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Große Chance für die Papierfabrik

Hohenofen Große Chance für die Papierfabrik

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz stellt einen hohen Betrag zur Rettung des Industriedenkmals Papierfabrik Hohenofen in Aussicht. Das wurde dort jetzt am Rande des diesjährigen Tages des offenen Denkmals bekannt. Doch es bedarf auch eines Eigenanteils, von dem noch keiner weiß, wie der gestemmt werden soll.

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Bei zwei Führungen erklärte Experte Klaus Bartels (gelbe Jacke) den Besuchern die Bedeutung des Industriedenkmals.

Quelle: Matthias Anke

Hohenofen. Nur europaweit einmalig? Nein: „Es handelt sich um die weltweit einzige so komplett erhaltene Papierfabrik, die uns museal zur Verfügung steht“, erklärte Klaus Bartels als Experte für historische Papierherstellung am Sonnabend beim diesjährigen Tag des offenen Denkmals den Besuchern in Hohenofen. Und Bartels klagte an: „Leider aber hat der Staat anderes vor, als so etwas zu erhalten.“ Fünf Millionen Euro seien zur vollständigen Restaurierung notwendig. 500 000 Euro würden allein mit Blick auf die Dächer benötigt, um alles vernünftig für die Zukunft zu sichern. Und 50 000 Euro könnten laut Bartels schon helfen, um wenigstens noch die gröbsten Stellen auszubessern, obwohl der Verein zum Erhalt des Denkmals mit Hilfe von vielen Spenden schon eine Menge erreicht hat in den vergangenen Jahren.

Allerdings gibt es für Hohenofen jetzt nicht mehr nur einen Funken Hoffnung, sondern einen regelrechten Lichtblick, wie am Rande der Veranstaltung bekannt wurde. „Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz stellt 600 000 Euro in Aussicht. Doch hinzu käme ein beträchlicher Eigenanteil, und woher der kommen soll, ist jetzt die große Frage“, sagte Dietmar Miehlke, der seit Kurzem als Geschäftsführer des Vereins Patent-Papierfabrik agiert. Eng arbeitet dieser mit dem Eigentümer des Areals zusammen. Es ist Christoph Steinhauer, der auf dem Gelände seit einigen Jahren die wohl größte Bio-Imkerei Nordostdeutschlands betreibt und auch dem Vereinsvorstand angehört.

Erneut Fachtagung geplant sowie erstmals eine Kinder-Aktion

Bis die „Eigenanteilsfrage“ geklärt ist, soll die Bedeutung dieses Industriedenkmals wie schon in den vergangenen Jahren auch demnächst weiter in die Öffentlichkeit getragen werden. Zuletzt hatte die Papierfabrik im Herbst 2016 von sich Reden gemacht – als Teil der hochkarätigen Konzertreihe „Grundton D“ von Deutschlandfunk und Stiftung Denkmalschutz.

Nun steht dort am Sonnabend, 23. September, der zweite Fachtag „Industriekultur in der Region“ an. Das Thema lautet dieses Mal „Verkehrswege im Wandel“, wobei sich alles um die Geschichte der Straßen- und Schienenwege dreht. „Der Fachtag ist offen für alle, soll vorrangig aber der Vernetzung von Akteuren aus der Region rund um die Industriegeschichte dienen“, erklärte Ute Fürstenberg vom Verein Patent-Papierfabrik. Ute Fürstenberg verfolgt das Ziel, auf dem historischen Gelände ein „Papierzentrum“ aufzubauen.

Dieser Idee kommt eine Aktion einer in der Region lebenden, jungen Verlegerin gerade recht: Nina Schuchardt aus Neu-Roddahn, die kürzlich den Eichhörnchen-Verlag gründete, hat sich an die bundesweite Aktion „Türöffner-Tag“ der „Sendung mit der Maus“ des Westdeutschen Rundfunks gehängt. Am Dienstag, 3. Oktober, wird dann also auch die Papierfabrik nicht nur historisch Interessierten, sondern vor allem Kindern offenstehen, um Bücher selbst herzustellen und zu gestalten. „Sie sollen in einer offenen Werkstatt nach Herzenslust malen, kleben, stempeln, schreiben, nähen und binden“, kündigt Nina Schuchardt ihre Aktion an. Und es gibt eine Ausstellung rund um das erste von ihr verlegte Kinderbuch „Landtiere“.

Für Ute Fürstenberg ist eine solche Veranstaltung „ein erster Schritt hin zur Kinder- und Jugendarbeit“. Denn auch für Wander- und Projekttage und diversen Anschauungsunterricht sei das Areal geeignet. Doch da es sich eben noch immer um eine – wenn auch teilgesicherte – Ruine handelt, sei es bis dahin noch ein Weg voller Herausforderungen.

Von Matthias Anke

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