnahmen bilden die vier Appartements für Paare.

Von außen sieht man dem Pflegewohnhaus die baulichen Aktivitäten nicht an. Zu hören sind sie allerdings. Quelle: Wolfgang Hörmann

„Wir kommen mit dem Umbau Anregungen der landesweit tätigen Aufsicht für unterstützende Wohnformen nach und verwirklichen gleichzeitig Ziele, die wir langfristig sowieso verfolgten. Wer als alter Mensch seine gewohnte Häuslichkeit aufgeben muss, der verspürt wenig Lust, die neuen vier Wände mit einem wildfremden Menschen teilen zu müssen. Diesem verständlichen Verlangen tragen wir Rechnung“, sagt Heike Wahrenburg.

Ruhezeiten für die Bewohner

So werden also seit dem vergangenen September Wände versetzt oder neu gezogen. Es ändern sich Strukturen der zu jedem Zimmer gehörenden Sanitärbereiche. Da sind Rohre zu verlegen, Kabel neu zu ziehen, muss verputzt und gemalert werden. Geräuschlos geht das natürlich nicht. In einer Wohnstätte für hochbetagte Menschen – in Wusterhausen überdurchschnittlich viele jenseits der 90 – stellt man sich das problematisch vor. Ist es auch, aber hier anscheinend lässig zu ertragen. „Wir stimmen uns mit den Handwerkern über Ruhezeiten für die Bewohner ab. Die Bauleute nehmen auf uns Rücksicht, wir kommen ihnen entgegen“, so die Chefin.

Außerdem verfolgten viele im Haus das Geschehen mit regem Interesse. Plötzliche „Baustellenbesuche“ sind keine Seltenheit. Manche trüben Tage dieses Herbstes werden ein bisschen bunter, wenn mal was Außergewöhnliches passiert. Und so eine Sanierung verdient dieses Prädikat.

Der 82-jährige Walter Heller, hier mit Heike Wahrenburg, bewohnt eines der neuen Einzelzimmer. Quelle: Wolfgang Hörmann

Das Ergebnis hilft am Ende, kleine Beeinträchtigungen besser wegzustecken. So findet auch der 82-jährige Walter Heller nichts dabei, dass mal gehämmert, gesägt, gebohrt wird. Der ehemalige Gleisbauer aus Zernitz bewohnt jetzt eines der modernisierten Bereiche. Der Umzug dorthin hat ihm noch als Beigabe einen besseren Ausblick aus dem Fenster beschert. „Ich fühle mich wohl und bin zufrieden.“ Mehr Worte braucht es nicht.

Die Sanierung erfolgt in fünf Bauabschnitten. In der ersten Etappe entstanden vier neue Einzelzimmer, dazu Dienst-, Konferenz- und Aufenthaltsräume in verändertem Zuschnitt. Acht Zimmer für Solo-Bewohner wurden es im zweiten Bauabschnitt, allesamt zwischen 18 und 22 Quadratmeter groß. Gefordert werden minimal 14 Quadratmeter.

Hohe Ansprüche an den Brandschutz

Gegenwärtig sind Trockenbauer, Klempner und Elektriker im drittletzten Bauabschnitt. Es ist einer, der sechs Einzelzimmer hergibt. Der Ablauf wird einmal wöchentlich besprochen. Größere Projektberatungen mit Vertretern der Rheinsberger Architektur & Ingenieur Gesellschaft finden alle sechs bis acht Wochen statt.

Heike Wahrenburg ist dann immer mit dabei. „Ich weiß, weshalb der BER nicht fertig wird“, scherzt die Frau, die einer rund 50-köpfigen Belegschaft vorsteht. Sie spielt auf den Brandschutz an. Der gegenwärtige Zeitverlust von vier Wochen liege auch an den strengeren Anforderungen. Zudem musste die komplette Brandmeldeanlage vom Erdgeschoss in den Kellerbereich umziehen. Was das bedeutet, könne nur der richtig einschätzen, der es mitgemacht habe, gibt Heike Wahrenburg eine Erfahrung preis.

Dennoch genießt sie es sichtlich, Neues wachsen zu sehen. Die Farbgebung auf den Fluren hat sie sich ausgedacht, ein bisschen lila, viel weiß, insgesamt frisch – irgendwie jugendlich.

Der Altbau wurde 1897 errichtet

Der Verein Pro Seniorenpflege im Land Brandenburg betreibt Einrichtungen in Wusterhausen, Ziesar, Rheinsberg und Kremmen. Das sind an allen vier Standorten Pflegewohnhäuser, Hauskrankenpflege, Betreutes Wohnen und Begegnungsstätten.

Die Wusterhausener Niederlassung besteht aus einem Altbau von 1897 und einem Anbau, der exakt 100 Jahre später entstand.

An den Investitionskosten werden die Heimbewohner beteiligt, allerdings moderat, wie die Leiterin versichert. Genaue Zahlen seien erst nach Abschluss der Arbeiten bekannt.

Das Pflegewohnhaus in der Borchertstraße bekommt gegenwärtig einen MAZ-Media-Box. Mit Hilfe dieser Technik kann auf einem großen Bildschirm die Tageszeitung gelesen werden. Es lassen sich auch Fotos, zum Beispiel vom laufenden Umbau, eingeben. Für die Bewohner ist der Service kostenlos.

Von Wolfgang Hörmann

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